Das aktuelle Wetter NRW 23°C
Nachrichten

Kartellamtspräsident rügt Preisanhebungen der Ölkonzerne

23.02.2012 | 06:34 Uhr
Kartellamtspräsident rügt Preisanhebungen der Ölkonzerne (dapd)
Kartellamtspräsident rügt Preisanhebungen der Ölkonzerne (dapd)

Das Bundeskartellamt hat die jüngsten Anhebungen der Benzinpreise scharf kritisiert. "Der Markt wird von fünf großen Mineralölkonzernen gemeinsam beherrscht, die sich gegenseitig wenig Wettbewerb machen", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der "Rheinischen Post".

Berlin (dapd). Das Bundeskartellamt hat die jüngsten Anhebungen der Benzinpreise scharf kritisiert. "Der Markt wird von fünf großen Mineralölkonzernen gemeinsam beherrscht, die sich gegenseitig wenig Wettbewerb machen", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der "Rheinischen Post". In diesem Oligopol seien die Konzerne in der Lage, Preissteigerungen im Großhandel an die Benzinverbraucher weiterzugeben. Das Kartellamt könne zwar keine verbotenen Preisabsprachen nachweisen, die Konzerne seien aber allein durch ihre "Reaktionsverbundenheit" in der Lage, den Preiswettbewerb auszuschalten.

Angesichts der dramatisch gestiegenen Benzinpreise fordern erste Regierungspolitiker, die Autofahrer steuerlich zu entlasten. Der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Arbeitnehmergruppe im Bundestag, Karl Holmeier (CSU), sagte der "Bild"-Zeitung: "Die Zeit ist reif, um die Entfernungspauschale auf 40 Cent zu erhöhen. Die Finanzierung sollte aus den zusätzlichen Mehrwertsteuereinnahmen durch die gestiegenen Benzinpreise erfolgen. Steigt der Spritpreis um zehn Cent, nimmt der Staat 1,9 Cent pro Liter zusätzlicher Mehrwertsteuern ein. Dieses Geld sollten wir den Pendlern zurückgeben."

Auch der Chef der Linkspartei, Klaus Ernst, forderte eine erhöhte Pendlerpauschale von 45 Cent pro Kilometer. "Wir brauchen außerdem für die kommenden Jahre einen Systemwechsel. Die Pauschale muss in ein direkt gezahltes Pendlergeld umgewandelt werden, damit auch Niedrigverdiener profitieren", sagte Ernst der "Rheinischen Post". Ernst berief sich auf Angaben des Statistischen Bundesamtes, wonach der Benzinpreis seit Januar 2004 um knapp 50 Prozent gestiegen ist, die Pendlerpauschale seitdem aber unverändert bei 30 Cent pro Kilometer liegt.

Die Saar-CDU hingegen will den Steueranteil beim Benzin reduzieren. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte der "Bild"-Zeitung: "Statt die Pendlerpauschale zu erhöhen, müssen die Benzinsteuern gesenkt werden. Davon profitieren mehr Bürger - auch die Mutter, die ihr Kind zur Kita fahren muss."

Der Verkehrsausschussvorsitzende im Bundestag, Anton Hofreiter (Grüne), dagegen findet die Spritpreise für die Autofahrer zu niedrig. "Das Benzin ist offenbar immer noch zu billig. Man muss bei uns für den Kauf eines Liters Benzin kaum länger arbeiten als in den 50er Jahren", sagte Hofreiter der Zeitung "Die Welt" (Donnerstagausgabe). Der Rohölpreis werde aber weiter steigen. "Die Gefahr ist deshalb groß, dass Autofahren zum Luxus wird", sagte Hofreiter.

dapd

dapd

Facebook
 
Kommentare
23.02.2012
07:13
Kartellamtspräsident rügt Preisanhebungen der Ölkonzerne
von eiwoisserden | #1


tja da hat er abba für riesige " LACHSALVEN " in den chefetagen der oelkonzerne gesorgt!

ob der " RÜGT " oder in brasilien ein blatt vom baum faellt juckt die bosse doch ueberhaupt nicht

solange unser finazminister und die besitzer der oelkonzerne ihren reibach machen stoert die doch das gesuelze ganz und gar nicht!
.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6392208/create

Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
Berlin in schwarz-gelb
Bildgalerie
BVB-Fans
25.000 feierten in DO
Bildgalerie
Turka-Festival
Aus dem Ressort
Verzögerung am neuen Berliner Flughafen schockt Branche
Wirtschaft
"Wir haben keinen Plan B.", so lautete die Reaktion vieler Verantwortlichen nach der Bekanntgabe, dass sich die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg verschieben wird. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn befürchtet unkalkulierbare Kosten. Urlauber werden wohl zu einem anderen Terminal anreisen...
NRW wehrt sich gegen Akw-Neubau in den Niederlanden
Atomkraft
Im niederländischen Borssele ist ein neues Atomkraftwerk geplant. Der Ort in der Provinz Zeeland ist nur wenige Kilometer von Nordrhein-Westfalen entfernt. Die NRW-Landesregierung spricht sich gegen den Bau des Kraftwerks aus. Auch jeder Bürger kann bis zum 12. Januar Einspruch gegen das Akw...