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Todesursache

Loveparade-Opfer wurden zu Tode gequetscht

27.07.2010 | 18:24 Uhr
Loveparade-Opfer wurden zu Tode gequetscht
Hannelore Kraft hat Neuigkeiten zur Todesursache der Opfer bekannt gegeben.

Duisburg.Die bis Dienstag verstorbenen 20 Todesopfer des Unglücks während der Duisburger Loveparade sind ausnahmslos an Brustquetschungen gestorben. Hannelore Kraft wies damit frühere Meldungen zurück, wonach die meisten Opfer zu Tode stürzten.

Die bis Dienstag verstorbenen 20 Todesopfer der Loveparade in Duisburg sind alle an Brustquetschungen gestorben. Dies ergab die Obduktion der Getöteten, wie Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Damit liege der Befund nahe, dass die Opfer in der Menschenmenge erdrückt worden seien. Entgegen ersten Annahmen sei bei der Massenpanik am Samstag an einem Zugangstunnel zum Loveparade-Gelände keines der Opfer durch einen Sturz von einem Treppenaufgang ums Leben gekommen.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Die Ministerpräsidentin ging damit deutlich auf Distanz zu den örtlichen Verantwortlichen: „Wenn sie die Videosequenzen gesehen haben, ich zumindest habe dort niemanden stürzen sehen. Das hat mich schon etwas gewundert.“ Offensichtlich sei keiner von der hohen Mauer gestürzt. „Das war ja die erste Aussage, die am Samstag kam.“

Was die Verantwortlichen zur Todesursache sagten

Der Duisburger Sicherheitsdezernent Wolfgang Rabe betonte noch am Sonntag während der Pressekonferenz, dass die Engpässe offenbar durch Besucher ausgelöst wurden, die sich beim Zugang zum Veranstaltungsgelände vordrängeln wollten. Dabei sei eine Gruppe von mehreren Personen im Bereich des Tunnelaufgangs über eine Absperrung geklettert und abgestürzt. Dadurch sei dann wohl eine „Kettenreaktion“ ausgelöst worden.

Oberbürgermeister Adolf Sauerland hatte am Samstag herbe Kritik auf sich gezogen, als er sagte, dass aus seiner Sicht die Ursache für die Tragödie nicht in einem mangelhaften Sicherheitskonzept zu suchen, sondern höchstwahrscheinlich auf „individuelle Schwächen“ zurückzuführen sei.

Teilnehmer seien von ungesicherter Treppe in die Menge gestürzt

Der Panik- und Stauforscher Michael Schreckenberg hatte am Wochenende den Auslöser für die Katastrophe ebenfalls im Verhalten von Teilnehmern gesehen. „Das Unglück ist nicht passiert, weil es zuvor im Tunnel zu eng und die Masse panisch war, sondern weil einige hinter dem Tunnel versucht haben, schneller auf das Gelände zu gelangen“, sagte Schreckenberg. Sie seien auf eine ungesicherte Treppe gestiegen und in die Menge gestürzt. So habe sich „die Masse weiter verdichtet“. Die Katastrophe sei nicht durch Panik entstanden, sondern „als Folge einer physikalischen Zwangsläufigkeit. Eine hochverdichtete Masse gerät in Bewegung“. Auf kritische Nachfragen hin erklärte Schreckenberg: „Es gibt aber immer Menschen, die sich nicht an die Spielregeln halten. Im Sicherheitsplan war nicht vorgesehen, dass Menschen von oben herunterfallen.“

Auch der stellvertretende Polizeipräsident von Duisburg, Detlef von Schmeling, sagte am Sonntag, dass 14 Opfer von einer Metalltreppe an der westlichen Seite des Zugangs gestürzt seien, zwei seien an einer Plakatwand am Aufgang zum Gelände ums Leben gekommen. Die anderen seien im Krankenhaus gestorben.

Mangelhafte Kommunikation der Ordnungskräfte

Auf diesem Foto einer Augenzeugin haben Polizisten eine menschliche Kette gebildet und den Tunnel vor der ersten kleineren Rampe aus Richtung Duisburg-Hochfeld abgesperrt.

Derweil gibt es weitere Versuche den Hergang der Katastrophe zu rekonstruieren. „Tunnel und Rampe als einziger Zu- und Abgang auf das Gelände ist nach der Gesetzeslage überhaupt nicht zulassungsfähig“, stellt Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft fest. Der Ordnungsdienst hätte die Besucherströme leiten müssen. Die Polizei bestätigt diese These durch die Praxis. Am Samstag um 17.32 Uhr gibt es eine Pressemeldung: „Das Veranstaltungsgelände ist zurzeit wegen Überfüllung geschlossen. Die Polizei gibt über Lautsprecher Hinweise an die Teilnehmer und bittet sie, zurück in Richtung Hauptbahnhof zu gehen.“ Am Sonntag will die Polizei davon nichts mehr wissen. Sie erklärt: „Zu keiner Zeit hat die Polizei den Zugang am oberen Ende der Rampe gesperrt.“

Die Kommunikation zwischen den Ordnungskräften einige hundert Meter vor dem Tunnel und denen am Tunnel war mangelhaft. Bei richtiger Absprache hätten die Menschenmassen weit vor dem Nadelöhr gestoppt werden müssen, statt sie zur völlig überfüllten Rampe zu schicken. Loveparade-Chef Rainer Schaller wirft der Polizei vor, „alle Schleusen vor dem westlichen Tunneleingang geöffnet“ zu haben. Bis 14 Uhr waren zehn der 16 Schleusen geschlossen. Polizisten erklären stern.tv, sie hätten um 16.15 Uhr die Meldung erhalten, dass die Schleusen an der Westseite überrannt worden sind. Circa 20 Minuten später eskalierte die Situation, der Auftrag der Einsatzkräfte, als „Wellenbrecher“ zu fungieren, konnte nicht mehr umgesetzt werden. Die Besucher strömen spätestens jetzt mit voller Wucht unkontrolliert durch den Tunnel auf die Rampe. Das Gelände des alten Güterbahnhofs ist für den Ansturm der Massen nicht ausgelegt, die Rampe wird für 20 Menschen zur Todesfalle. (afp/apn/ddp/wp)

 

 

DerWesten

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Kommentare
31.07.2010
14:50
Alle Opfer starben an Brustquetschung
von Kloer, Winfried | #295

Mögen die Veranstalter noch so viele Fehler begangen haben, so ist von den eigentlichen Schuldigen bisher keine Rede. Das sind die Drängler, die die Menge rücksichtslos zusammengeschoben haben, weil sie nicht warten konnten. Von ihnen ging die eigentliche Gewalt aus.
Aber auch diejenigen, die den Einlass passiert hatten, aber keinen Platz für die Nachkommenden machen wollten, haben Schuld.

W. Kloer

30.07.2010
09:12
Alle Opfer von Loveparade-Unglück starben an Brustquetschung
von Leserin32 | #294

kann ja jetzt jeder sagen! Hätte ich trotzdem gerne gelesen..was stand denn inhaltlich darin?

30.07.2010
08:58
Alle Opfer von Loveparade-Unglück starben an Brustquetschung
von Jadid | #293

@215 Leserin32
Der Beitrag von Egon, auf den ich mich gestern bezog, ist von der Redaktion völlig zu Recht ersatzlos gestrichen worden.

29.07.2010
19:03
Alle Opfer starben an Brustquetschung
von Leserin32 | #292

die @214 von Egon hätte ich gerne mal gelesen... :-)

29.07.2010
18:39
Alle Opfer von Loveparade-Unglück starben an Brustquetschung
von Jadid | #291

@214 egon
Würden die von Ihnen Gemeinten Ihrem Vorschlag folgen, wären Sie ebenfalls Verursacher...

So kann es ja wohl nicht gehen!

29.07.2010
18:28
Blockierter Kommentar.
von egon | #290

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

29.07.2010
11:49
Alle Opfer von Loveparade-Unglück starben an Brustquetschung
von stern | #289

Meiner Meinung nach liegt die Schuld sowohl bei den Behörden/Veranstaltern, als auch bei individuellen Personen. Wenn ich von vorhergenden Love Parades weiß, dass über eine Million Menschen kommen, der vorhergesehen Platz in Duisburg aber für maximal 300.000 vorgesehen ist und es insbesondere am Tunnel zu Engpässen kommen werden wird, dann ist das sicher Schuld der Veranstalter/Behörden. Vielleicht hätte man die Situation noch retten können, wenn...so wie es die Polizei laut Berichten ja dann auch noch gemacht hat...Gitter aufgestellt hat um nicht mehr Leute auf einmal reinzulassen...wenn aber dann diese Gitter aufgrund der Ungeduld der Gäste umgerannt werden und noch mehr Leute von hinten reinstürmen...obwohl sich vorne sowieso schon keiner mehr bewegen kann und in der Menge erstickt, dann ist das auch die Schuld der Individuellen, die ein wenig denken hätten müssen was dann passiert! Das kann ja nicht gut gehen wenn von hinten der Druck immer größer wird...und vorne die Leute immer mehr zusammengepresst und zerquetscht werdne...dann noch die heißen temperaturen...wahrscheinlich alkohol! dass da wer wegkippt...logisch! Ich war selbst auch schon mal in so einer situation, irgendwo in einer masse eingequetscht zu sein...man kann sich das als außenstehender vl nicht vorstellen...aber wenn man zart bzw zierlich ist so wie ich...da hat man keine chance und geht unter und fürchtet sich echt nicht zerdrückt zu werden!! also an alle die sich nicht vorstellen können wie es da zu so einer massenpanik kommen konnte...ich verstehe das sehr wohl!

29.07.2010
11:39
Alle Opfer von Loveparade-Unglück starben an Brustquetschung
von stern | #288

Meiner Meinung nach liegt die Schuld sowohl bei den Behörden/Veranstaltern, als auch bei individuellen Personen. Wenn ich von vorhergenden Love Parades weiß, dass über eine Million Menschen kommen, der vorhergesehen Platz in Duisburg aber für maximal 300.000 vorgesehen ist und es insbesondere am Tunnel zu Engpässen kommen werden wird, dann ist das sicher Schuld der Veranstalter/Behörden. Vielleicht hätte man die Situation noch retten können, wenn...so wie es die Polizei laut Berichten ja dann auch noch gemacht hat...Gitter aufgestellt hat um nicht mehr Leute auf einmal reinzulassen...wenn aber dann diese Gitter aufgrund der Ungeduld der Gäste umgerannt werden und noch mehr Leute von hinten reinstürmen...obwohl sich vorne sowieso schon keiner mehr bewegen kann und in der Menge erstickt, dann ist das auch die Schuld der Individuellen, die ein wenig denken hätten müssen was dann passiert! Das kann ja nicht gut gehen wenn von hinten der Druck immer größer wird...und vorne die Leute immer mehr zusammengepresst und zerquetscht werdne...dann noch die heißen temperaturen...wahrscheinlich alkohol! dass da wer wegkippt...logisch! Ich war selbst auch schon mal in so einer situation, irgendwo in einer masse eingequetscht zu sein...man kann sich das als außenstehender vl nicht vorstellen...aber wenn man zart bzw zierlich ist so wie ich...da hat man keine chance und geht unter und fürchtet sich echt nicht zerdrückt zu werden!! also an alle die sich nicht vorstellen können wie es da zu so einer massenpanik kommen konnte...ich verstehe das sehr wohl!

29.07.2010
09:13
Alle Opfer starben an Brustquetschung
von REVENGE | #287

MC FIT - BOYKOTTIEREN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
JEDER MITGLIEDSBEITRAG IST BLUTGELD!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

28.07.2010
23:46
Alle Opfer von Loveparade-Unglück starben an Brustquetschung
von nurgutnixboes | #286

Die Duisburger Staatsanawaltschaft hat erklärt, sie werde die Ermittlungen ohne Ansehen der jeweiligen Personen führen. Das ist nichts anderes als die Schilderung einer puren Selbstverständlichkeit...
...und macht deshalb äußerst mißtrauisch...!

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