Kein Zwang zum Zweit-Sitz für XXL-Passagiere
15.02.2010 | 17:02 Uhr 2010-02-15T17:02:00+0100
Essen. In den USA sollen dicke Flugpassagiere einen zweiten Sitz buchen. In Deutschland will man dem Beispiel jedoch nicht folgen. Die Lufthansa setzt lediglich auf die Einsicht der schwergewichtigen Fluggäste.
Fliegen ist die schönste Art der Freiheitsberaubung. Man darf sich am Check-In, beim Zoll und beim Boarding in lange Schlangen einreihen. Nur um für die nächsten Stunden einen Bonsai-Sitz mit wenig Bein- und Bewegungsfreiheit zu belegen. Ganz fatal: Wenn der Nachbar über den Wolken einem auf Grund der eigenen Körperfülle bedrohlich nah auf die Pelle rückt.
In Zeiten von Kerosinzuschlag, steigenden Flughafengebühren und restriktiven Gepäck-Gewichts-Kontrollen wird die Stimmung gegen dicke Sitznachbarn schlechter. In Internetforen fordern Blogger neue Regelungen.
Und haben in Amerika Gehör gefunden. Fluggesellschaften wie United Airlines verlangen von „XXL-Reisenden”, dass sie einen zweiten Sitz buchen. Zu fett sind sie, wenn der Sicherheitsgurt selbst mit einem Erweiterungsstück nicht mehr geschlossen oder die Armlehne nicht mehr gesenkt werden kann. Allein im Jahr 2009 waren bei der Airline 700 Beschwerden über einnehmende Sitznachbarn eingegangen. Bei Southwest Airlines nennt man die Auflage schlicht „Fettsteuer”.
„Drastische Maßnahme“
„Zu so drastischen Maßnahmen sehen wir keine Notwendigkeit”, sagt Lufthansa-Sprecher Jan Bärwalde. In Europa gebe es die Problematik mit Übergewichtigen nicht in dem Ausmaß wie in Amerika. Im Land der unbegrenzten Fast-Food-Möglichkeiten gilt inzwischen jeder Dritte als zu dick. Doch auch in Europa nehmen die Leute zu. „Bei Untersuchungen stellen wir einen Anstieg des Gewichts fest”, so Bärwalde.
Bei der Lufthansa setze man auf individuelle Lösungen. „Gäste, die betroffen sind, wissen um die Problematik”, berichtet Bärwalde. Die meisten würden Business buchen oder sich direkt für zwei Sitze in der Economy entscheiden.
Bei ausgebuchten Flügen müssen Dicke am Boden bleiben
Ähnliche Erfahrungen hat auch die holländisch-französische Gesellschaft KLM/ Air France gemacht. „Freiwillig können korpulente Reisende einen um 25 Prozent vergünstigten zweiten Platz buchen”, erklärt Sprecherin Claudia Lange. „Wir zwingen die Passagiere allerdings nicht, es zu tun”. Einzige Ausnahme: Der Flieger sei ausgebucht und der Passagier passe nicht in den Sitz. „Dann muss er am Boden bleiben”, erklärt Lange. Weitere Maßnahmen seien nicht geplant. „Das ist diskriminierend. Wir müssten mit Klagen rechnen”, so Lange.
Diese Überlegung resultiert aus Erfahrung. Air France hatte 2005 einen 170 Kilo schweren Mann nur befördert, nachdem er für den Flug von Delhi nach Paris einen zweiten Sitzplatz für 500 Euro gekauft hatte. In Paris angekommen, verklagte der Mann die Airline und gewann. Die Gesellschaft musste ihm die Ticketkosten und 8000 Euro Schmerzensgeld zahlen.
15:52
Aber Magersüchtige benutzen mit ihren kleinen Hintern doch auch nur 2/3 der Platzes, also könnten sie doch eine Erstattung von 1/3 der Kosten beantragen, oder?
Aber das mit dem Bäcker leuchtet mir ein, obwohl ich dort ja auch ein halbes Brot kaufen kann, also ist der Vergleich doch nicht so korrekt.
14:24
Da Magersüchtige auch EINEN Hintern haben und EINEN Sitzplatz brauchen - müssen sie einen bezahlen.
Wer mehr Platz braucht, z.B. 1,3 oder 1,8 Plätze muss 2 Tickets kaufen.
Ich kann auch beim Bäcker nicht nen Viertel Brötchen weiterverkaufen, weil einer 1,8 Brötchen gegessen hat.......
12:57
Müssen dann im Umkehrschluß magersüchtige nur den halben Sitzplatz bezahlen? Ich frage ja nur ....
12:53
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22:45
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06:27
flugzeuge sind keine soziale einrichtung - warum wird denn alles andere im täglichen leben nach gewicht berechnet, paketdienste eingeschlossen - wer sich den luxus des fressens leistet muss auch mehr geld für fliegen aufwenden - so wie der kneipenzecher das geld fürs taxi vorher bedenken sollte
04:46
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04:31
@ eagle2 hat recht und zu
@ A.L.: promis reisen nur selten in der Holzklasse.
Richtig lustig wirds, wenn 3 oder 4 Dicke (wie lautet die politisch korrekte Anrede?) in einer Reihe nebeneinander sitzen.
XXL-Passagiere benötigen auch XXL-Sitzplätze, wenn es sein muss zu XXL-Preisen.
00:18
Es wird sich beschwert das man neben einen Dicken sitz. Wäre der Dicke aber ein berühmter Promi würde sich alle damit rühmen, als ich von yx nach yz geflogen bin, habe ich neben Bud Spencer oder Kevin James gesessen… ach war das aufregend.
Leben und leben lassen ist die Divise…
Und im Übrigen werden die Sitze in der Holzklasse immer kleiner und enger zusammen gestellt, da hat schon so manche normal Probleme oder Leute die größer als 1,80 Meter sind. Was macht man mit diesen Menschen… Längenzuschlag weil die Füße unter dem Sitz vom Vordermann sind?
Warum gibt es den mittlerweile Premium Economy Class oder Premium Plus usw., da wird mit mehr Platz geworben… weil die Fluggesellschaften genau wissen wie wenig Platz in der Holzklasse ist. Auf diese Weise kann man natürlich noch mehr Kohle machen.
Hauptsache der fliegende Viehtransporter wird voll… um so mehr reinpassen umso mehr Kohle gibt es ja.