Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Nach Missbrauchsvorwürfen

JVA Gelsenkirchen bekommt einen neuen Chef

27.02.2009 | 21:01 Uhr

Gelsenkirchen/Düsseldorf. Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) greift durch: Der bisherige Chef der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen, Volker Wingerter, muss seinen Hut nehmen. Dafür kommt der bisherige Chef der JVA Castrop-Rauxel und soll einen "unbelasteten Neuanfang" schaffen.

Julius Wandelt ist bislang Anstaltsleiter der JVA Meisenhof in Castrop-Rauxel. Foto: Joseph-W. Reutter/WAZ

Nach Medienberichten über Misshandlungsvorwürfe und Gewaltfälle bekommt die Justizvollzugs­anstalt (JVA) Gelsenkirchen eine neue Leitung. Wie Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) am Freitag mitteilte, wird mit sofortiger Wirkung der bisherige Chef der JVA Castrop-Rauxel, Julius Wandelt, als Chef nach Gelsenkirchen versetzt. Der bisherige Anstaltsleiter Volker Wingerter wechsle zunächst ins Ministerium und werde mittelfristig eine andere Aufgabe im Justizvollzug übernehmen.

«Mit der neuen Führungsspitze, die an ihren bisherigen Wirkungsstätten Hervorragendes geleistet hat, ist die Grundlage für einen unbelasteten Neuanfang in der JVA Gelsenkirchen geschaffen», betonte die Ministerin.

Ende Dezember war ein mutmaßlicher Misshandlungsfall in der JVA Gelsenkirchen bekanntgeworden. Zwei Häftlinge sollen dort im März 2008 zwei Mitgefangene tagelang gequält haben. Nach Angaben des Landgerichts Essen sollen zwei 25 und 26 Jahre alte Männer einen JVA-Insassen über mehrere Tage in einer Gemeinschaftszelle genötigt, verletzt und versucht haben, ihr Opfer zu vergewaltigen. Der Fall hatte für Streit im Rechtsausschuss des Landtags gesorgt.

Außerdem soll ein Justizbeamter weibliche Häftlinge auf Nachfrage nackt fotografiert haben – und das schon jahrelang. Anstaltsleiter Volker Wingerter schwieg zu den Vorwürfen.

Krankenstand in der JVA offenbar hoch

Zeitungen hatten zudem über angebliche weitere Gewaltfälle in der JVA berichtet. Ebenfalls an der Tagesordnung sind Medienberichten zufolge offenbar Demütigungen und psychische Einschüchterungen von Inhaftierten in Gelsenkirchen. Nach Angaben aus Justizkreisen soll auch der hohe Krankenstand in der Anstalt und die schlechte Zusammenarbeit mit dem JVA-Beirat für den Personalwechsel ausschlaggebend gewesen sein. (ddp)

Mehr zum Thema:

DerWesten

Empfehlen
Kommentare
Facebook
 
Kommentare
28.02.2009
10:45
JVA Gelsenkirchen bekommt einen neuen Chef
von Folterknast | #2

Auf Wiedersehen good by.

In Gelsenkirchen wird er Teufel jetzt mit dem Beelzebub ausgetrieben. Es hat sich ausgeWingert(er).

Der Beamtendumm-Förderverein sagt goob by.

Dennoch handelt es sich natürlich nur um ein Bauernopfer.
denn für viele Verfehlungen im Folterknast Gelsenkirchen trägt das Ministerium die Verantwortung.

27.02.2009
17:59
JVA Gelsenkirchen bekommt einen neuen Chef
von BerndBruns | #1

Ohne Mediendruck läuft nichts bei unserer christdemokratischen Juszizministerin. Und da ja wieder Wahlen drohen muss die skandalumwitterte Frau jetzt endlich Härte und Führungsfähigkeit beweisen.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/828513/create

Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
Berlin in schwarz-gelb
Bildgalerie
BVB-Fans
Papst Benedikt wird 85
Bildgalerie
Kirche
Aus dem Ressort
Verzögerung am neuen Berliner Flughafen schockt Branche
Wirtschaft
"Wir haben keinen Plan B.", so lautete die Reaktion vieler Verantwortlichen nach der Bekanntgabe, dass sich die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg verschieben wird. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn befürchtet unkalkulierbare Kosten. Urlauber werden wohl zu einem anderen Terminal anreisen...
NRW wehrt sich gegen Akw-Neubau in den Niederlanden
Atomkraft
Im niederländischen Borssele ist ein neues Atomkraftwerk geplant. Der Ort in der Provinz Zeeland ist nur wenige Kilometer von Nordrhein-Westfalen entfernt. Die NRW-Landesregierung spricht sich gegen den Bau des Kraftwerks aus. Auch jeder Bürger kann bis zum 12. Januar Einspruch gegen das Akw...