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"Manni" ohne Mikrofon

Fernsehen, 16.05.2008, Von Heiko Kruska
WDR 2-Legende Manfred Breuckmann verabschiedet sich zum Jahresende von seinen Hörern.Laut seines Vertrags darf der 56-Jährige ab dem 1. Januar 2009 nicht mehr arbeiten

Manni Breuckmann in seinem Element: mittendrin statt nur dabei im Fußballstadion. Foto: WDR/Sachs (WDR/Herby Sachs)
Manni Breuckmann in seinem Element: mittendrin statt nur dabei im Fußballstadion. Foto: WDR/Sachs

Essen. Aus, aus, das Spiel ist aus: Wenn heute Nachmittag gegen 17.15 Uhr der Abpfiff für die 45. Fußball-Bundesliga-Saison ertönt, dürfte es Manfred Breuckmann, den die Welt nur als "Manni" kennt, schwer ums Herz werden. Das große Finale der nächsten Spielzeit wird er nicht mehr am Mikrofon erleben.

Am 1. Januar 2009 wird den legendären WDR-Sportreporter die passive Phase seines Altersteilzeitvertrages einholen. "Und die strengen Statuten des WDR sorgen genauestens dafür, dass ich die passive Zeit auch passiv erlebe", wie Breuckmann gestern auf WAZ-Anfrage betonte.

Nun gibt es aber Gerüchte, der gebürtige Dattelner soll WDR-intern sporadische Einsätze während der passiven Phase angeboten haben. Dass den 56-Jährigen mit WDR 2-Sportchefin Sabine Töpperwien keine innige Freundschaft verbindet, ist ein offenes Geheimnis. "Nein, danke" soll die Antwort gewesen sein.

Der WAZ gegenüber verwies Breuckmann nur auf seinen Arbeitsvertrag. Zum Jahreswechsel beginne die passive Phase der fünf Jahre dauernden Altersteilzeit: "Das sind zweieinhalb Jahre, in denen ich nicht arbeiten darf." Der Westdeutsche Rundfunk sei nicht gewillt, für ihn eine Ausnahme zu machen: "Aber ich habe auch keine Schritte unternommen oder gezuckt, damit das eventuell geschieht."

Seit 36 Jahren überträgt Breuckmann mit unverkennbar kratziger Stimme und Art Fußballspiele, die trotz anderer Magazine wie "Zwischen Rhein und Weser" seine Leidenschaft sind. In unzähligen Trainerfällen hat er als Journalist über einen Abschied in der Winterpause berichtet. Umso bitterer, sollte man meinen, dass ihm nun Ähnliches widerfährt. "Das ist kein tragischer Schicksalsschlag", wiegelt der Schalke-Sympathisant ab, "ich seh' mich nicht als Opfer."

WDR 2-Wellenchefin Angelica Netz sagte zur WAZ, sie bedauere diesen Verlust sehr, aber "dies sind gesetzliche Vorgaben, an die sich auch der WDR halten muss. Wir und auch die Hörer von WDR 2 werden seine unnachahmliche Art vermissen."

Um den nahenden Abschied will Breuckmann kein Aufhebens machen, fürchtet sogar verfrühte "Nachrufe". Doch so unvermeidlich die sein werden, so sicher wird man auch in Zukunft von Manni Breuckmann hören. Welches Spiel dauert schon 45 Minuten!?

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