Kölner Feuerwehr hat keinerlei Spur von Vermissten
07.03.2009 | 20:53 Uhr 2009-03-07T20:53:00+0100
Köln. Die Feuerwehr hat noch immer keinerlei Hinweise auf die vermutlich in den Trümmern des Historischen Archivs verschütteten Männer. Auch an der Stelle, an der Spürhunde angeschlagen hatten, blieb die Suche erfolglos. Die Verkehrsbetriebe wollten sich zu Unglücksursachen vorerst nicht äußern.
Die Hoffnung, die beiden vermissten Männer in den Trümmern der eingestürzten Kölner Häuser lebend zu finden, schwindet weiter. Die seit Freitagabend laufende Suchaktion ist bisher erfolglos geblieben. «Wir haben im Moment keinerlei Hinweise, wo Personen sein könnten», sagte der Kölner Feuerwehrdirektor Stephan Neuhoff am Samstagnachmittag. Er hoffe, dass es bis Sonntagabend Gewissheit über das Schicksal der 17 und 24 Jahre alten Bewohner gebe. Die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) lehnten jede Stellungnahme zu möglichen Unglücksursachen ab.
Vier Meter in die Tiefe gegraben
An der Stelle, wo Spürhunde angeschlagen hatten, war vier Meter in die Tiefe gegraben worden. Seither wird «flächig» vorgegangen, wie Neuhoff sagte. Der Feuerwehrchef sprach von einer «außergewöhnlich schwierigen Einsatzstelle». Bisher hätten die 130 Einsatzkräfte vor Ort ein Sechstel der 600 bis 700 Tonnen schweren Trümmer des Historischen Stadtarchivs sowie der angrenzenden zwei Wohnhäuser abgetragen.
Sobald der Bagger eine Schicht weggeräumt habe, würden Rettungs- und Leichenhunde über das Trümmerfeld geschickt. Außerdem komme auch ein Bio-Radar des Technischen Hilfswerks (THW) zum Einsatz, das das Heben und Senken des Brustkorbes registrieren könne. Von einer amerikanischen Spezialfirma angebotene Suchroboter könnten nicht eingesetzt werden, da der Schutt dicht geschichtet liege und es kaum Hohlräume gebe.
Am Freitagabend seien Freunde und Angehörige der Vermissten über die Einsatzstelle geführt und ihnen die Maßnahmen erläutert worden, erklärte Neuhoff.
Schutzdach für die Archivalien
Zum Schutz der verschütteten Archivalien errichteten die Einsatzkräfte inzwischen ein Notdach von 40 Metern Breite. Gleichzeitig versuchten Feuerwehrmänner Archivgut aus den Trümmern zu bergen, die ein weiterer Bagger abtrage.
Der Kölner Oberbürgermeister, Fritz Schramma, zeigte sich zuversichtlich, dass sich eine «große Menge Archivgut gerettet» werden kann. Zugleich befürwortete Schramma die Fertigstellung der U-Bahn. Das grundsätzliche Ja sei vorhanden. Er forderte allerdings eine erneute Prüfung aller Gefahrenstellen.
KVB will Ursachenforschung betreiben
Die KVB sei an lückenloser Aufklärung der Einsturzursache interessiert, erklärte Vorstandssprecher Jürgen Fenske. Zu Presseberichten über mögliche Unglücksursachen wollte er sich unter Verweis auf laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht äußern. «Alle Daten und Fakten werden den Instanzen auf den Tisch gelegt», sagte Fenske.
Allen Anliegern entlang der geplanten U-Bahn-Trasse werde zudem die Möglichkeit einer erneuten Begutachtung ihrer Häuser durch den TÜV Rheinland gewährt. Fenske erinnerte daran, dass der Stadtwerke-Konzern, zu dem die KVB gehört, einen Sonderfonds für direkt Betroffene in Höhe von einer Million Euro aufgelegt hat.
Angeblich schon länger Grundwasser-Probleme
Nach Informationen des «Kölner Stadt-Anzeigers» sollen die KVB und die Baufirmen seit längerem von ernsten Problemen bei der Grundwasser-Ableitung an der Baustelle gewusst haben. In einem Brunnen in der Nähe des Stadtarchivs ließ sich demnach der Wasserspiegel nicht senken. Wie es hieß, könnte das ständige Abpumpen des Grundwassers mit großer Leistung Sand und andere Erdteilchen weggeschwemmt haben. So könnten sich wiederum Hohlräume gebildet und nach und nach vergrößert haben.
Der «Focus» berichtete unter Berufung auf Kölner Justizkreise, Einsturzursache könnte das Wegbrechen der einen Meter dicken Betonwand sein, die das Grundwasser von der Baugrube abhalten sollte. Die zweite Theorie gehe davon aus, dass Wasser durch den unbefestigten Boden eingedrungen wäre. «Vieles spricht in dem Fall für einen hydraulischen Grundbruch», sagte der Prüfingenieur für Baustatik beim Leipziger U-Bahn-Projekt, Harald Baumgarten, dem Blatt zufolge.
Laut «Spiegel» sahen Gutachter des Wülfrather Ingenieurbüros Zorn bereits 2004 «vermeidbare Auflockerungen und Hohlraumbildungen» bei den Tunnel-Arbeiten für den U-Bahn-Bau. Die Staatsanwaltschaft Köln stellte damals ihre Ermittlungen ein. (ap)
22:04
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21:43
ob die Schmiergelder je zurückgezahlt werden?
gibt es ein Schmerzensgeld für die Angehörigen, gezahlt von den Verantwortlichen?
wenn bei einer wirklichen Katastrophe so gearbeitet wird, dann dauert es Jahrzehnte bis man mit dem Handeln überhaupt anfängt und ja ich würde mein Leben aufs Spiel setzen um zu helfen, aber nicht für Papierfetzen!