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Kirch-Erben und Deutsche Bank einigen sich offenbar auf Vergleich

13.02.2012 | 16:12 Uhr

Mit einer Zahlung von 800 Millionen Euro beendet die Deutsche Bank offenbar den jahrelangen Rechtsstreit um die Insolvenz des Medienimperiums von Leo Kirch. Die Erben des verstorbenen Ex-Milliardärs und die Bank hätten sich auf einen entsprechenden Vergleich geeinigt, berichteten mehrere Medien am Montag übereinstimmend unter Berufung auf Verhandlungskreise.

München/Frankfurt (dapd). Mit einer Zahlung von 800 Millionen Euro beendet die Deutsche Bank offenbar den jahrelangen Rechtsstreit um die Insolvenz des Medienimperiums von Leo Kirch. Die Erben des verstorbenen Ex-Milliardärs und die Bank hätten sich auf einen entsprechenden Vergleich geeinigt, berichteten mehrere Medien am Montag übereinstimmend unter Berufung auf Verhandlungskreise. Die Deutsche Bank und ein Kirch-Sprecher lehnten auf dapd-Anfrage eine Stellungnahme ab. Bei Gericht war am Montagmittag nichts von einem Vergleich bekannt.

Der "Bild"-Zeitung zufolge kam die Einigung auf Vermittlung des Chairmans von Goldsmith Capital Partners, Clemens Vedder, zustande. Das "Manager Magazin" berichtete, die Einigung müsse noch vom Vorstand der Deutschen Bank beschlossen werden. Dies sollte demnach am Montag oder Dienstag passieren. Die Deutsche Bank hat eigenen Angaben zufolge keine finanziellen Rückstellungen für die Kirch-Prozesse gebildet.

Kirch hatte die Deutsche Bank auf Schadenersatz verklagt, weil er dem damaligen Bank-Vorstandschefs Rolf Breuer die Schuld am Zusammenbruchs seines Medienimperiums gab. Breuer hatte am 4. Februar 2002 in einem Interview gesagt, dass der Finanzsektor nach allem, was man "darüber lesen und hören kann", nicht mehr bereit sei, der Kirch-Gruppe "auf unveränderter Basis" noch weitere Mittel zur Verfügung zu stellen.

In Kirchs Wahrnehmung war dies der Auslöser für seine Pleite. Kirch sagte später: "Der Rolf" habe ihn "erschossen". "Das Interview war meine Schlachtung."

Ursprünglich hatte der im vergangenen Jahr verstorbene Unternehmer in mehreren Prozessen mehr als drei Milliarden Euro gefordert. Das Gericht schlug zwischenzeitlich bereits vor, sich mit einer Zahlung von 775 Millionen Euro zu vergleichen. Dies lehnte die Deutsche Bank damals aber ab.

Die Börse zeigte sich am Montag eher unbeeindruckt von dem Vergleich. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Berichte am Vormittag zeigte der Kurs der Aktie der Deutschen Bank keine besonderen Ausschläge. Insgesamt entwickelte sich das Papier bis zum frühen Nachmittag aber etwas besser als der Leitindex DAX.

Kirchs Medienimperium hielt zu seiner Blütezeit unter anderem 40 Prozent am Axel-Springer-Verlag, die Aktienmehrheit an ProSiebenSat.1 sowie Beteiligungen an Constantin Film und der Kinokette Cinedom. Zudem verfügte der Konzern über die Rechte an der Fußball-Bundesliga, an den Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 sowie an der Formel 1. Legendär war zudem die Filmbibliothek mit 63.000 Stunden Programm.

dapd

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