Klarheit schaffen – von Kai Wiedermann
07.06.2011 | 19:18 Uhr 2011-06-07T19:18:00+0200Das Sozialticket, das sagt schon der Name, ist eine soziale Leistung. Soziale Leistungen im Öffentlichen Personennahverkehr gibt es viele: das Schüler-Ticket, das Studenten-Ticket, das Bären-Ticket für Senioren. Nicht zu vergessen: Jeder „normale“ Fahrschein, der aus dem Automat kommt, kostet dank Steuergeld weniger als er kosten müsste, betriebswirtschaftlich gesehen.
Gegen Subventionen für den Nahverkehr ist nichts einzuwenden. Er ist ein öffentliches Gut. Er hält eine Gesellschaft in Bewegung, die immer mobiler, immer flexibler sein muss. Aber: Subventionen müssen bezahlbar sein in Zeiten der Verschuldung.
Verbilligte Tickets für Hartz-IV-Empfänger oder Geringverdiener wären ein Gewinn. Vor allem im Revier, in diesem Ballungsraum. Sie müssten so gemacht sein, dass sie helfen, Stadtgrenzen zu überwinden.
Ob das geht und zu welchem Preis, ist leider nicht entschieden. Die einen sagen so, die andern so. Sie haben alle ihre Gründe dafür. Das ist keine Grundlage für politische Entscheidungen, das ist Hokuspokus. SPD, CDU und Grüne im VRR müssten Abhilfe schaffen, dann Farbe bekennen. Auf dem Papier sind sie ja alle für das Sozialticket.
08:20
@Tagesschau
Das Sozialticket wurde von den Grünen und der CDU vor den Wahlen in NRW fest versprochen. Doch weil die CDU die Wahl verloren hat ist sie jetzt dagegen.
08:18
@LeserausdemPott
Aber das mit den Steuregeldern, die von Ihnen u. mir gezahlt werden, großvolumige Limousinen als Direktionsfahrzeuge subventioniert werden haben sie nichts einzuwenden. Auch sollen sie nichtr mehr zahlen, wie Sie schreiben, sondern soll das SZ zum Teil aus dem bestehenden Steueraufkommen finanziert werden.
Haben Sie evtl. zu kurz gedacht?
23:24
Wie viel Geld für Vorstände und Aufsichtsräte könnte eingespart werden, wenn es im Ruhrgebiet nur noch einen öffentl. Verkehrsbetrieb gäbe?
Was wäre, wenn die Verbindungen in Nachbarstädte ausgebaut würden und der ÖPNV eine wirkliche Alternative zum Auto würde?
Wie viele Staus könnten dann vermieden werden, die ja den Verkehrsforschern zufolge auch Geld kosten?
Wie attraktiv wäre der ÖPNV, wenn es nur eine Preisstufe für das Ruhrgebiet gäbe?
Wie in Paris: Für 80ct. mit der Metro quer durch die Stadt fahren, die dazu auch noch alle 3min kommt.
Dann wäre das Ruhrgebiet auf dem Weg zur echten Metropole und die Diskussion über das Sozialticket vielleicht nur noch Nebensache?
13:28
Das grundsätzliche Problem sind die überteuerten Ticketpreise und die extremen Preissprünge, nämlich Verdoppelung (!) zwischen den ersten 3 Tarifzonen (A,B,C) - bezogen auf ein Einzelticket.
Also, wenn jemand wen durchfüttert, dann ist es der Gelegenheitsfahrer, der auch noch die Dummheit begeht, in eine Nachbarstadt zu fahren und somit die Tarifzone A verlässt.
12:32
Ein Sozialticket für Arbeitslose und (!) Geringverdiener ist fest versprochen worden!
Wo bleibt endlich die Einhaltung?
#1: Typisch deutscher Neid, weiter nichts und keine Argumente.
Sozialtickets gibt es an vielen Orten schon (Berlin, Leipzig, Köln). Sie gehören dort zum Standard und zum Alltag.
12:13
@#1 von DerLeserAusDemPott , am 08.06.2011 um 08:56
Um das nicht unerhebliche Neidproblem auf H4-Bezieher zu lösen schlage ich vor, Sie kündigen Ihren Job und beantragen H4-Leistungen, dann könne auch Sie auf der Sonnenseite des Lebens stehen.
11:46
Was ist denn mit dem Jobticket - gibt es das nicht mehr??? Oder Schülertickets für alle - auch für Kinder von Millionären?
Klagen Sie doch Herr Leser aus dem Pott! Klagen und verlieren sie. Das Ticket für alle die wenig verdienen muss Standard werden, ob es den politischen Grosskotzen passt oder nicht! Dieses Ticket würde genau so subventioniert wie ALLLE anderen Tickets. Begrenzung auf Tarifzone A! Andernfalls sollte der gesamte ÖPNV endlich ohne Subventionen auskommen.
08:56
ähhmm,
ich möchte auch so ein Ticket nutzen können.
Wie kann es denn sein, dass die hart arbeitende Bevölkerung welche all die Schnorrer durchfüttert nun auch noch mehr für ihr Ticket zur Arbeit zahlen sollen als die Harzies, die sich nen schönen Tag im Park machen wollen.
Ich denke auch, dass eine solche Regelung gegen das Gesetz der Gleichberechtigung verstossen würde. Also besser alle Bemühungen begraben, wird sowieso gegen geklagt. Zu Recht!
Gruß,
ein Leser