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Runder Tisch

Millionen-Hilfsfonds für ehemalige Heimkinder

13.12.2010 | 08:50 Uhr
Millionen-Hilfsfonds für ehemalige Heimkinder
Demonstration ehemaliger Heimkinder vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Foto: ddp

Berlin.Ehemalige Heimkinder sollen aus einem 120-Millionen-Fonds schöpfen können. Das schlägt der Runde Tisch Heimerziehung vor. Doch einige Missbrauchs-Opfer sind damit nicht zufrieden. Sie sprechen von „Abspeisung“.

Der Runde Tisch Heimerziehung schlägt einen Hilfsfonds für ehemalige Heimkinder vor. Angedacht sei ein Finanztopf mit einem Volumen von 120 Millionen Euro, sagte die Leiterin des Runden Tisches, die frühere Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer, am Montag in Berlin.

20 Millionen Euro sollen in einen Rentenfonds für Betroffene fließen, denen durch den Heimaufenthalt Rentenansprüche entgangen sind. 100 Millionen Euro sollen als Ausgleichszahlungen für Folgeschäden zur Verfügung stehen, für Therapien und Traumabehandlungen ebenso wie für Mietzuschüsse oder Altershilfen. Pauschale Entschädigungen soll es nicht geben. Dies wäre „nicht gerechtfertigt“, sagte Vollmer.

Bund, Länder und Kirchen sollen den Fonds gemeinsam finanzieren - jeweils zu einem Drittel. Die Kirchen sagten ihre Zahlungsbereitschaft zu, von Bund und Ländern kam ein Ja unter Vorbehalt. Hier müssten die Parlamente noch über die Zahlung entscheiden, hieß es.

Opfer: „Wir haben viel erreicht“

Die Vorsitzende des Vereins ehemaliger Heimkinder, Monika Tschapek-Güntner. Foto: ddp

In seinem Abschlussbericht plädiert der Runde Tisch außerdem für ein Netz von regionalen Anlaufstellen. Betroffene könnten hier ihre Lage schildern und Hilfe bekommen. Vollmer sagte, das Leid aller Opfer werde anerkannt. In den Kinderheimen sei vielfach Unrecht geschehen und es habe klare „Regel- und Rechtsverstöße“ gegeben.

Opfervertreter räumten ein, ihre Forderungen seien nicht vollständig erfüllt worden. Die Betroffenen hatten eine monatliche Zahlung von 300 Euro für ehemalige Heimkinder gefordert oder wahlweise eine Einmalzahlung von 54.000 Euro. „Wir haben nicht alles, aber wir haben viel erreicht“, sagte einer der Betroffenen, der sich am Runden Tisch beteiligt hatte, Hans-Siegfried Wiegand. Er mahnte, der Fonds dürfe nicht gedeckelt werden. Alle Antragsteller müssten Hilfen bekommen. Wiegand rief deshalb zu allgemeinen Spenden für den Finanztopf auf.

„Billige Abspeisung“

Der Verein ehemaliger Heimkinder hat zuvor eine Klage gegen die Ergebnisse des Runden Tisches Heimerziehung angekündigt. Die Vereinsvorsitzende Monika Tschapek-Güntner sagte am Montag im Deutschlandradio Kultur, die vom Runden Tisch empfohlene Bundesstiftung mit einem Umfang von 120 Millionen Euro sei eine „billige Abspeisung“ und „Demütigung“ der Betroffenen. Der Verein werde das Ergebnis „nicht anerkennen“, sagte sie. „Wir gehen den Klageweg.“ Der Runde Tisch Heimerziehung legt am Montag seinen Abschlussbericht vor. Nach der letzten Sitzung des Gremiums am Freitag war bekanntgeworden, dass der Bericht die Gründung einer Stiftung vorsieht.

Bei geschätzten 30.000 Anspruchsberechtigten bekomme der Einzelne von der geplanten Stiftung 2000 bis 3000 Euro, sagte Tschapek-Güntner. Es könne nicht sein, dass Menschen, die als Kind Misshandlungen, Folter und sexuellen Missbrauch erlebt hätten, derart abgefertigt würden. „Eigentlich müssten alle, die am Runden Tisch sitzen, sich dafür schämen“, sagte sie. Tschapek-Güntner forderte erneut eine Einmalzahlung für die Betroffenen von 50.000 Euro oder eine zusätzliche monatliche Rente in Höhe von 300 Euro. „Genau das werden wir (...) versuchen, weiterhin durchzusetzen“, sagte sie.

Schicksal von 800.000 Heimkindern aufgearbeitet

Der Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Hans Ulrich Anke, weist unterdessen die Kritik der Betroffenen zurück. Er könne nicht verstehen, warum der Verein ehemaliger Heimkinder die Einigung nicht akzeptieren könne, sagte das Mitglied des Gremiums am Montag im Deutschlandfunk. Juristischen Schritten gegen die Übereinkunft, die am Montag in Berlin vorgestellt werden sollte, räumte er auch mit Blick auf Verjährungsfristen keine Aussicht auf Erfolg ein.

Der Runde Tisch Heimerziehung hatte unter der Leitung der Grünen-Politikerin Antje Vollmer seit Februar 2009 das Schicksal der rund 700.000 bis 800.000 Heimkinder in Deutschland aufgearbeitet. Mit dem geplanten Stiftungsfonds sollen Heimkinder entschädigt werden, die von 1949 bis 1975 Opfer körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt wurden. (afp/dapd)

DerWesten

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Kommentare
16.01.2011
07:46
Millionen-Hilfsfonds für ehemalige Heimkinder
von Martin Mitchell | #12

Ehemalige Heimkinder wieder betrogen und verhöhnt.

Ein „Betroffener” aus dem Auslande – aus Australien – gibt überall im Internet fleißig bekannt:

EHEMALIGE HEIMKINDER. Zweierlei Abstimmungen. Bitte beteiligt Euch an beiden !

Für alle Einzelheiten betreffend diesen ABSTIMMUNGEN, siehe

»Zweierlei Heimkinder-Abstimmung über den Abschlussbericht RUNDER TISCH HEIMERZIEHUNG und die darin enthaltenen Empfehlungen der ALMOSEN für die Opfer.« @ http://heimkinderopfer2.blogspot.com/2011/01/zweierlei-heimkinder-abstimmung-uber.html

13.12.2010
14:55
Millionen-Hilfsfonds für ehemalige Heimkinder
von Heimopfer | #11

Heimerziehung ist und bleibt ein Verbrechen. Jeder der daran teilnimmt muss mit Verfolgung rechnen. Alle Heime sofort schließen damit die Verbrechen gegen Kinder aufhören. Denn dass ist das Ergebnis dieses Runden Tisches.

13.12.2010
14:52
Blockierter Kommentar.
von Heimopfer | #10

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13.12.2010
14:26
Blockierter Kommentar.
von DietmarKalaschnikow | #9

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13.12.2010
14:02
Millionen-Hilfsfonds für ehemalige Heimkinder
von Heimzögling | #8

Das war alles eine Alibiveranstaltung. Von den 800.000 ehemaligen Heimkindern werden sich laut RTH 30.000 Menschen melden die Unrecht erfahren haben wollen. 770.000 Heimzöglinge werden sich nicht melden! Warum? Sind die etwas all schon verstorben?
Ich prophezeie, dass sich nicht mal 10.000 Menschen melden werden um entschädigt zu werden. Der Grund ist klar, die sind alle im Knast, Psychiatrie oder im Altenheim gefangen, der Rest ist elendig verreckt. Diese Menschen konnten sich damals als Kind nicht wehren und können es heute auch nicht. Zwei Jahre ins Land verstreichen lassen, mit diesem miesen Ergebnis. Wo sind die ganzen Heimkinder? Keiner will das Untersuchen, Warum wohl? Da ist die Kirche richtig billig davongekommen. Aber die überlebenden werden weiterkämpfen und die Verantwortlichen des Völkermordes belangen. Vollmer ist eine Pädagogin mit religiösem Hintergrund. Was soll da anders rauskommen, als diese traurige Lösung. Täterorganisationen werden geschützt, die auch heute noch ihr kriminelles Handwerk weiterführen.

13.12.2010
13:49
Ehemalige Heimkinder drohen mit Klage
von Heimopfer | #7

Die ehemaligen Heimkinder werden für ihre Leid nicht entschädigt. Das ist das Ergebnis der Runden Tisches Heimerziehung nach zwei Jahren. Es soll ein Fond gegründet werden bei dem sich die Opfer der Heimerziehung melden können um bei den Täterorganisationen eine Therapie machen zu können. Also verdienen die wieder Geld mit dem Leid der Menschen. Das ist ein Skanal.
Doch viele Heimkinder wollen nicht wieder durch diese Verbrecher gequält werden. Sie wollten einen ruhigen Lebensabend verbringen. Das ist nun nicht möglich.
Für das Verbrechen an Säuglingen und Kindern in Heimen der 50ziger Jahre wird niemand in Haftung genommen. Daher berufen wir uns auf den §20 des Grundgesetzes.
(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
Nach Meinung einiger Staatsrechtler haben die Widerständler auch das Recht, Anschläge und Morde (z. B. Tyrannenmord) zu begehen, um die grundgesetzliche Ordnung wiederherzustellen.

13.12.2010
11:34
Ehemalige Heimkinder drohen mit Klage
von Herby52 | #6

Mann will eine zusätzliche Rente in Höhe von 300 € monatl ? Und wer zahlt diese?
Logisch jeder von uns.
Schönen Dank auch.
Bei allem Verständbnis für die Opfer, aber warum soll ich in Sippenhaft genommen werden.

13.12.2010
10:33
Ehemalige Heimkinder drohen mit Klage
von kragenechse | #5

#4 von parts

Na und? Was hat das mit dem Artikel zu tun?
Ganz klar Thema verfehlt, würd ich sagen!

13.12.2010
10:09
Ehemalige Heimkinder drohen mit Klage
von parts | #4

Nach dem Krieg waren viele Kinder froh ein Dach über den Kopf zu haben und ein warmes Essen jeden Tag, was zu dieser Zeit bis 1955 für viele Kinder nicht erreichbar war.Ich habe in den Ferien immer bei der Ernte geholfen,wir waren aus Essen nach Schönebeck/Elbe evakuiert worden,mein Vater war noch in der Gefangenschaft. Ein teil des Geldes was der Bauer mir gab musste ich zu Hause abgeben,soll ich jetzt noch meine Mutter verklagen.Und hinter den Ohren gab es auch manchmal welche ,aber wir waren als Kinder hart im nehmen.

13.12.2010
09:51
Ehemalige Heimkinder drohen mit Klage
von Peter Buda | #3

Die Grünen wie wir sie halt kennen....

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