Käßmann kritisiert auf Kirchentag die deutsche Rüstungsindustrie
02.06.2011 | 15:31 Uhr 2011-06-02T15:31:00+0200Dresden. Zum Auftakt des 33. Evangelischen Kirchentag hat die frühere EKD-Ratsvorsitzende Käßmann die deutsche Rüstungsindustrie kritisiert: „Wir verdienen am Krieg, den wir beklagen“. Bundespräsident Wulff wirbt für Miteinander der Religionen.
Bundespräsident Christian Wulff hat beim Kirchentag in Dresden für eine offene Gesellschaft geworben. Integration sei eine „faszinierende Aufgabe“. Sie bedeute, dass man „sich selbst was abverlangt und von anderen was verlangt“.
„In der globalen Welt wird es nur miteinander oder gar nicht gehen“, sagte das Staatsoberhaupt am Donnerstag auf dem Kirchentag bei einer Diskussionsrunde mit jungen Migranten. Niemand könne sich abschotten. „Wir brauchen Offenheit für Fremdes und Fremde.“ Das sei Voraussetzung, damit der Zusammenhalt und das Zusammenleben in Deutschland überhaupt gelingen könne.
Ihre Kritik am Afghanistan-Krieg hat die frühere Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, erneuert. Bei ihrer Bibelarbeit zu den Seligpreisungen der Bergpredigt Jesu sagte sie: „Es gibt keinen gerechten Krieg. Es gibt nur einen gerechten Frieden. Und dieser erfordert Kreativität, Zeit, Engagement und Geld.“
Käßmann kritisiert deutsche Rüstungsindustrie
Die ehemalige EKD-Vorsitzende kritisierte die deutsche Rüstungsindustrie scharf: „Unsere Volkswirtschaften profitieren von dem Krieg, den wir beklagen“, sagte Käßmann in Dresden. „Kann es legitim sein, am Waffenhandel zu verdienen?“, fragte sie vor 6500 Zuhörern in einer Bibelstunde in einer überfüllten Sportarena.
Die Frage richtete die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auch an Bundespräsident Christian Wulff, der im Publikum saß. Unter Berufung auf das Stockholmer Institut für Friedensforschung sagte Käßmann, der deutsche Anteil am internationalen Waffenhandel sei zwischen 2005 und 2010 auf elf Prozent gestiegen und werde nur noch von Russland und den USA übertroffen. „Unsere Kirchen können angesichts dieser Situation nicht schweigen“, betonte sie.
Käßmann wies die Kritik des früheren Wehrbeauftragten Reinhold Robbe zurück, der ihr geraten hatte, sich in ein Zelt zu setzen und mit den Taliban bei Kerzenlicht zu beten. „Offen gestanden finde ich, ist das eine wesentlich bessere Idee als die Bombardierung von Tanklastwagen in Kundus.“ Käßmann kritisierte auch die großflächigen Bombardierungen der Nato-Truppen in Libyen: „Friede wird so nicht, das sehen wir.“
120.000 Teilnehmer beim Kirchentag
Unterstützung erhielt Käßmann vom muslimischen Großmufti von Sarajevo, Mustafa Ceric. „Es gibt keinen gerechten Krieg - nur gerechten Frieden. Es gibt keinen heiligen Krieg - nur heiligen Frieden.“ Auf Klimawandel, atomare Bedrohung und Armut könnten die großen Religionen nur gemeinsam Antworten finden. Die Voraussetzungen dafür seien da: Wir teilen viele Grundwerte miteinander und glauben an den gleichen Gott“, sagte Ceric.
„Ein Dialog, der hilft, auch im Fremden das Ebenbild Gottes zu sehen, entspricht Gottes Willen“, sagte auch Nikolaus Schneider, Käßmanns Nachfolger im EKD-Ratsvorsitz. „Die Religionen müssen sich von dem Gedanken verabschieden, die Wahrheit allein zu besitzen. Gott ist immer größer als unsere Wahrheitserkenntnis“,sagte der rheinische Präses. Als gemeinsame Wahrheitssucher „können Muslime und Christen gemeinsam handeln“, damit soziale Gerechtigkeit möglich werde.
Noch bis Sonntag feiern 120.000 Dauerteilnehmer den Evangelischen Kirchentag in Dresden. Samstag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einer Diskussion über die neue Weltordnung erwartet. (mit dapd)
12:08
#1 von Beteiligter ,
#3 von Ruhrbuerger ,
Leute wie Sie, bzw dass Leute wie Sie auch wählen dürfen sind hier in der BRD der Grund allen Übels...
11:57
Richtige Aussage:
Wir verdienen am Krieg
und
machen so gut es geht mit.
Warum wohl Berufsarmee ???
.
11:56
„Wir verdienen am Krieg, den wir beklagen“
Leider falsche Aussage !!!
Die NATO führt Krieg aber Sie beklagt Ihn nicht.
.
10:30
@13 Nachtrag :
Oh ,da hätte ich doch glatt den geschickten Schlenker des rheinischen Präses Schneider -also dem Nachfolger der Frau Käßmann - unterschlagen.
Aussage des amtierenden Präses der protestantischen Kirche :
Muslime und Christen sollen als gemeinsame Wahrheitssucher auftreten .
Und dies wäre die Voraussetzung für das möglich werden von sozialer Gerechtigkeit.
Genial ,diese Symbiose zwischen zwei Religionen mit der gesellschaftlichen Fragestellung soziale Gerechtigkeit zu verknüpfen.
Leider -ich als Linker - habe damit ein kleines Problemchen:
Seit wann verlaufen die sozialen Gegensätze in unserer Gesellschaft zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften?
Meines Wissens soll Jesus Christus sinngemäß gesagt haben :
Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in das Reich meines Vaters!
Warum also rückt der oberste Vertreter der evangelischen Kirche im Zusammenhang mit der sozialen Frage die verschiedenen Religionsgemeinschaften in den Mittelpunkt?
Warum nicht die sozialen Unterschiede in unserer Gesellschaft?
Bei mir kommt da -leider -automatisch der Verdacht hoch ,dass die ehemalige protestantische Kirche mal wieder als gesellschaftlicher Weichspüler für die realen Verhältnisse in unserer banana republika agieren und funktionieren darf.
Mit ein Grund dafür warum ich die Kirchen und die Kirchentage zur eigentlichen Problemlösung für überflüssig ansehe!
09:47
Religion ist Opium des Volkes.
Gut ,dass immer mehr Bevölkerungsteile immun gegen dieses schleichende Gift in unserer Gesellschaft werden.
Ansonsten gilt die alte Volksweisheit :
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer!
Schlußfolgerung:
Genau so wenig wie eine Käßmann ,die gute Botschaften aussendet ,genau so schafft diese mutige Frau noch keine glaubwürdige evangelische Kirche ,leider!
Ja und da ist offenbar auch noch der derzeit amtierende Bundespräsident Wulff auf dem Kirchentag in die Bütt gestiegen.
Nun ist der Aufruf zu einem Miteinander der verschiedenen Religionen sehr wohlfeil und entspricht überhaupt der politischen Nichtaussage und Nichtausstrahlung unter der das Motto seiner bisherigen Präsidentschaft offensichtlich zu stehen scheint.
Ich hätte mir schon ein klärendes Wort des Bundespräsidenten zu der derzeit alles dominierenden Religionsgemeinschaft des Neoliberalismus gewünscht.
Schließlich hat dieser Bundespräsident -nachweislich -auch privat sehr gute Kontakte zu den Hohepriestern Maschmeyer und Co. dieser Sekte.
Und zum Abschluß könnte der Herr Bundespräsident in einer Neuauflage einer sog. Berliner Rede durchaus mal seine Meinung darüber kund tun ,ob ein friedliches Miteinander mit dieser ökonomischen Religionsgemeinschaft Neoliberalismus für den Rest der Menschheit in christlicher Nächstenliebe überhaupt möglich ist
Übrigens eine -wie ich finde - gute Themenstellung auch beim protestantischen Kirchentag.
Von den Katholen erwarte ich mir -auch in dieser Hinsicht -eher niente!
20:32
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19:36
@taborsauerland
Konvertieren sie doch. Meine evangelische Kirche freut sich über jedes neue Mitglied.
Vielleicht bekommen Sie ja als Begrüßungsgeschenk die Bibel in gerechter Sprache.
19:11
Schon erschreckend, wie unsachlich hier eine äußerst glaubwürdige Frau kommentiert wird. Wir sollten dankbar sein, dass Margot Käßmann das Vakuum fült, das der Bundespräsident (leider nicht Gauck) hinterlässt.
Im Unterschied zu Herrn Wittke und ähnlichen Pfeifen ist sie konsequent geblieben.
@ Ruhrbuerger. Das ist nun wirklich etwas kurz gedacht. Die Produktion von Waffen ist und bleibt ethisch höchst bedenklich und fragwürdig. An den Händen der Produzenten klebt das Blut der Opfer.
@ unwitz: Für meine katholische Kirche würde ich mir manch klares Wort, wie die von Frau Käßmann wünschen.
18:44
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18:11
Die EKD hat sich in den letzten Jahren zu einer inoffiziellen Staatskirche entwickelt, die sich schön brav dem linksgrünen Mainstream anpasst und nur noch politisch korrektes Gequake von sich gibt. Die Bilder aus Dresden erinnern auch eher an einen Bundesparteitag der Grünen als an einen Kirchentag.
Diese jämmerliche Systemkirche macht sich überflüssig, weshalb ihr auch die Mitglieder in Scharen davonlaufen. Die katholische Kirche sollte sich von ihr fern halten und alle ökumenischen Bemühungen unterbinden.