Kritik an Merkel wegen Frauenquote
05.02.2011 | 16:52 Uhr 2011-02-05T16:52:00+0100
Berlin. Die Kanzlerin hat die Forderung nach Einführung einer Frauenquote in der Wirtschaft abgelehnt - beendet hat sie Debatte darüber nicht. Nun gerät Merkel selbst in die Kritk, weil sie die „Männerlobby“ verteidige. Familienministerin Schröder wirbt weiter für ihren Plan eines Stufenplans für die Quote.
Auch nach der Absage von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an eine gesetzliche Frauenquote für Spitzenjobs hält die Diskussion über eine solche Maßnahme an: Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast kritisierte die weiterhin herrschende „Männerherrlichkeit“ in Unternehmen. Auch die Gewerkschaften wollen sich mit Merkels Machtwort nicht zufriedengeben.
Künast sagte, der geringe Frauenanteil in den Führungsetagen sei ein „permanenter Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgebot des Grundgesetzes“. Die Politik habe den Auftrag, das abzustellen, deshalb müsse es endlich eine rechtlich bindende Frauenquote für Aufsichtsräte und Vorstände geben. Künast forderte zugleich ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft, das zum Beispiel familienfreundliche Arbeitszeiten festschreibe. Der Kanzlerin warf Künast vor, mit ihrer Absage an eine Quote „gegen die Frauen“ zu regieren statt gegen den Druck der „Wirtschafts- und der Männerlobby“ zu kämpfen.
Debatte durch „Basta“ nicht beendet
Die Frauenquote lasse sich nicht „durch ein Basta der Kanzlerin erledigen“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Margret Mönig-Raane. Frauen seien nicht nur in Aufsichtsräten und Führungsgremien der Wirtschaft benachteiligt, auch ihre Löhne und Gehälter lägen im Durchschnitt mehr als ein Fünftel unter denen von Männern. Eine Regierung, „die das tatenlos hinnimmt, handelt offensichtlich verfassungswidrig“.
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) verfolgt indes weiter einen Stufenplan zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen . Bis 2013 sollten große Unternehmen ohne gesetzliche Verpflichtung den Anteil von Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten verdreifachen, sagte Schröder jetzt. Wenn das nicht funktioniere, komme danach eine „gesetzliche Pflicht zur Selbstverpflichtung“. Eine „staatliche Einheitsquote“ bezeichnete die Ministerin als „verfassungsrechtlich hoch bedenklich“, weil dies in den „Kern wirtschaftlichen Handelns, nämlich in Personalentscheidungen, in Vertragsfreiheit“ eingreife.
Auch bei den Liberalen regt sich Widerstand gegen starre Quoten-Haltung
Der Frauenanteil in Vorständen großer Unternehmen liegt nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung bei 3,2 Prozent, in Aufsichtsräten bei 10,6 Prozent. Schröder hatte sich unterstützt durch das Votum der Kanzlerin mit ihrem Vorschlag einer flexiblen Quote gegen ihre Amtsvorgängerin, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), durchgesetzt. Diese hatte sich für eine einheitliche gesetzliche Quote von 30 Prozent Frauen ausgesprochen. Wie das Magazin „Spiegel“ am Samstag vorab berichtete, übten auch führende CSU-Politiker Druck auf Merkel aus. „In der CSU gibt es für die Quote in Unternehmen keine Mehrheit“, sagte demnach Parteichef Horst Seehofer in einer Telefonschalte der Unionsführung.
In der FDP, die eine starre Quote ebenfalls ablehnt, wurden indes Forderungen nach einer parteiinternen Frauenquote laut. Nach einem Bericht des Magazins „Spiegel“ wollen liberale Frauen auf dem Bundesparteitag im Mai in Rostock einen Antrag einbringen, in dem sie eine 40-Prozent-Quote für FDP-Gremien fordern. „Die Quote abzulehnen ist überhaupt nicht mehr zeitgemäß“, sagte demnach die frühere FDP-Bauministerin Irmgard Schwaetzer. Unterstützt wird der Vorstoß auch von der FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin. (afp)
21:14
@DrDr: ich kenne halt viele Menschen und darunter jede Menge Frauen und da wird mir immer wieder bestätigt, dass die selbst lieber einen männlichen Chef haben. Ist auch nicht weiter wichtig, was ich für Erfahrungen sammle.... Auch Sie reden wieder von feststehenden Fakten, die bekannt sind ja?? Wo sind die denn?? Wo bitte schön gibt es eine Statistik, die in die Tiefe geht?? Es ist doch eine berechtigte Frage, wenn man mal sehen will, wer was gelernt und studiert hat. Fakt ist zudem, dass die Studiengänge in den technischen Berufen wie Elektrotechnik, Maschinenbau etc. zu ca.95% von den Männern gewählt werden. Aus diesen Leuten werden später die gut bezahlten Ingenieure. Niemand hindert die Damen daran, einen solchen Studienweg einzuschlagen, aber sie entscheiden sich dann doch vorrangig für Studium auf Lehramt, Sozialwissenschaften, etc. - da sind einfach mehr Frauen in diesen Studiengängen, die nicht die super bezahlten Jobs nach sich ziehen. Daher fand ich meine Frage nach tiefgehenden Zahlen völlig in Ordnung und daher verstehe ich auch Ihre aggressive Reaktion nicht wirklich. Also, ich würde gene lesen: In Deutschland leben 82 Mio Einwohner, davon .... erwerbstätig, davon ... Männer und ... Frauen.... Männer arbeiten im Schnitt.... Stunden in der Woche und Frauen.. Std...... Bei den Männern haben ..% diesen oder jenen Hochschulabschluß und bei den Frauen ...%. ..... Männliche Arbeitnehmer ohne Hochschulabschluß arbeiten in diesen und jenen Berufen, weibliche in diesen und dortigen....
14:41
Ohne Frauen haben wir einen schweren Gang.
Frauen in der Führung sind der Untergang.
14:12
@16 Vatta: Also, wirklich! Sie fordern Statistiken ein und sprechen von Polemik bei Befürwortern der Quote. Ihre eigene Argumentation strotzt doch nur so von Vorurteilen, verallgemeinerten Einzelbeispielen und Allgemeinplätzen.
Frauen, die immer einene männlichen Vorgesetzten bevorzugen? Woher haben Sie so etwas? Haben Sie eine Umfrage gemacht?
Zickenkrieg im Büro: Also echt, da fällt einem nix mehr zu ein.
Äußern Sie sich doch einfach zu den feststehenden Fakten, die bekannt sind. Die 3,9 % Frauen in Vorständen können Sie weder mit fehlender Ausbildung, Teilzeitarbeit und Familiengedöns wegreden.
12:48
Ich möchte keine Chefin a la Renate Künast oder Claudia Roth oder Manuela Schwesig, brrrrrrrr ....
12:40
Männerlobby gibt es gar nicht, denn Männer im Beruf sind eher Konkurrenten. Hier schon von Männerherrlichkeiten und Kartellen zu reden, ist an Polemik nicht mehr zu überbieten. Wann endlich gibt es mal durchsichtige Zahlen, die die angebliche Bevorzugung der Männer belegen? Außer platter Parolen und Oberflächlicher Schlagzeilen wurde nie weiter nach Tiefgang in diesem Thema gesucht. Wenn Politiker behaupten, dass die Männer wegen angeblicher Lobby bevorzugt werden, outen sie sich als sehr weit vom Arbeitsleben entfernt. Ich will bitte einmal aussagekräftige Zahlen in den Medien sehen, die einfach Fakten auf den Tisch legen: Welche Berufsausbildungen wählen Männer und welche Frauen? Welche Aufstiegschancen haben beide in Ihren Berufsgruppen? Wieviele Frauen arbeiten halbtags? u.s.w. Davon ab, gibt es unzählige Damen, die schlicht und einfach gar nicht groß Karriere machen wollen und ihre Rolle als Halbtagskraft sich so gewünscht haben, weil sie sich Nachmittags um die Kinder kümmern MÖCHTEN. Dies Frauenn fliessen alle mit in diese Statistiken ein was zu einem verwaschenen Ergebnis führt. Unabhängig davon: 93% der Arbeitsunfälle geschehen Männern, Männer arbeiten überall dort, wo es gefährlich wird, wo es weh tut. Wenn diese Gleichmachung der Geschlechter so weitergeht und dann auch noch politisch diktiert wird, liebe Damen, dann bitte in allen Bereichen: Incl. Wehrpflicht ( ich weiß, die ist im Moment ausgesetzt ), incl. Bergbau, Kanalarbeiter, LKW-Fahrer, Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, THW u.s.w. Was bei diesem Thema permanent versucht wird, ist allein auf Führungsebene Frauen mit Hilfe einer Quote und auf Basis von wachsweichen Statistiken in irgendwelche Positionen zu hieven. Wenn schon gleich dann richtig: Mit allen Risiken und allen Nachteilen, die eine lange Karriereleiter so mit sich bringt.
Außerdem gibt es unzählige Frauen, die selber einen Männlichen Vorgesetzten immer bevorzugen würden, weil sie die weibliche Hysterie und der allgegenwärtige Zickenkrieg im Büro nicht mehr ertragen. Arbeiten 20 Männer zusammen haben die Erfolg und ihren Spaß. Arbeiten 20 Frauen in einem Büro herrschen Sodom und Gomorrah. Schade nur, dass Männer andauernd als rücksichtslose Idioten und vollkommene Trottel dargestellt werden.
11:47
1/4 aller Frauen erhalten weniger Gehalt im vergleich zu männlichen Kollegen, die die gleiche Position innehaben. In Deutschland sind 3,2 % der Vorstandsposten mit Frauen besetzt. Wer hier noch von einem freien Markt palavert, der es schon richten wird, ist entweder naiv oder neoliberal verblendet. Die auch im vergleich zu anderen fortgeschrittenen Volkswirtschaften beschämenden Zahlen zeigen überdeutlich, dass wir es im Personalmarkt nicht mit freiem Wettbewerb zu tun haben, sondern mit einem Old-Boys-Kartell. Dieses Männerkartell lässt sich nur über eine gesetzliche Quote zerschlagen. Auch wenn diese Regierung das peinlicherweise nicht hinbekommt; die Frauenquote wird kommen, wie das Amen in der Kirche. 10 Jahre freiwillige Verpflichtung der deutschen Wirtschaft hat zu nichts geführt und auch in den nächsten 3-4 Jahren wird sich trotz aller wohlfeilen Absichtserklärungen nichts tun. Deshalb wird spätestens die nächste Regierung nicht drumherum kommen die diskriminierenden Strukturen des Personalmarktes mit einer Frauenquote zu brechen. Leider hat man dann schon wieder wichtige Jahre verplempert.
10:50
Wieso Kritik, sie hat doch vollkommen Recht... wer möchte schon aufgrund einer Quote weitergekommen sein und nicht durch Leistung und Fähigkeit.
02:12
Frauenquote? Wieso soll es bitte eine Frauenquote geben? Wenn ich mich bei der Stadt bewerbe und die gleiche Qualifikation habe wie eine Frau, dann werde ich automatisch benachteiligt. Eine Frau mit gleicher Qualifikation wird bevorzugt. Ist das überhaupt mit dem Diskriminierungsgesetz im Einklang? Werde ich als Mann nicht mit der Frauenquote benachteiligt? Wer eine Frau nicht einstellt trotz besserer Qualifikation scheint total verblödet zu sein. Ich bezweifel jedoch, daß ein Unternehmen eher einen Mann einstellt, der eine schlechtereQualifikation hat als die Frau. Wer schießt sich schon gerne selber ins Knie?
Wo hört Gleichberechtigung an und wo fängt die Diskriminierung der Männer an?
Wieso mußte ich als Mann in der Schule Weben lernen, aber nicht wie man aus Holz tolle Sachen schnitzt oder es überhaupt bearbeitet?
Gleichberechtigung gibt es schon lange nicht mehr. In der heutigen Zeit sind Männer benachteiligt.
23:15
Offenbar sieht Madame Kanzler Merkel gerade in ihrem persönlichen Fall wie wenig gehaltvoll die politisch-gesellschaftliche Diskussion bezüglich Frauenquote in Führungspositionen tatsächlich ist.
Schließlich ist in ihrem Amt die Frauenquote zu Hundert Prozent quasi übererfüllt.
Nicht nur ich kann keinerlei qualitative Verbesserung feststellen bezüglich der Tatsache ,dass der Kanzlerstuhl derzeit von einem weiblichen Gesäß platt gesessen wird.
Und dies führt denn doch eher zum Kern des Problems.
Für einen Mitarbeiter eines Konzerns ist es doch auch piep egal .ob er seine Entlasssung vom weiblichen oder männlichen Chef ausgesprochen bekommt.
Maßgeblicher als sich um die Frauenquote zu kümmern wäre es doch sich um die durchschnittlich abgelieferte Qualität von diesen Spitzenpositions-Inhabern mal politisch Sorgen zu machen.
Eine Überlegung ,die -zugegebenermaßen - den Werte-Horizont eines üblichen CDU/FDP -Anhängers bei weitem sprengt.
21:45
Schwachsinn! Wir brauchen nicht noch ein Gesetz! Alle fordern, dass die Gesetzesflut eingedämmt wird und was nun? Der Frauenanteil in der Wirtschaft regelt der Markt selbst. Der oder die Beste werden eh genommen. Ich jedenfalls habe es noch nicht erlebt, dass eine Frau aus Leistungsgründen abgelehnt worden ist.