Lafontaine attackiert Bartsch erstmals öffentlich
12.02.2010 | 17:28 Uhr 2010-02-12T17:28:00+0100
Berlin.Bisher hat Oskar Lafontaine andere gegen Linken-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch schießen lassen. Jetzt attackiert er ihn erstmals selbst in aller Öffentlichkeit. Die Vorwürfe wiegen schwer: Unter anderem soll Bartsch Internas ausgeplaudert haben.
Der scheidende Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine rechnet nun öffentlich mit Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch ab. In der linken Tageszeitung „Neues Deutschland“ warf Lafontaine Bartsch vor, „Interna aus der engsten Führung“ ausgeplaudert und einen Zusammenhang seines Verzichts auf den Fraktionsvorsitz mit seiner Krebserkrankung bestritten zu haben.
Außerdem habe Bartsch der Landespartei in Nordrhein-Westfalen fehlenden Pragmatismus vorgeworfen und sich gegen deren mögliche Regierungsbeteiligung nach der Landtagswahl im Mai ausgesprochen. Bislang hatte Lafontaine im Fall des scheidenden Bundesgeschäftsführers lediglich auf Fraktionschef Gregor Gysi und seinen Stellvertreter Klaus Ernst verwiesen, die „das Nötige dazu gesagt“ hätten.
„Keine wirklich tief greifenden Konflikte“
Hinter den Personalquerelen der Linkspartei sieht Lafontaine einen Ost-West-Konflikt, Flügelkämpfe und unterschiedliche Vorstellungen für Regierungsoptionen: „Es ist von allem etwas“, dennoch gebe es „keine wirklich tief greifenden Konflikte in der Partei über unsere politischen Inhalte und die einzuschlagende Strategie“.
Der Zustand der Partei sei „sicher nicht der bestmögliche“. Sachdebatten könnten „plural und demokratisch öffentlich“ geführt werden, jedoch sollte „Kritik an der Partei und einzelnen Personen in den dafür zuständigen Gremien geübt werden“, sagte Lafontaine. (ddp)
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