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Kommentar

Lasst sie spielen!

02.04.2009 | 19:36 Uhr

Dortmund. Verbote von Ritterspielen führen zu nichts, man sollte den Leuten ihren Spaß besser lassen.

Das Jugendamt hat Angst. Ritterspiele erlauben – und dann? Dann mögen sich „Tremonias Erben” ausgetobt haben und ihre Aggressionen nicht anderswo rauslassen müssen. Vielleicht tauscht aber auch jemand das Schaumstoffschwert gegen ein echtes und läuft Amok. Also: Ritterspiele abgesagt und – das Gleiche kann passieren. Womöglich aus Frust, weil gespielte Abenteuer ja nicht mehr sein dürfen. Wahrscheinlich passiert rein gar nichts. Bis zum nächsten Winnenden.

Verbote führen nicht in den sicheren Hafen. Bienchen-summ-herum-Spiele auch nicht. Ob Mittelalter oder Pusteblume – Amokläufe wurzeln tiefer. In den Familien, in der Schule, im sozialen Umfeld. Kinderwelten sind Fantasiewelten. Sie sollten es bleiben dürfen, vor allem wenn sie fachpädagogisch begleitet werden, wie in Hombruch.

Und wenn die Ritterspiele gestrichen sind – dann bitte auch keine Piratenschlacht mehr im Kindergarten. Keine Nachtwanderung durch den dunklen Forst. Keine Plastikschwerter an Kirmesständen. Und Pistolen schon gar nicht.

Also: Lasst sie spielen!

Klaus Brandt

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Kommentare
15.02.2010
10:35
Lasst sie spielen!
von Mißlinger Franz | #32

Warum nicht Bundeswehr und Politiker -Entscheidungen verbieten wo Mord und Totschlag von der Regierung dargeboten werden ! Ich glaube eine Darstellung der Geschichte ist besser und regt zum nachdenken an.!

05.06.2009
19:12
Lasst sie spielen!
von alexander heda | #31

etwas spät weil heute erst entdeckt. das ist seit langem das absurdeste was ich im zusammenhang mit mittelalter bzw. larp gelesen habe. ich betreibe seit neun jahren schwert-, axt- und dolchkampf mit schaukampfwaffen,d.h. metallwaffen. wie man eine larp veranstaltung als gewalttätig einstufen kann entzieht sich völlig meinem verständnis. sind jetzt alle ma-darsteller potent. amokläufer? da haben die ämter bundesweit aber eine menge zu tun in nächster zeit. schließlich geht die saison noch ein paar monate.
alexander heda, alias Alaistair MacAlma, Ritter der Burg zu Bornstedt

20.05.2009
14:53
Lasst sie spielen!
von Peter Lenz | #30

1. Die haben keine Ahnung von der Materie, in diesem Sinne ist die Entscheidung falsch.
2. Das Jugendamt tritt die Notbremse weil sie von allen Seiten aus der Öffentlichkeit einen aufs Dach kriegen, wenn etwas passiert.
3. Die Jugendämter sind völlig überlastet, was in der Öffentlichkeit viel zu wenig gesehen wird. Wenn ich etwas zulassen müßte, von dem ich nicht weiß, was da passiert und ich keine Zeit hätte mich mit der Materie zu beschäftigen, würde ich es unter diesen Umständen auch verbieten.

19.05.2009
20:46
Lasst sie spielen!
von mttm | #29

ohhhh man, lass sie Spielen. Den Kindern tut es gut..... siehe Waldritter E.v.!!

Also noch mal: Lasst sie Spielen!

29.04.2009
14:43
Lasst sie spielen!
von Maliwitch | #28

Als meine Jungs vor 5 Jahren mit Larp anfingen, haben wir uns natürlich auch erstmal erzählen lassen, worum es geht. Glücklicherweise war in unserer Schule während der Projektwoche auch eine Larpgruppe vorort.
Ich persönlich war sehr schnell begeistert von Larp und wir haben die Larpgruppe unserer Jungs unterstützt mit Klamotten nähen, Banner gestalten ect.
Mittlerweile spielen mein Mann und ich mit und wir haben viel Spaß dabei, einfach mal in eine andere Rolle zuschlüpfen, durch den Wald zu fegen, abens am Lagerfeuer zu sitzen und fantastische Plots zu erleben.

Was also soll das ganze Theater?? Sowas kann nur von Leuten kommen, die absolut keine Ahnung von der Materie haben!!

23.04.2009
16:01
Lasst sie spielen!
von Retnüg | #27

So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört. Das Jugendamt Dortmund sollte auch das Spiel Mensch-ärgere-Dich-nicht verbieten. Hier werden Spielfiguren mit brachialer Gewalt aus dem Spiel geworfen. Das fördert das gnadenlose Durchsetzen egoistischer Individualinteressen. Die psychischen Folgen von mehrfachem Verlust der Spielfiguren sind unabsehbar. Auch Monoploy kann zu starken seelischen Erschütterungen führen, wenn man auf die Schlossallee mit Hotel kommt.

19.04.2009
19:02
Lasst sie spielen!
von Eckstein | #26

Wes Geistes Kind das Dortmunder Jugendamt ist sieht man hier

http://forum.politik.de/forum/showthread.php?t=199662

Da wird wohl versucht das Versagen in der Vergangenheit mit einer Lackschicht aus blindem Aktionismus zu übertünchen.
Währe mal Zeit für eine Verfassungsklage gegen diesen Verein.
Wie`s geht steht hier
http://www.bverfg.de/organisation/vb_merkblatt.html
Und die Begründung hier.
Grundgesetz Artikel 2 und 8. Und ein Gesetz oder einen Verstoß von Seiten der LARPER wie im Gesetz angegeben kann Ich nicht sehen.

10.04.2009
14:34
Lasst sie spielen!
von JanineG | #25

Hm... Man sollte das Brotessen verbieten. Über 90% aller Amokläufer haben jemals Brot gegessen oder aßen es gar regelmäßig!

Also wirklich... Larpen verbieten. Am Besten auch noch Schach verbieten. Ultrabrutales Spiel...

Ich kann mich meinen ganzen Vorrednern nur voll und Ganz anschließen. Gerade beim Larpen lernt man so furchtbar liebe Leute kennen. Ich larpe seit einem Jahr und ich habe bisher kaum ein anderes Hobby gefunden, wo man mehr liebe und nette Leute kennen lernt. Larper sind (und das kann man so pauschal sagen!) unheimlich nette, hilfsbereite Leute. Sicherheit, Gesundheit und Spaß gehen vor! Zwischen den Lagern wird sich geholfen und selbst das untote Fleisch tanzt abends, wenn es ins Out-Time geht, mit den Lebenden ums Feuer.
Selbst Kämpfe sind oft ein Akt der Freundschaft. Die heftigsten Kämpfe (beziehungsweise die heftig AUSSEHENDSTEN Kämpfe) werden meist von guten Freunden ausgetragen, um eine nette Show abzuliefern und nicht, um sich mal ordentlich die Köpfe einzuschlagen.

Ich denke, dieses Verbot ist absolut falsch. Wirklich absolut. Tiefer kann es kaum noch gehen...

08.04.2009
15:42
Lasst sie spielen!
von Wänä | #24

Hallo,

nicht schlecht, das Jugendamt hat nur etwa 20 Jahre gebraucht, um auf LARP zu reagieren :)
So lange gibt es dies schon in Deutschland. Früher noch mit Besenstilen heute mit Schaumstoffschwerter.
Viel Spaß beim Kontrollieren und Verbieten, bei ca 5000 Larps pro Jahr, Tendenz immer noch steigend.

08.04.2009
08:49
Lasst sie spielen!
von Y. Becker | #23

Hallo,
ich bin 35 Jahre und mache seit 12 Jahren Larp und Pen&Paper. Das meiste, was ich dazu zu sagen hätte, haben bereits meine Vorredner geschrieben. Ich schließe mich dem voll an.
Einen Zusatz habe ich allerdings noch aus meiner jüngsten Erfahrung.
Seit Mai 2008 bereite ich mich auf meine Steuerberaterprüfung 2009 vor und bin jedes Wochenende im Kursus, daher hatte ich keine Zeit für Larp. Im Herbst dann wurde ich - wegen des Stresses und der wenigen sozialen Kontakte, für meine Verhältinisse richtig depressiv. Ich hab oft abends allein in meiner Wohnung gesessen und geweint oder die Wände angestarrt. Ich war kaum an der frischen Luft, was sich durchaus gesundheitlich bemerkbar gemacht hat.
Im Dezember habe ich es dann nicht mehr ausgehalten und mich spontan auf einen Sylvester-Con (für das Jugendamt: Live-Rollenspiel-Veranstaltung zur Jahreswende) angemeldet und dort 5 Supertolle Tage verbracht. Viele neue Leute kennengelernt, mich ausgetobt, gelacht, gezaubert und ja ups sogar gekämpft und was ist passiert?
Seit dem geht es mir viel besser, Depri-Phase ist vorbei, ich kann mich aufs Lernen konzentrieren. Jetzt gönne ich mir hin und wieder einen LARP-TAg oder auch nur Abend um in meinem persönlichen Gleichgewicht zu bleiben!

Larp ist super für die Seele, für das Selbstwertgefühlt, fürs Freunde finden!

Hier lernt man Werte! Das ist Fakt, man lernt was Gut und Böse ist. Wertevermittlung ist die wichtigtste Aufgabe, die wir Erwachsenen unseren Kindern gegenüber haben und genau diese Werte haben unsere Kinder verloren und im Elternhaus, in der Familie, in der Schule, etc. wird es bei den Kindern die den Halt verlieren wohl nicht ausreichend beigebracht.

Ein Larp-Kind wird nicht Amok laufen, den es hat Werte vermittelt bekommen. Es lernt das das Leben kostbar ist, ja da man es verteidigen muss.

Rollenspiele werden schon lange in der Pyschologie benutzt um sich Situationen zu stellen, die man im Alltag vielleicht niemals erlebt, denen man aber gewachsen sein sollte, wenn es doch mal passiert. Genauso ist es hier auch.

Larp bringt Nervenstärke, schärft die Wahrnehmung, gibt Rückhalt, fördert soziale Kontakte.

Her mit Larp, es sollte viel mehr gefördert werden, weil es eigentlich genau den Problemfeldern, die viele Politiker so sehen entgegen steht!

Leider werden die Verantwortichen, diese Zeilen und die Kommentar meiner Vorredner niemals lesen!

Schade, arme fehlgeleitete, in blinden Aktionismus verfallene Welt!

Bye!

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