Kranke Lehrer
30.01.2012 | 17:27 Uhr 2012-01-30T17:27:00+0100Überforderung, Stress, ein schwieriges soziales Umfeld – weniger als die Hälfte der Lehrer glaubt, bis zum gesetzlichen Pensionsalter durchhalten zu können. Sicher, es gibt in allen Berufen krank machende Arbeitsbedingungen. Die Anforderungen an Lehrer haben sich aber erheblich verschärft, weil die Schule zum Auffangbecken für die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Probleme geworden ist.
Dass das durchschnittliche Eintrittsalter in die Pension dennoch seit 2001 um fast drei Jahre auf 62 Jahre gestiegen ist, hat handfeste Gründe. Vorzeitig ausscheidende Pädagogen müssen seitdem finanzielle Abschläge hinnehmen – das kann oder will sich mancher Lehrer nicht leisten. Das Modell der Altersteilzeit erlaubt einen flexiblen Übergang für Lehrer ab 60 in den Ruhestand. Hier muss NRW aber bald handeln, weil die alte Regelung 2012 ausläuft.
Auch andere Berufsgruppen, nicht nur im öffentlichen Dienst, erreichen die Regelaltersgrenze nicht. Die „Rente mit 67“ wird die Probleme verschärfen – wenn sich die Arbeitsbedingungen und Alterszeitregelungen nicht an die alternde Gesellschaft anpassen.
22:24
Wer auch nur ein bisschen Einsicht in den ganz normalen Schulalltag eines Lehrers hat, kann nur noch schreiend weglaufen und immer wiederholen: "Finger weg von diesem Beruf!"
Mich wundert nicht, wenn Lehrer/innen nach dem 50. Lebensjahr sich nur noch durch den Schultag quälen und am liebsten alles hinwerfen würden. Irgendwann ist auch der Motivierteste demoralisiert.
Ich bewundere alle, die wirklich bis zum Rentenalter durchhalten.