Ministerpräsident der Hamas trifft Erdogan in Istanbul
02.01.2012 | 07:25 Uhr 2012-01-02T07:25:00+0100Istanbul (dapd). Auf seiner ersten offiziellen Auslandsreise ist der Ministerpräsident der Hamas-Regierung im Gazastreifen, Ismail Hanijeh, am Sonntag mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan zusammengetroffen. Beim ersten Stopp auf seiner Reise durch die muslimische Welt tauschten sich Hanijeh und Erdogan sowie der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu laut einem Bericht des türkischen Fernsehsenders TRT in Istanbul über die Situation im Gazastreifen und im Mittleren und Nahen Osten aus.
Für Montag kündigte Hanijeh einen Besuch der islamischen Hilfsorganisation IHH an. Die IHH hatte eines der Schiffe betrieben, die im Mai 2010 von israelischen Soldaten geentert wurden. Neun türkische Aktivisten kamen damals ums Leben. Seitdem haben sich die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei stark abgekühlt.
Die Reise Hanijehs soll nach Angaben der Hamas nach den Revolutionen des arabischen Frühlings die Beziehungen zu muslimischen Ländern verbessern.
Die Türkei setzt sich stark für eine Aussöhnung zwischen der Hamas und der Fatah-Partei des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas ein. Hamas und Fatah regierten die palästinensischen Autonomiegebiete nach den Parlamentswahlen 2006 kurzzeitig gemeinsam. Im folgenden Jahr übernahm die Hamas gewaltsam die Macht im Gazastreifen und verdrängte dort die Fatah, die seitdem nur noch das Westjordanland regiert. Bisherige Versuche der Aussöhnung scheiterten. Allerdings schienen zuletzt unter Vermittlung Ägyptens Fortschritte erzielt worden zu sein.
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