Konflikt um Turbo-Abi verschärft sich
30.08.2010 | 17:39 Uhr 2010-08-30T17:39:00+0200
Düsseldorf.G8? G9? Oder beides? Der Konflikt um das Turbo-Abitur könnte zum schulpolitischen Streitthema Nummer eins im Herbst werden.
Denn die von Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) angekündigte Wahlfreiheit für Gymnasien, die ihnen auch die Rückkehr zum Abi in neun Jahren erlaubt, sorgt für Widerstände.
Als erstes meldet der Philologenverband Kritik an. Landeschef Peter Silbernagel befürchtet, dass vielen der 630 Gymnasien in NRW ein „Organisationschaos” droht.
Bis zum Anmeldetermin im Frühjahr 2011 sollen die Gymnasien einmalig entscheiden können, ob sie beim achtjährigen Bildungsgang bleiben oder ihre Schüler in Zukunft wieder in neun Jahren zur Reifeprüfung bringen wollen. Für die Eltern bedeute das „Planungssicherheit”, wenn sie ihr Kind zu Jahresbeginn an einem Gymnasium anmelden, so Löhrmann.
Lange Unterrichtstage
Löhrmann setzt um, was SPD und Grüne vor der Wahl gefordert hatten. Landesweit hatten Eltern und Lehrerverbände beklagt, das von CDU-Schulministerin Barbara Sommer eingeführte achtjährige Abitur sei pädagogisch nicht abgesichert gewesen. Vor allem Schüler in der Sekundarstufe I sahen sich plötzlichem Turbo-Stress ausgesetzt, weil vor allem hier die „Stoffverdichtung” stattfand. Viele Schulen waren auf lange Unterrichtstage nicht vorbereitet, konnten Kindern kein Mittagessen anbieten.
„Das war stümperhaft eingestielt”, räumt selbst Silbernagel ein. Alles in allem habe das Turbo-Abi „dem Gymnasium geschadet, nicht nur in NRW”. Dennoch sieht sein Verband wie auch die Landeselternschaft an Gymnasien und die Schulleiter-Vereinigung keinen Sinn darin, die schwarz-gelbe Reform zurückzudrehen. Ein Gymnasium „der zwei Geschwindigkeiten” würde den Schulwechsel erschweren. Zudem bestehe die Gefahr der Spaltung in Schulen „erster und zweiter Ordnung. Löhrmann, so Silbernagel, sei „feige”, weil sie sich auf kein Modell festlegen wolle.
GEW will Wahlfreiheit
Während der Philologenverband das achtjährige Turbo-System lieber in sich verbessern würde, befürwortet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Wahlfreiheit – allerdings verbindlich an allen Gymnasien.
Am Ende von Klasse 10 sollten sich Schüler entscheiden können, ob sie in eine zwei- oder dreijährige Oberstufe bis zum Abi eintreten, sagte Landeschef Andreas Meyer-Lauber. Für die GEW wäre das die Auswahl zwischen „6 plus 2” und „6 plus 3”. In diesem System müssten lernstarke Schüler, die den kürzeren Weg zum Abi einschlagen, speziell unterstützt werden, so Meyer-Lauber, designierter DGB-Chef in NRW. Ob Löhrmann aber das Abitur nach acht und neun Jahren an einer Schule zulassen will, ist noch völlig offen.
14:24
Turbo-Abi ist ein Verbrechen an den Kindern.
Es gibt noch ein Leben nach der Schule.
Als ob das Leben ein Wettrennen wäre.
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10:17
Und plötzlich schreien alle die nach Gleichmacherei am besten auf Bundesebene, die ansonsten den Wettbewerb für das angesagteste Mittel überhaupt halten.
Lasst den Schulen die Wahlfreiheit. Die Eltern stimmen per Anmeldezettel ab und gut ist es. Gemeinschaftsschulen sollten aber zum G9 verpflichtet werden, damit auf dem Land keine Zuzughemmnisse bestehen. Wer genial ist kann da ja immer noch eine Klasse überspringen.
Auch der Einheitsbrei der durch das Zentralabi erzwungen wird führt zur geistigen Verarmung. Statt das sich Schulen profilieren können, überall die gleichen Themen auf STufe des kleinsten gemeinsamen Nenners.
09:40
Wissenschaftliches Experiment- ich fülle eine 1,5 Flasche in eine 1L Flasche um... Resultat- passt nicht.
Kann man sicher passen machen, aber nicht mit langen Schultagen und genau dem gleichen Inhalt. Ein integriertes Konzept war wohl nicht vorhanden.
Schlecht ist das für diejenigen, die Sport, Musik, Hobbies nachgehen wollen, denn das geht nur noch an wenigen Tagen, wenn überhaupt. Verarmte Entwicklung mit Einfluss auf die Gesundheit der Kinder resultiert. Schade.
09:19
Gewöhnt euch mal an die Arbeitswelt.Irgendwie kann ich das auch von den Schülern als Steuerzahler verlangen.
Faulen Blagen
09:16
Wenn ich den (gestern ausgegebenen) Stundenplan meiner Tochter (Gym. 6. Kl.) mit denen meiner beiden anderen Kinder (Stufe 12 und 13) vergleiche, wird mir schlecht. Und meiner Tochter standen die Tränen in den Augen! Und in Stufe 11 wird weiter rumgegammelt (Auslandsaufenthalte usw.)!
23:38
Werden hier die Schulen und Lehrer unterschätzt oder sind sie so schlecht?
Es gibt Lehrpläne und Lehrbücher, aus denen Inhalte gestrichen und komprimiert werden müssen. Wenn ich an meine Schulzeit denke, würde mir sehr schnell eine Lösung einfallen, die Inhalte um ein Jahr zu küren. In vielen Fächern ist das ohne Probleme möglich.
Unsere Schulen und Lehrer sollen das nicht hinbekommen? Das kann ich mir nicht vorstellen. In der ganzen Wirtschaft wird die Leistung ständig erhöht.
An der Uni wurde der Mathestoff innerhalb von ca. 4 Stunden vorgetragen.
20:00
Bildung muß Bundessache werden. Die Kultusminister der Länder machen viel Mist - siehe Rechtschreibreform!
19:27
@2
Richtig wäre es, wenn die gesamte Bildungspolitik in der Bundesrepublik einheitlich ist. Und ebenfalls wichtig, dass sich echte Experten damit beschäftigen und keine Hinterbänkler und Besserwisser. Ist aber leider nicht realistisch. Lieber kocht jeder sein eigenes Süppchen und doktort am Schulsystem herum.