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Lack und Leder

21.04.2008 | 17:12 Uhr Zur Zoomansicht  
Extravagante Outfits auf der "Gothika", der ersten Modemesse für Darkware im Pulp in Duisburg. Bild Jochen Unverhau
Extravagante Outfits auf der "Gothika", der ersten Modemesse für Darkware im Pulp in Duisburg. Bild Jochen Unverhau

Schwarz, schwarz, schwarz sind alle meine Kleider. Exzentrische Outfits auf der „Gothika“, der ersten Modemesse für Darkwear.

Duisburg. Die Sonne scheint, es ist der erste Frühlingstag des Jahres. Doch wer auf Darkwear steht, der geht eben ins Dunkle. So wie hunderte Anhänger der Gothik-Szene, die am Sonntag ins Pulp im Duisburger Industriegebiet pilgerten, um dort Lederhalsbänder und Stiefel zu kaufen oder Modenschauen zu sehen.

Der Saal sieht aus wie eine überdimensionale Tropfsteinhöhle. Die Atmosphäre ist schummrig, nur ein hell erleuchteter Laufsteg ist in der Mitte des Raumes aufgebaut. Menschen mit langen schwarzen Mänteln, weiß geschminkten Gesichtern und hochgegelten Haaren haben sich um das Podest versammelt. Doch nicht alle sind schwarz gekleidet.

Unerwartet schrill

Auch unerwartet schrille Farbtöne sind zu sehen: Ein Mädchen trägt pinkfarbene Haare samt gelbem Haarreifen und lila Leggins. Andere haben ihre Mähne rot und blau gefärbt. Sie stehen neben Frauen in mittelalterlichen Reifröcken oder neben orientalisch aussehenden, bauchfreien Schönheiten. „In der Gothik-Szene ist eben jeder willkommen“, sagt ein Besucher. Er ist Berufsschullehrer und möchte ungenannt bleiben. „Hier darf jeder machen, was er will.“

Und genau das machen die Modedesigner auch: „Couture Baronesse“ etwa präsentiert pinkfarbene Korsetts mit kurzen Röcken und Strapsen. Zur Musik von Marilyn Manson zeigen die Models auf dem Laufsteg Kleider aus Spitze und Latex-Korsagen von „Rubidus“. Schwarz-rote Samtkleider à la Dracula und kurze, karierte Faltenröcke werden zur Musik von „Rammstein“ präsentiert, aber eben auch einfache Sweatshirts mit Spinnennetz-Aufdruck.

„Sonst würde mich ja gar keiner mehr einstellen.“

Zwischen den Modenschauen lässt Tänzerin Arzo ihre Hüften kreisen. In einem orientalisch anmutenden Outfit, das durch Piercings aus Knochen und klimpernden Bauchschmuck abgerundet wird, zeigt sie ihre Kombination aus Bauchtanz und Breakdance. Die kleinen Steinchen, die über ihren Augenbrauen glitzern, sind jedoch keine Piercings, sondern aufgeklebt. „Sonst würde mich ja gar keiner mehr einstellen“, sagt sie und lacht. Sie arbeitet als Tanzlehrerin, vorher im öffentlichen Dienst. Doch ihr Ring in der Nase und die vielen Ohrlöcher bleiben. „Für jemandem, der so intolerant ist, dass er wegen meiner Piercings nicht mit mir zusammen arbeiten möchte, würde ich eh nicht lange arbeiten wollen.“

Arzo ist nicht die Einzige, die auf dem Laufsteg des Pulp tanzt. Auch die vier Tänzer von „Industrial“ füllten die Lücken zwischen den Modenschauen. Zum Song „Tanzt kaputt, was euch kaputt macht“ beweisen sie – in schwarzen Hosen mit vielen Schnallen versehen und Minirock samt Strapsen – Ausdauer. Sie bewegen sich mit abgehackten Bewegungen zum Song. Ganz normal. Und im Publikum zückt eine Blondine ein großes Transparent. Darauf steht: „Rusty, we love you.“ Die Blondine quietscht, als Rusty auf dem Laufsteg alles gibt. Ganz normal eben.

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Vera Kämper

Kommentare
15.04.2009
14:33
Lack und Leder
von Gilbert von Luck | #14

Das ist das übliche Bemühen, eine noch recht unabhängige Szene, in der Originalität mehr zählt als Mitmachertum und z.B. Selbstgenähtes einen besseren...
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2008-04-21 17:12
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