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Kaum noch Hoffnung für Neckermann

25.09.2012 | 19:12 Uhr

Dem insolventen Versandhändler Neckermann bleibt kaum noch Zeit für die Investorensuche. Zwar bekräftigte die Insolvenzverwaltung am Dienstag, dass nach wie vor Gespräche mit möglichen Kapitalgebern geführt würden.

Frankfurt/Main (dapd). Dem insolventen Versandhändler Neckermann bleibt kaum noch Zeit für die Investorensuche. Zwar bekräftigte die Insolvenzverwaltung am Dienstag, dass nach wie vor Gespräche mit möglichen Kapitalgebern geführt würden. Aber nach Angaben der Gewerkschaft ver.di gibt es keinen Interessenten für die Logistiksparte, in der knapp die Hälfte der Beschäftigten arbeiten. Eine Jobbörse des Betriebsrats, der Arbeitsagentur, der Stadt Frankfurt und der Wirtschaftsförderung für die Neckermann-Mitarbeiter fand derweil regen Zuspruch.

"Der Zeitdruck wird immer größer", sagte Bernhard Schiederig, der im ver.di-Landesbezirk Hessen für Handel zuständig ist. "Es gibt nach wie vor keinen Interessenten für die Logistik." Am Sonntag läuft das Insolvenzgeld aus, dann bleibt dem Verwalter nur noch die Abwicklung des Konzerns. Am (morgigen) Mittwoch werde der Insolvenzverwalter die Belegschaft über den Stand der Verhandlungen informieren.

Sparte für Übergrößen wird verkauft

Bisher kann nur ein kleiner Teil der Neckermann-Beschäftigten aufatmen. Die rund 80 Mitarbeiter zählende Sparte für Kleidung in Übergrößen mit dem Namen Happy Size wird an die Pforzheimer Klingel-Gruppe verkauft, wie bereits am Montag bekanntwurde. Ein Großteil dieser Arbeitsplätze soll erhalten bleiben.

Für die Sparte Neckermann.de mit etwa 900 Mitarbeitern laufen noch Verhandlungen. Die Logistiksparte zählt 800 Beschäftigte, mangels Beschäftigung kommen einige davon nach Gewerkschaftsangaben nicht mehr zur Arbeit. Der vierte Unternehmensteil heiß Neckermann Contact Customer Services und betreibt vor allem das Call-Center, in dem die Bestellungen, Rücksendungen und Beschwerden gemanagt werden.

Das in den 50er Jahren gegründete Unternehmen befindet sich schon länger in der Krise. Zuletzt gehörte es dem US-Finanzinvestor Sun Capital, der es vom ebenfalls insolventen Handelskonzern Arcandor übernommen hatte. Im April kündigte der Eigentümer an, mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze streichen zu wollen und aus dem Kataloggeschäft auszusteigen. Als Sun Capital schließlich den Geldhahn zudrehte, blieb nur der Gang in die Insolvenz.

dapd

dapd

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