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Maybrit Illner fürchtet Talk-Konkurrenz aus der ARD nicht

09.11.2011 | 13:16 Uhr

Berlin (dapd). ZDF-Moderatorin Maybrit Illner sieht der wachsenden Zahl politischer Talkrunden im Fernsehen gelassen entgegen. "Dass es jetzt in der ARD fünf Talks gibt, hat für unsere Sendung keine spürbaren Veränderungen gebracht, was die Themen und die Quote angeht", sagte die Fernsehjournalistin in Berlin. Nach Angaben des ZDF sehen durchschnittlich etwa 2,5 Millionen Zuschauer Illners Talkrunde. "Wir waren früher die Zweiten nach Anne Will und sind heute die Zweiten nach Günther Jauch", sagte Illner.

Die 46-Jährige moderiert die mittlerweile nach ihr benannte Talkshow seit zwölf Jahren. Ob der Trend zum Talk im Fernsehen von Dauer sein wird, ist Illner zufolge schwer abzusehen. Ob es irgendwann zu einer "Kanibalisierung" des Formats als solches komme, werde man sehen müssen, sagte sie. Bei ihrer eigenen Sendung, die am 17. November zum 500. Mal gezeigt wird, denkt die Moderatorin offenbar noch lange nicht ans Aufhören. "Mit meinen Kollegen gehe ich anschließend in die Bar 'Tausend'. Noch Fragen?", sagte sie auf die Frage nach ihren Zukunftsplänen.

Dass sie den einzigen Polittalk im ZDF mache, erleichtere die eigene Arbeit jedenfalls sehr. "Ich bin froh, dass wir uns nur mit uns selbst koordinieren müssen." Man befinde sich in jeder Hinsicht auf "einer Insel der Freiheit", fügte sie hinzu. Die Suche nach geeigneten und verfügbaren Gesprächspartnern ist Illner zufolge gleichwohl sehr aufwendig. "Manchmal telefonieren wir uns ab Freitagmittag den Wolf, um Gäste für die nächste Sendung zu bekommen. Aber das war vor vier Jahren nicht anders", sagte die Moderatorin.

Die Einschaltquoten von durchschnittlich etwa 2,5 Millionen Zuschauern in diesem Jahr erklärt sich die Moderatorin auch mit der aktuellen Krisenlage. "Es gibt eine echte Verunsicherung in diesem Land. Das spürt man, die Leute schauen auch deshalb diese Sendung." Dies sei umso erstaunlicher, als den Zuschauern in Zeiten der Finanzkrise "nahezu ein Fachprogramm" angeboten werde. Dabei verfolgt die Moderatorin in ihrer Sendung nach eigenem Bekunden einen didaktischen Ansatz: "Wir sind kein Ersatz-Parlament. Eine Talkshow löst kein Problem. Aber sie kann ein guter Anfang sein."

Illner begann ihre Fernsehkarriere in der Sportredaktion des DDR-Fernsehens. 1999 übernahm sie die Moderation der ZDF-Talkrunde "Berlin Mitte", die seit 2007 ihren Namen trägt. In den vergangenen zwölf Jahren habe sich ihr Selbstverständnis als Moderatorin gewandelt, sagte Illner. "Meine Fragen sind heute kürzer und ich will nicht mehr die fünfte Spezialistin unter vier Spezialisten sein", räumte sie ein.

dapd

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