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Missstände im Jugendamt Hamburg-Mitte waren lange bekannt

04.02.2012 | 13:46 Uhr

Nach Recherchen des NDR waren die Schwachstellen im Jugendamt Hamburg-Mitte seit sechs Jahren bekannt.

Hamburg (dapd-nrd). Nach Recherchen des NDR waren die Schwachstellen im Jugendamt Hamburg-Mitte seit sechs Jahren bekannt. "Dem NDR Fernsehen liegen mehrere massive Beschwerdebriefe von freien Jugendhilfeträgern und Pflegeeltern vor, die an den damaligen Ersten Bürgermeister Ole von Beust (CDU), den damaligen Justizsenator Till Steffen (GAL) und den Bezirksamtsleiter Markus Schreiber (SPD) gerichtet waren", teilte der Sender am Samstag in Hamburg mit.

In den Beschwerden sei es unter anderem um Verwaltungsfehler und überlastete Beamte gegangen. Hausbesuche würden unterbleiben oder seien nur nach mehrmonatiger Vorbereitung möglich, heißt es in den Schriftstücken. Viele Fälle würden allein nach Aktenlage entschieden und das Kindswohl dadurch gefährdet.

Der dem Jugendamt vorgesetzte Sozialamtsleiter versprach damals, er werde "diese Schwachstellen weiter analysieren und Abhilfe schaffen", wie der NDR aus einem Schreiben zitiert, dass dem Sender vorliegt.

Die Senatskanzlei wollte die Recherchen nicht kommentieren, da sie den Vorgang zur Zeit selbst prüfe.

Das Jugendamt Hamburg-Mitte ist durch den Tod der elfjährigen Chantal in die Kritik geraten. Das Mädchen war von der Behörde in einer Pflegefamilie untergebracht worden, in der beide Eltern die Ersatz-Droge Methadon zum Heroin-Entzug erhielten. Chantal war am 16. Januar nach der Einnahme des Mittels gestorben. Bereits vor drei Jahren hatte der Tod eines Kleinkindes im Zuständigkeitsbereich des Amtes öffentliche Kritik ausgelöst.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) äußerte sich empört über den Fall Chantal: "Ich fordere eine schonungslose und rückhaltlose Aufklärung in diesem Fall, den man nicht begreifen kann und der uns alle schockiert", sagte Bahr "Bild.de".

dapd

dapd

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Kommentare
04.02.2012
16:47
Fehl am Platze
von Kodiak | #2

In einem Jugendamt zu arbeiten, erfordert eine besondere Einstellung zu Menschen allgemein und zu Kindern im Besonderen. Wer diese Voraussetzungen nicht mitbringt, sollte ganz schnell in andere Jobs wechseln. Eine passende Ausbildung reicht nun mal nicht, wenn das Gefühl für diese sensible Tätigkeit fehlt. Das Gleiche gilt übrigens für eine Anzahl Lehrer...

04.02.2012
15:25
Lebenszeichen
von Erbeck1 | #1

Da gibt mal wieder jemand von der FDP mit dem Satz " Ich fordere eine ................ " ein Lebenszeichen von sich , was man getrost in die Tonne kloppen kann !!

Dieser Fall ist doch absolut kein Einzelfall - er ist nur im "Resultat" drastischer und total traurig als viele andere und das gilt nicht nur für die Hansestadt .

Es gibt in diesen Behörden ein paar ganz Emsige , aber halt auch ganz viele NULLEN !!

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