Mitarbeiter-Krankenakten von Lidl in Mülltonne entdeckt
05.04.2009 | 11:32 Uhr 2009-04-05T11:32:00+0200
Bochum/Hamburg. Der Discounter Lidl hat in der Vergangenheit einem Medienbericht zufolge die Gründe für Krankheiten von Mitarbeitern in firmeninternen Unterlagen festgehalten. Mehrere hundert Seiten wurden durch Zufall in einer Mülltonne in Bochum entdeckt.
Der Discounter Lidl hat in der Vergangenheit die Gründe für Krankheiten von Mitarbeitern in firmeninternen Unterlagen festgehalten. Wie das Hamburger Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Samstag vorab berichtete, geht dies aus mehreren hundert Seiten firmeninterner Unterlagen hervor, die durch Zufall in einer Mülltonne in Bochum entdeckt wurden. Lidl-Deutschland-Chef Frank-Michael Mros bestätigte der Zeitschrift die Existenz der Formulare.
Dem Magazin zufolge setzte Lidl offenbar bundesweit Vordrucke ein, in denen der «Grund der Krankheit» von Mitarbeitern eingetragen werden sollte. So stehe dort über eine Mitarbeiterin, die im Juni 2008 krank geschrieben war: «Will schwanger (werden). Befruchtung nicht funktioniert». Über andere Mitarbeiterinnen gebe es Einträge, wie «Stationäre Behandlung in neurologischer Klinik» oder «Private Probleme».
"Krankheitsgrund geht Arbeitgeber nichts an"
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisierte in dem Magazin das Verhalten Lidls. «Der Grund der Krankheit geht den Arbeitgeber grundsätzlich nichts an», sagte Schaar. Er regte an, dass die zuständigen Aufsichtsbehörden den Fall prüfen sollten. «Dass man dabei zu dem Ergebnis kommt, das ist unzulässig, halte ich für ziemlich wahrscheinlich», betonte er.
Lidl-Deutschland-Chef Mros versicherte dem Magazin, dass die Formulare seit Mitte Januar nicht mehr verwendet würden. Lidl unternehme «alles Erdenkliche, damit dem Datenschutz in unseren Gesellschaften und Filialen Rechnung getragen wird», sagte Mros. (ddp)
16:58
Dann frage ich hier mal ganz offiziell Frau Borchert und die Chefredakteure der Zeitungstitel, ob sie keine Rückkehrgespräche mit Redakteuren führen oder führen lassen. Und ob es bei der WAZ-Gruppe wirklich keine Notizen über Krankheiten der Mitarbeiter gibt. Auch nicht im kaufmännischen Bereich ?
Oder sollten vielleicht bei der jüngsten personellen Schlankheitskur der WAZ Krankheitsgründe auch wirklich keine Rolle gespielt haben ????
10:13
Einzelhandel Plus und jetzt auch Netto machen genau gleiche nach dem krank
kommt Vorarbeiter mit einem Formular und fragt nach Grund der Erkrankungen .
Also für mich ist das nichts neues.
09:00
Nachsatz zu #35: Damit ich jetzt nicht irgendwie falsch verstanden werde, noch ein Satz.
Was Lidl, Schlecker und andere machen, ist unter aller Sau, unverschämt, rechtswidrig, arbeitnehmerfeindlich, unakzeptabel und ..........
08:54
@ talkum (#30) / @ öffentlicher Dienstler (#33):
Na, da hat öffentlicher Dienstler ja für mich noch mal Eins drauf gegeben.
Aber gemach, liebe Freunde. Ich bezweifle gar nicht, dass es das gibt. Wie sagte harti (#32) so schön, wenn aus meiner Sicht auch überspitzt: Zeig mir mal eine Firma, wo keine Listen über Krankheitsstand und Grund geführt werden.
Was ich bestreite ist, dass das in allen Verwaltungen gleich und gängige Praxis ist. In großen Betrieben mit starken, selbstbewussten Personalräten dürften diese eine Krankenbespitzelung zum Schaden des Beschäftigten schon verhindern. (Ich weiß, jetzt kennt wieder irgendjemand ein Beispiel, wo sich ein Betriebsrat anders und Chefarsch-kriechend verhalten hat, und ich glaube es ihm bereits vorweg.)
Aber noch eines zum Thema längere Krankheit: Guckt mal in § 84 Abs. 2 Satz 1 Sozialgesetzbuch IX. Diese Regelung ist noch nicht so alt. Danach muss ein Arbeitgeber bestimmte Dinge sogar abklären, wenn der Beschäftigte länger krank ist. Es besteht eine Pflicht zum „betrieblichen Eingliederungsmanagement“. Hier zum Beispiel kann man dazu was nachlesen:
http://www.hensche.de/Arbeitsrecht_aktuell_Bundesarbeitsgericht_Eingliederungsmanagement_12_07_2007_2AZR716-06.html
12:25
@ 27 von mönchsgeier
Und? Was würde es IHNEN weiterhelfen, wenn ich Ihnen nun die Sparte bekannt geben würde?
Doch wohl absolut NULL, nicht wahr!
@ 30 von talkum
Ja, leider!
Und nun noch Eins drauf für mönchsgeier:
Man scheut sich noch nicht einmal, Ärzte anzurufen und dort GEZIELT nachzufragen, welche Erkrankung vorliegt!
In minder schweren Fällen werden die Ärzte auch nur angeschrieben und um Auskuft aufgefordert, welche Arbeiten noch verrichtet werden können, z. B. Postsortieren, Kopieren, etc.
Bei diesem Fragekatalog wird bewußt nciht nach dem Grund der Krankschreibung gefragt aber allerdings gezielt, inwiefern jemand noch einsetzbar ist.
Kein Joke! Alles selbst erfahren müssen!
10:27
Zeig mir mal eine Firma wo keine Listen über Krankheitsstand und Grund geführt werden.
08:39
Ob Lidl, Plus oder Aldi alles verbrecher die ihren Mitarbeitern nicht mal den Mindestlohn zahlen und täglich geleistete überstunden werden für normal erachtet und müssen nicht mal vergütet werden in welcher vorm auch immer. Bei REWE glaube ich bekommen die Mitarbeiter wenigstens einkaufsgutschneine. Wenn ich dort einkaufe sehe ich das aufjeden fall immer und die Waren sind bestimmt nicht billig aber quallitativ sehr hochwertig.
Aber trotzdem gilt wohl das wer im Einzelhandel
tätig ist muss schon hart sein und verdient meinen respekt.
04:45
@mönchsgeier
du solltest besser nicht über dinge schreiben und reden,von denen du keine ahnung hast.das verfahren im öD hat andere instrumentarien,die du wahrscheinlich nicht kennst.
@öffentlicherDienstler
wie wahr,wie wahr!!!!!!!
00:50
Das mag jetzt nicht repräsentativ sein.
Aber seit Mitte Dezember 2006 wohne ich direkt neben einem Lidl-Markt (dahinter Aldi)
Bei beiden gehe ich regelmäßig - zwei-, dreimal die Woche nach Bedarf einkaufen. Zu wirklich unterschiedlichen Tageszeiten - die 08:00 bis 20:00 Zeiten nutze ich wirklich aus.
Und in beiden Läden arbeiten immer noch die selben Angestellten zu den selben Zeiten. Freundlich - kompetent und hilfsbereit. Völlig normales Arbeitsklima.
Irgendwie wirken die nicht so, als würden sie schlecht behandelt oder schlecht bezahlt. Oder gepresst und schikaniert.
Nach der Spitzelaffäre waren es die Angestellten, die froh waren, dass ihre Kunden Ihnen die Treue hielten, nicht weil sie Angst um ihren Arbeitsplatzt hatten - sondern weil sie sich nicht wirklich objektiv in den Medien wiederfanden.
Da konnte man sogar mit den Angestellten drüber reden. Die hatten keine Angst, abgehört zu werden.
Und wie gesagt - alle sind immer noch da.
Bevor mir nicht einer dieser Angestellten sagt:
Kaufen Sie lieber woanders
So lange kaufe ich da auch weiter ein.
Wie gesagt - ich habe letztes Jahr beim Siemens erlebt - DAS war Härte 10.
Mal schaun - ob der Kommentar das ohne Editieren überlebt.
00:28
alle hacken auf Lidl rum ich denke das es in den anderen unternehmen wie plus, aldi, penny, kaiser und und und nicht anders aussieht , nur LIDL ist so blöd und lässt sich erwischen. ich war fast 10 jahre betriebsrat in der brot industrie und da hatte der arbeitgeber alles gesammelt was er nur sammeln konnte. es liegt einfach in der natur der menschen den anderen auszuspionieren. bestes beispiel die deutsche bahn. fahre ich jetzt nicht mehr bahn nur weil die chefs sich beim spionieren erwischen habenn lassen. telekom die selbe spionage. werden ich jetzt nicht mehr telefonieren? also die hier schreiben ich mache um LIDL einen grossen bogen und dort kaufe ich nicht mehr ein schaden nur die beschäftigten die dort arbeiten. wozu haben wir gerichte und hier einen beauftragten und dort einen beauftragen sollen die sich damit beschäftigen und die verantwortlichen bestrafen oder aus dem verkehr ziehen aber doch nicht die mitarbeiter.