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Arbeitsrecht

Kartoffeln führen zur Kündigung

26.09.2010 | 19:05 Uhr
Kartoffeln führen zur Kündigung
Die Kündigung der Kassiererin „Emmely“ wurde republikweit bekannt. Foto: ddp

Siegburg.Eine Altenpflegerin aus dem Rhein-Sieg-Kreis hatte Reste eines Patientenessens gegessen. Jetzt ist sie ihren Job los.

Weil sie den Rest eines Patientenessens gegessen hatte, hat eine Altenpflegehelferin (38) die fristlose Kündigung erhalten. Sie hatte üb­rig gebliebene Kartoffeln mit Sauce zu sich genommen, da sie befürchtet habe, wegen Un­terzuckerung zu kollabieren.

Der Essensrest wäre laut ihres Anwalts Jürgen Helser ansonsten im „Schweineeimer“ ge­landet. Der Vorfall er­eignete sich in Eitorf (Rhein-Sieg-Kreis). Vor dem Arbeitsgericht in Siegburg wies der Anwalt darauf hin, die Frau habe ständig unter Druck ge­standen und sich aufopferungsvoll für ihren Arbeitgeber eingesetzt.

Obwohl sie erst seit gut einem Jahr in dem Altenpflegeheim arbeitete, war sie be­reits Mitglied im Betriebsrat. Dieser stimmte der fristlosen Kündigung allerdings zu. Die 38-jährige alleinerziehende Mutter zweier Kinder kämpft nun dafür, dass die fristlose in eine ordentliche Kündigung umgewandelt wird. Damit hätte sie nachträglich Anspruch auf einen Monat Lohn, den Zeitraum der gesetzlichen Kündigungsfrist.

Außerdem stünde ihr ein weiterer Mo­natslohn von rund 1850 Euro als Abfindung zu. Ihr Anwalt forderte darüber hinaus ein gutes Arbeitszeugnis.

Kann fristlose in ordentliche Kündigung umgewandelt werden?

Die Richterin machte deutlich, dass das Pflegeheim nur begrenzte Aussichten habe, mit einer fristlosen Kündigung durchzukommen – auch wenn das Essen von übrig gebliebenen Mahlzeiten per Dienstanweisung verboten gewesen sei. Möglicherweise hätte das Heim die Mitarbeiterin zu­nächst abmahnen müssen. Denn nicht jeder Verstoß ge­gen eine Dienstanweisung rechtfertige eine fristlose Kündigung.

Innerhalb der nächsten zwei Wochen kann die Leitung des Altenheimes nun überlegen, ob sie bereit ist, die fristlose in eine ordentliche Kündigung umzuwandeln. Ansonsten wird es zur Verhandlung kommen, in deren Verlauf das Gericht zu entscheiden hätte, welcher der beiden Parteien es Recht gibt.

Johannes Schmitz

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Kommentare
03.10.2010
17:29
Kartoffeln führen zur Kündigung
von Schwester | #76

Hallo Zusammen!!!!!!!!!!
Also jetzt mal ehrlich, ihr glaubt doch nicht im Ernst, das die Kartoffeln mit Soße der Einzige Grund sind warum diese Dame gekündigt wurde!!!!!
Ich selber arbeite in diesem Altenheim und unsere Chefs wären die Aller Allerletzten gewesen die ihr bei einer angeblichen Untzerzuckerung verboten hätten zu essen.
Sie hätte einfach nur anrufen und bescheid sagen brauchen das es ihr nicht gut geht und sie etwas von dem Mittagessen zu sich nimmt! Dann wäre das Alles auch gar nicht so weit gekommen.
Zudem ist sie vielleicht Mutter von 2 Kindern, aber eins von denen wohnt noch nicht mal bei ihr!
Unser Heim hat einen sehr guten Ruf und Top Noten vom MDK erhalten! Es gibt keinerlei Beschwerden!
Ich halte zu den Chefs und zu dem Heim und ich bin stolz darauf dort zu arbeiten!
Man sollte vielleicht auch die ganzen Hintergründe einer Sache kennen bevor man vorschnell urteilt!

27.09.2010
15:10
Kartoffeln führen zur Kündigung
von Chenjera Imbwa | #75

Südafrika zur besten Apartheitszeit war nichts gegen das, was zur Zeit in Deutschland abläuft.
Man hetzt gegen Arbeitslose gegen Leute mit andererer Religion gegen Hungernde gegen alle die andere Götter anbeten als den Staat oder deren Musik nicht im Gleichklang mit der eigenen ist usw.
Möge sich jeder selbst überlegen wie lange das noch gut geht

27.09.2010
13:48
Kartoffeln führen zur Kündigung
von schranzbaum | #74

wenn ich mich an abfällen vergreife, hat das in meinen augen nichts mit diebstahl o.ä. zu tun. und ebenso finde ich solche kündigungen wegen kinkerlitzchen eine absolute frechheit. oder sind alle arbeitnehmer erst punkt 7.30 bei der arbeit und lassen exakt um 16.45 den hammer fallen? ich glaube nicht. also sollte ein etwas angenehmerer umgang herrschen. das verständnis für die armen unternehmer hört bei mir wirklich bei pfandbons, essensabfälle o.ä auf.

und wenn ich dann gestern diese runde bei anne will sitzen sehe, die über 5 euro diskutieren, hätte ich sie fast alle am liebsten in den großen sack gesteckt. da wird allen ernstes von den kleinen einkommen gesprochen und darauf bezieht sich hartz4. vielleicht sollte sich die supermutti vdl mal darum kümmern, dass auch die kleinen einkommen soviel für ihre tägliche arbeit verdienen, um ohne staatskosten davon leben zu können (stichwort mindestlohn), dann wäre auch die bemessungsgrundlage für denjenigen eine andere, der nch 45 jahren arbeit und beitragszahlungen aufgrund seines alters oder der vielen managementfehlern arbeitslos geworden ist und nun keine stellung mehr findet.

manchmal wünsche ich mir wirklich bald eine klitzekleine raf zurück, die diesen ekelhaften gestalten mal wieder ordentlich feuer unter dem arsch macht.

27.09.2010
13:01
Kartoffeln führen zur Kündigung
von Kiaora | #73

Inzwischen müsste auch der letzte Hinterbänkler verstanden haben, dass man wegen kleinster Vergehen gekündigt werden kann; es stehen ja seit der Leergutscheine (siehe Emmely) die Zeitungen von ähnlichen Fällen voll.

Warum lässt man dann nicht die Finger von Dingen, die einem nicht gehören.
Nur weil der Arbeitgeber mehr Geld hat, hat man noch lange kein Recht, ihn zu erleichtern, weder um Frikadellen, Druckerpapier, Kugelschreiber, belegte Brötchen, Rest-Essen etc.

Ein Kunde kann im Laden auch nichts mitgehen lassen, nur weil das Haltbarkeitsdatum morgen überschritten und somit die Ware nicht mehr zu verkaufen wäre.

Wer sich korrekt verhält, braucht auch nicht zu befürchten, vom Arbeitgeber entsorgt zu werden.

Die Dame hätte ja nur einen Vorgesetzten fragen brauchen (wie es schon ein Kommentator schrieb), ob sie ausnahmsweise etwas haben könne. Man hätte ihr wahrscheinlich - sollte sie wirklich überzuckert gewesen sein - etwas aus der Küche gegeben.

Davon abgesehen, finde ich es nicht sehr appetitlich, das Essen einer fremden Person aufzuessen.

Bei einigen Meinungen hier (in welchem Land leben wir sich schämen, Deutscher zu sein) weiß ich allerdings nicht, ob der Kommentator pro oder kontra Entlassung ist.

Ich hoffe mal, man empört sich über diverse Diebstähle und nicht über die Kündigungen, die einem Fehlverhalten folgen können.

Ein Unrechtsbewusstsein scheint ansonsten immer mehr in unserem Land zu fehlen.
Die Parole, nur weil ich weniger als Andere habe, kann ich sie beklauen, gilt nicht. Das sind ja immer die Ausreden der halbstarken Jugendlichen vor Gericht, wenn sie mal wieder Einen abgezogen haben. Abziehen hört sich ja auch richtig niedlich an, man könnte auch von Raub sprechen, dies träfe den Nagel auf den Kopf.

Ähnlich wie: Polizisten sind Wegelagerer, die uns ausnehmen wie eine Weihnachtsgans!
Nein, fahrt nach den Regeln der Straßenverkehrsordnung und ihr zahlt keinen Cent. Es liegt an Jedem selbst.

Genauso ist es in der Berufswelt. Verhaltet euch korrekt, dann passiert auch nichts.

In Deutschland läuft Einiges gewaltig schief, die Meisten verwechseln gern Täter und Opfer.



Kehren wir doch einfach wieder zu Recht und Ordnung zurück, dann gäbe es diese Schlagzeilen doch gar nicht.

27.09.2010
11:55
Kartoffeln führen zur Kündigung
von vizekirchen | #72

Soviel Kartoffeln kann ich gar nicht klauen, wie ich kotzen muß.
Man muß sich wirklich schämen Deutscher zu sein.

27.09.2010
11:54
Kartoffeln führen zur Kündigung
von pro Kündigung | #71

@ 70
Bei kleinen Gesellschaften wählen nur die Mitarbeiter die vorher von den Kandidaten bequatscht wurden, der Rest wählt nicht....
Wo ist der Inhalt Ihres Postings ?

27.09.2010
11:37
Kartoffeln führen zur Kündigung
von tginbo | #70

@67
In den BR wird man nicht ernannt, sondern von den KollegInnen gewählt.
Ihr Kommentar ist leider erbärmlich!!!!

27.09.2010
11:34
Kartoffeln führen zur Kündigung
von tginbo | #69

@63
In allen Fällen, die sie hier nennen, ist es möglich einen Unliebsamen loszuwerden! Leider sind viele Arbeitgeber zu dumm um diese auch anzuwenden. Vor dem Arbeitsgericht zu scheitern ist oft teurer, als ordentliche arbeitsrechtliche Maßnahmen anzuwenden.
Allerdings wird man Betriebsräte nur los, wenn man Gründe für eine fristlose Kündigung findet.
Hier liegt der Hase wohl im Pfeffer, gerne konstruiert man hier diverse Fälle!!
Die Zustimmung des Betriebsrates ist hier sehr verdächtig!!
Vermutlich wird eine ordentliche Kündigung vor Gericht auch nicht standhalten, da nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden.

@5
Hätte sie jetzt besser eine Cola klauen sollen??

27.09.2010
11:25
Kartoffeln führen zur Kündigung
von dieter1 | #68

ja das ist die Allmacht der Arbeitgeber ,lieber im Schweineeimer als ein Hunrigen Arbeitnehmer das zukommen zulassen ............
Was ist nur aus unserer Gesellschaft geworden .......

27.09.2010
11:25
Kartoffeln führen zur Kündigung
von pro Kündigung | #67

Wundert mich eigentlich, dass die Verfasser der letzten Kommentare hier posten und nicht auf bild.de.
SIE hat gegen Klauseln in IhreM Arbeitsvertrag verstoßen ! Warum war Sie wohl im BR ??? Weil Sie wahrscheinlich auf der Abschussliste stand und sich retten wollte. Das ist erbärmlich !

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