Merkel setzt Euro-Wirtschaftsregierung durch
04.02.2011 | 15:41 Uhr 2011-02-04T15:41:00+0100Brüssel.Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gepunktet: Der EU-Gipfel stimmte trotz Bedenken einer Euro-Wirtschaftsregierung zu. Künftig sollen Steuer- und Rentenpolitik unter den Mitgliedern besser abgestimmt werden.
Die Euro-Länder haben sich darauf geeinigt, ihre Wirtschaftspolitik in einem Pakt für Wettbewerbsfähigkeit künftig enger abzustimmen. Zwischen den Ländern mit der Gemeinschaftswährung bestehe "Einigkeit, dass es einen solchen Pakt gibt", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag nach dem EU-Gipfel in Brüssel. "Wir werden weitere Schritte unternehmen, um eine neue Qualität der Koordinierung unserer Wirtschaftspolitiken zu bekommen." Merkel hatte einen solchen Pakt am Freitag gemeinsam mit Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy den anderen Euro-Staaten vorgeschlagen.
Über den Vorschlag sei auf dem Gipfel "sehr lange" gesprochen worden, "weil das ein qualitativ neuer Schritt" in der wirtschaftspolitischen Abstimmung sei, sagte Merkel. Die Bundeskanzlerin hob hervor, dass auch EU-Staaten, die nicht zu der Euro-Zone gehören, sich dem Pakt anschließen können. Einzelheiten der Vereinbarung sollen auf einem Treffen der Euro-Länder im März besprochen werden.
Härtere Schulden-Regeln
Dem deutsch-französischen Vorstoß zufolge sollen zumindest die Euro-Staaten strengere Verpflichtungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit eingehen, als sie bislang für alle EU-Staaten gelten. Vorgeschlagen werden etwa eine Schuldenbremse wie in Deutschland sowie gemeinsame Maßstäbe bei Unternehmenssteuern, den Ausgaben für Innovation und dem Rentenalter. Geplant ist auch ein Paket mit Sofortmaßnahmen, die innerhalb eines Jahres umgesetzt werden sollen.
Der Vizechef der konservativen Mehrheitsfraktion im EU-Parlament, Manfred Weber (CSU), warnte in der „Welt“ mit Blick auf eine gemeinsame Wirtschaftsregierung in der EU davor, die EU-Kommission und das Europäische Parlament von wichtigen Entscheidungen auszuschließen. „Bei so weit reichenden Entscheidungen, die das Leben vieler Bürger betreffen, ist eine ausreichende demokratische Kontrolle unbedingt notwendig“, sagte Weber.
Zuspruch erntete Merkels Vorschlag beim Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Es gehe es um eine Strukturangleichung von Rahmenbedingungen, die für eine gemeinsame europäische Perspektive unerlässlich sei, sagte IW-Chef Michael Hüther der „Saarbrücker Zeitung“. Alle Länder wüssten, dass sie gegenüber den Märkten glaubwürdig sein müssten. Da dies „institutionelle Regelungen“ voraussetze, habe Merkels Vorhaben gute Chancen auf eine Verwirklichung.
Aufstockung des Euro Rettungsschirmes im Gespräch
Der EU-Gipfel in Brüssel wollte ebenfalls eine Stärkung des Euro-Rettungsschirmes auf den Weg bringen. Im Entwurf für die Abschlusserklärung heißt es, die Eurogruppe solle auf dem Gipfel im März konkrete Vorschläge dazu vorlegen. Diese sollten sicherstellen, wie der EFSF genannte Fonds „die notwendige Flexibilität und finanzielle Ausstattung“ für die Rettung von Wackelkandidaten erhalten könne.
Über die Aufstockung des Fonds ist in Berlin heftig gestritten worden. Er verfügt derzeit effektiv nur über rund 250 Milliarden Euro, zugesagt waren aber 440 Milliarden Euro. Wie diese Summe erreicht werden kann, ist noch nicht beschlossen. Ein Vorschlag sieht vor, dass die sechs Staaten mit besten Bonitätsnoten ihre Garantiesumme erhöhen. Für Deutschland könnte dies eine Verdoppelung der Hilfe von derzeit rund 120 Milliarden Euro bedeuten. Die Staaten mit keiner optimalen Kreditwürdigkeit müssten in dem Fall Barmittel für den Fonds bereitstellen.
Der Stärkung des Rettungsfonds will Berlin nur als Teil eines Gesamtpaketes zur Stabilisierung der Währungsunion zustimmen. Dazu gehört auch ein Wettbewerbspakt der 17 Euro-Staaten. Auf Drängen Deutschlands und Frankreichs sollen sich die Mitglieder der Eurozone dafür zu Reformen bei Renten, Steuern und in der Lohnpolitik verpflichten.
Deutschland drängt auf Förderung der auch in NRW vorkommenden Erdgasreserven
In Brüssel ging es auch um ein gemeinsames Energiekonzept bis 2020. Die Staats- und Regierungschefs beschlossen den Ausbau europäischer Strom- und Gasnetze. Damit kommen auf Unternehmen Milliardeninvestitionen zu, die sich wohl in höheren Energiepreisen für Verbraucher niederschlagen. Europa will unabhängiger von Öl und Gas aus Russland werden.
In diesem Zusammenhang hat Merkel im Vorfeld überraschend die Ausbeutung bisher schwer erreichbarer Erdgas-Reserven thematisiert. Auf Initiative von Polen und auf Druck Deutschlands soll in der Abschlusserklärung des Gipfels die Bedeutung der Lagerstätten erwähnt werden. Um die Energieversorgung Europas zu sichern, solle auch die nachhaltige Förderung des sogenannten unkonventionellen Erdgases bewertet werden, heißt es im Entwurf, der der WAZ vorliegt.
In NRW tobt seit Wochen eine Debatte über geplante Gas-Probebohrungen. „Es scheint ganz so, als haben die Konzerne ExxonMobil, Wintershall & Co. Druck gemacht“, sagte Oliver Krischer, Energieexperte der Grünen im Bundestag, dieser Zeitung. Er kritisiert, in der Gipfelerklärung fehlten Regeln für die Einhaltung von Umweltstandards völlig.(DerWesten, mit dapd/afp)
14:49
der Titel allein sagt schon Bände: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gepunktet: Der EU-Gipfel stimmte trotz Bedenken einer Euro-Wirtschaftsregierung zu. Künftig sollen Steuer- und Rentenpolitik unter den Mitgliedern besser abgestimmt werden. Das, was die unverantwortlich kinderlose Deutsche sich vorstellt, kann nicht klappen! Die anderen Europäer machen noch Kinder, und verbinden sich nicht mit einem Land wie die DDR, das nichts, aber gar nichts mitbrachte, aber keinen Lebensstandard akzeptiert, wie die Polen, Tscheken usw., alle diese ehemalige Ostblockbewohner, hinnehmen müssen!
Auch wollen die anderen EU-Westländer nicht für das Risiko der Deutschen (Banken und Exporteure) den Kopf und das Portemonnaie hinhalten! Die Deutsche sollen besser aufpassen, wohin sie exportieren!
17:42
Über diesen Artikel kann man nur den Kopf schütteln,...... aber alle Achtung, eine Hofberichterstattung erster Klasse !
12:31
Wie kann man so einen Blödsinn schreiben? Noch hat Merkel gar nichts durchgesetzt. Das kann sie nämlich nicht. Mal sehen, wer dem Vorschlag wirklich folgen wird. Viele EU-Länder sind es leid, von Deutschland bevormundet zu werden, Deutschland muss auch mal den anderen Ländern folgen. Die deutsche Sicht ist nicht immer die beste. Basta! Und das Kunstwerk EU will die große Mehrheit der Bürger überhaupt nicht. Also kann es niemals gutgehen.
09:12
Diktatur der Regierungen über die Völker
09:10
Richtig ist, dass ohne eine gemeinsame Wirtschaftspolitik der Euro nicht überleben wird. Das kann aber nur bedeuten: eine europäische Union mit gemeinsamen Parlament und gemeinsamer Regierung. Ansionsten handelt es sich um eine Dikatur.
08:36
Das kommt 10 Jahre zu spät!
Und dazu habe ich im Radio gehört das Renten und Krankenversicherung vereinheitlicht werden soll...das wird wohl im Klartext bedeuten...Rente mit 70...und Renten und Krankenversicherung wird privatisiert....
Am merkwürdigsten finde ich den Satz mit der Bürgerbeteiligung...wollen die uns etwa jetzt über das gescheiterte Konzept abstimmen lasse4n...bestimmt nicht die wollen nur mehr Sand in die Augen Streuen!
07:26
Ich wundere mich nicht,dass es kaum noch gutes,politisches Kabarett gibt.Gegen diese Gestalten kommt selbst ein Genie wie der Pispers fast nicht mehr an.
07:21
So,so, alle Länder wüssten, dass sie gegenüber den Märkten glaubwürdig sein müssten.Die Bürger können ruhig weiter belogen und betrogen werden.
So,so,die Staaten mit keiner optimalen Kreditwürdigkeit müssten in dem Fall Barmittel bereitstellen.Das ist gut.Das sollten sich alle verschuldeten Haushalte mal merken,wenns keinen Kredi mehr gibt,einfach mal bar bezahlen.Da kommt ja nicht mal der Zwegat drauf.
07:04
Endlich mal ein Foto,auf dem der Andere blöd aussieht.
00:56
Eine sehr merkwürdige Kehrtwende von Frau Merkel, vorher war sie strikt gegen Sarkozys Idee, fehlt nur noch, daß ihr jetzt die Urheberschaft zugeschrieben wird. Bestimmen jetzt andere Länder darüber, was und wieviel in Deutschland produziert, verdient und exportiert wird, es wären ostblockähnliche Zustände ...