Landschaftsverband Westfalen-Lippe steigt bei Zollverein aus
17.03.2011 | 14:40 Uhr 2011-03-17T14:40:00+0100
Essen. Das Kulturbündnis im Ruhrgebiet ist nahezu unmittelbar nach dem Ende des Kulturhauptstadtjahres gescheitert. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe will seinen Zuschuss von 150.000 Euro für die Zeche Zollverein streichen.
Direkt nach dem Ende des Kulturhauptstadtjahres kündigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe das Kulturbündnis im Ruhrgebiet auf. In einem Schreiben vom 10. März, dass dieser Zeitung vorliegt, schreibt der LWL, wegen der „angespannten Haushaltslage“ sehe er sich gezwungen, den Kooperationsvertrag mit der Stiftung Zollverein, dem Landschaftsverband Rheinland, dem Regionalverband Ruhr, sowie dem Ruhrmuseum aufzukündigen.
Gleichzeitig gab der LWL bekannt, dass er sich nicht mehr an den Betriebskosten für das Besucherzentrum auf der Zeche Zollverein beteiligen werde. Beide Beschlüsse würden fristgerecht zum 31. Dezember kommenden Jahres umgesetzt. Der Stiftung fehlen dadurch 150.000 Euro im Jahr.
Politisches Signal
Für die Stiftung Zollverein komme die Entscheidung nicht überraschend, sagte ein Sprecher. Allerdings sei noch nicht klar, welche konkreten Auswirkungen der Sparbeschluss des Landschaftsverbandes auf die Arbeit des Besucherzentrums haben wird. Theodor Grütter, Sprecher des Ruhrmuseums, sagte: „Ich finde es schade, dass der LWL aussteigt. Wir hatten hier die Idee, etwas für das gesamte Ruhrgebiet zu machen. Das ist jetzt nicht mehr so.“
Für den Betriebsleiter Industriekultur des Regionalverbandes Ruhr, Thomas Rommelspacher, ist die Entscheidung ein „Fehler“. Bei einer Summe von 150.000 Euro, die ein großer Verband wie der LWL nicht zahlen wolle, gehe es weniger ums Geld, als um ein politisches Signal. „Das ist die Absage an die Kooperation im Bereich der Industriekultur.“
Die einflussreichste Stadt im Landschaftsverband Westfalen-Lippe ist Dortmund. Im LWL wird über die Schließung von Museen im Sauerland diskutiert. Die Zeche Zollverein steht in Essen. Die Stadt gehört zum Landschaftsverband Rheinland, mit Sitz in Köln.
11:17
@2
Weil zB das Ruhr Museum sich thematisch mit dem GESAMTEN Ruhrgebeat beschäftigt!? Es ist ein Museum für die Region!
23:28
„Das ist die Absage an die Kooperation im Bereich der Industriekultur.“
Genau, im letzten Jahr hatte der LWL ja auch viel mehr Werbemöglichkeiten. Jetzt ist Ruhr2010 vorbei und die Kooperation ist nicht mehr von nöten!
19:04
Wenn man einmal einen Blick ins Internet wirft und in der LWL-Kulturabteilung und in den LWL-Museen nachschaut, dann ich jeder nur noch erstaunt und überwätligt, wieviele Leute dort beschäftigt sind. Da ist bald für jeden erdenklichen Bereich irgendwelche hochbezahlten Wissenschaftler eingeteilt. Wird an dieser exorbitanten, ja üppigen Personalausstattung auch gespart? Und zwar richtig eingespart? Woanders werden in Kommunen die Kulturbereiche plattgespart und der LWL feiert Urstände! Oder trifft es beim sparen vor allem die sozialen Dienste des LWL, um den politischen Druck zu erhöhen, damit es so weiter geht, wie bisher: Kultur ahoi und Geld haben wir im Übermaß!
18:24
Hier in NRW ist das Kirchturmdenken immer noch vorhanden.Solange der LWL das heißt Dortmund vom Rurgebiet profitieren konnte haben die alles mitgenommen.Jetzt auf einmal wo die Gelder nicht mehr so großzügig fließen besinnt man sich auf die eigene Umgebung
17:22
Das Freilichtmuseum in Hagen des LWL steht auch zur Disposition. Das ist wohl das Museum in Sauerland, das gemeint ist.
17:09
Das zeigt mal wieder, wie ruhrgebietsfeindlich NRW gegliedert ist. Es macht heutzutage einfach keinen Sinn mehr, einen Ballungsraum mit uralten preußischen Provinzgrenzen zu zerschneiden, obendrein noch die unsäglichen Regierungsbezirke aufrechtzuerhalten.
Drei Regionen Ruhrgebiet (in engeren Grenzen - ohne Hamm, Hagen und etwa die Hälfte der kreisangehörigen), Rheinland, Westfalen, die Landesverbände und Bezirksregierungen ablösen, sind genug! Im Ruhrgebiet kann man die Regionale Ebene als Regierung einer kompakten Ruhrstadt anlegen, die dann mehr Kompetenzen an Stadtbezirke (größer als heute) übertragen kann.
Und solche Themen können dann auch nicht mehr an Grenzen scheitern, die keiner mehr braucht!
16:55
Wieso soll denn der LWL für etwas zahlen, das in einer Stadt liegt, die zum LVR gehört? Das zum einen. Zum anderen könnte man solche Possen verhindern, indem man endlich das Ruhrgebiet zu einem eigenständigen Regierungsbezirk mit eigenem LV machen würde.
15:05
die Kulturhauptstadtgeschichte wird immer mehr zur Lachpille