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Lebenslang für Ehrenmord an Tochter und Schwiegersohn gefordert

10.05.2012 | 16:18 Uhr
Foto: /dapd/Sascha Schuermann

Für den "Ehrenmord" an seiner Tochter und deren Ehemann soll Mehmood A. lange ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft forderte am Donnerstag vor dem Landgericht Oldenburg eine lebenslange Haftstrafe für den aus Pakistan stammenden Mann. Zudem wurde beantragt, die besondere Schwere der Schuld festzustellen.

Oldenburg (dapd). Für den "Ehrenmord" an seiner Tochter und deren Ehemann soll Mehmood A. lange ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft forderte am Donnerstag vor dem Landgericht Oldenburg eine lebenslange Haftstrafe für den aus Pakistan stammenden Mann. Zudem wurde beantragt, die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Der 58-jährige Angeklagte habe im Oktober 2003 seine Tochter und deren Ehemann in Goldenstedt (Landkreis Vechta) heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen erstochen, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer.

Der Pakistani habe das Paar getötet, weil er bei der Hochzeit übergangen und nicht um Erlaubnis gefragt worden war, fügte sie an. Ihre Forderung stützte die Staatsanwältin vor allem auf Zeugenaussagen während des seit Anfang Februar laufenden Prozesses. Demnach soll etwa die Ehefrau des Angeklagten kurz nach der Tat einem Freund der Familie gesagt haben, dass ihr Mann das Paar getötet habe.

Während des Prozesses schwieg der seit 1985 in Deutschland lebende Angeklagte zumeist. Über seinen Verteidiger hatte er erklären lassen, dass sein Schwiegersohn ihn angegriffen habe und die Tötung der Tochter aus Versehen geschehen sei. "Ich kann mich an Einzelheiten nicht mehr erinnern", sagte Mehmood A. am Donnerstag.

Die 20-jährige Tochter und ihr 32-jähriger Ehemann waren erst kurze Zeit und gegen seinen Willen verheiratet, als Mehmood A. sie in das Elternhaus nach Goldenstedt eingeladen hatte. Dies habe er unter dem Vorwand gemacht, sich mit ihnen versöhnen zu wollen, sagte die Staatsanwältin. Am Tattag habe er die Arglosigkeit seines Schwiegersohns ausgenutzt und ihn mit zehn Messerstichen getötet. Anschließend soll er seine Tochter mit einem Stich ins Herz umgebracht haben.

Nach der Tat war der Pakistani in sein Heimatland geflüchtet. Dort saß er seit 2008 in Haft. Im August 2011 wurde er nach Angaben der Staatsanwaltschaft als erster Tatverdächtiger in der Justizgeschichte von Pakistan nach Deutschland ausgeliefert. Der Gefängnisaufenthalt in Pakistan soll ihm wegen der schlechten Haftbedingungen mit einer Strafmilderung von neun Jahren angerechnet werden, beantragte die Staatsanwaltschaft.

Der Prozess wird am Freitag (11. Mai) mit dem Plädoyer der Verteidigung fortgesetzt. Anschließend soll nach Gerichtsangaben das Urteil verkündet werden.

dapd

dapd

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Kommentare
29.05.2012
11:41
Lebenslang für Ehrenmord an Tochter und Schwiegersohn gefordert
von Werner011 | #1

Ob Türken, Pakistani oder islamgläubige Menschen mit anderen Migrationshintergrund. Eines ist klar erkennbar, hier läuft etwas in falschen Bahnen. In Duisburg jubeln und verteidigen Jugendliche mit Migrationshintergrund die Ehrenmorde. Was geht in deren Familien ab? Glaubt diese, ich hoffe, Minderheit über dem Gesetz zu stehen. Hier erkennt man doch woher es kommt. Aus den Familien die den Koran aus dem Blickwinkel des Mittelalters heraus interpretieren und diese Sichtweise an deren Kindern weitergeben. So schürt man Hass und Gewalt. So etwas in dieser Gesellschaft zu integrieren geht nun einmal nicht. Die Politik hat hier Handlungsbedarf. Sie muss diesen Menschen klare Grenzen und Konsequenzen aufzeigen. Auch die Prediger in den Moscheen sehe ich hier in der Verantwortung. Der Glauben soll Brücken bauen und keine Gräben ziehen. Egal woher man kommt, welchem Glauben man angehört, man schuldet dieser Gesellschaft Respekt. Wem es nicht passt, soll gehen.

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