Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Drogen

Junkies nehmen Heroin und dealen mit Methadon

12.09.2010 | 19:08 Uhr
Junkies nehmen Heroin und dealen mit Methadon

Düsseldorf.Methadon-Programme haben große Lücken: In NRW konsumiert offenbar jeder zweite Methadon-Patient zusätzlich andere Drogen wie Heroin, Kokain oder Alkohol. Der Handel mit Methadon blüht.

Bei der Behandlung von Drogenabhängigen mit Ersatzstoffen wie Methadon gibt es offenbar große Probleme. Experten schätzen, dass in NRW jeder zweite Methadon-Patient zusätzlich große Mengen anderer Drogen wie Heroin, Kokain, Alkohol oder Medikamente konsumiert. Zudem blüht der Handel mit Methadon, Polamidon und weiteren Ersatzstoffen in der Drogenszene.

Rund 38 000 Männer und Frauen in NRW sind derzeit in der Substitutionsbehandlung: Sie erhalten auf Rezept Stoffe von Ärzten und Gesundheitsämtern, die sonst nur illegal erhältlich sind. Manche dieser Patienten können deshalb ein fast normales Leben führen, und kaum jemand stellt den Sinn der Substitutionsbehandlung grundsätzlich infrage.

„Beigebrauch ist ein Riesenproblem.”

Der Landtagsabgeordnete und Mediziner Stefan Romberg (FDP) erkennt allerdings große Defizite. Er beruft sich auf Studien, nach denen jeder Zweite neben Methadon auch auf dem Schwarzmarkt be-schafftes Heroin nimmt. „Da wird viel zu wenig hingeschaut, insbesondere in den Arztpraxen, die Methadon ausgeben”, findet Romberg.

Ärzte und Suchtexperten bestätigen dies auf Nachfrage. „Beigebrauch, also die zusätzliche Einnahme von Drogen, ist ein Riesenproblem”, erklärt Jost Leune vom Vorstand der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm. „Wir bräuchten erstens viel mehr Kontrolle und zweitens eine bessere Betreuung der Patienten.” Die psychosoziale Betreuung gehört eigentlich zwingend zur Behandlung mit Drogenersatzstoffen dazu. In der Realität ist sie nur die Ausnahme. „Die Kassen zahlen diese Betreuung nicht, also findet sie auch selten statt”, sagt Joachim Alxnat, Leiter der Düsseldorfer Drogenhilfe.

Andreas Rohde, der in einer Klinik in Hamm Beigebrauchs-Entzüge durchführt, unterstreicht das: „Besonders kritisch ist die sogenannte ,Take-Home-Vergabe’. Da bekommen die Patienten den Stoff mit nach Hause. Viele verkaufen ihn dann weiter.”

Das NRW-Gesundheitsministerium erklärt dazu, die „Take-Home-Vergabe” sei aber „nur unter strengen Voraussetzungen und zeitlich befristet im Einzelfall möglich“.

Matthias Korfmann

Facebook
 
Kommentare
01.12.2010
08:16
Junkies nehmen Heroin und dealen mit Methadon
von sprichdichaus | #39

Neulich, ich stand an der Kasse eines Supermarkt in Düsseldorf Holthausen . Vor mir ein ortsbekanntes und Drogenabhängiges Paar das wie viele auch am Methadonprogram teilnimmt. Eigendlich für diesen Stadtteil seit Jahren ein Ärgernis für viele Bürger. Als der weibliche Part, sie hatten Bier, Schnaps und Zigaretten eingekauft zu ihrem Partner sagte ´´ heute machen wir uns mal nen schönen Tag ´´ , kam bei mir der Zweifel auf ob es sich überhaupt noch lohnt morgens um 4 aufzustehen um Arbeiten zu gehen. Der arbeitende Bürger zahlt Krankenkassenbeiträge ohne Ende und bekommt Leistungen gestrichen. Ich denke mal man sollte solche Methadon oder Polamidon - Projekte streichen und auf kalten Entzug setzen.

30.11.2010
22:56
Junkies nehmen Heroin und dealen mit Methadon
von ichhalt | #38

Hallo,
Ich muß sagen der Herr Herold Schincke hat vollkommen Recht............Man sollte echt die ganzen substi-programme abschaffen, bringen nichts und kosten viel zu viel Geld.............Und zum Thema substi-prog. und Beikonsum, tja ich würde alle Leute die Beikomsum betreiben SOFORT aus dem Prog. rausschmeißen, die müssen doch eine Urinkontrolle regelmäßig machen, dann sieht man ja ob Beikonsum oder nicht..........

09.10.2010
13:07
Junkies nehmen Heroin und dealen mit Methadon
von dimmendaal | #37

Ach bei den Polamidon-Patienten gilt Alkohol dann plözlich als DROGE! Was ist mit den Ärzten,Sozialarbeitern,Hausfrauen usw.die täglich ihren Rotwein,Schnaps oder Sekt konsumieren.Wie geschrieben TÄGLICH! Werden diese Personen auch ÜBERWACHT? Oder schlimmer noch kriminalisiert?Wohl kaum. Warum ist es soo schlimm wenn wir 2bis 4 Flaschen Bier am Tag trinken? Eine Sozialarbeiterin von der Drogenberatung sagte mal 1drittel schafft es,1drittel wurschtelt sich durch & das letzte drittel stirbt. Das war am Anfang des Programms ende der 80ziger.Dieser ganze Überwachungsscheiss kommt nur von Schreibtischtätern die keine Ahnung von der Realität haben.

07.10.2010
17:29
Junkies nehmen Heroin und dealen mit Methadon
von Lukas Dudzik | #36

@Dimmendaal: Sag mal was stimmt mit Dir nicht?? Bitte wen habe ich den an-geschissen?? Das ist doch kein Geheimnis das bei UKs beschissen wird! Du kennst mich doch überhaupt nicht! Was nimmst Du Dir das Recht mich als Schwätzer darzustellen??? Ich kann von mir behaupten das ich NOCH NIE jemanden bewusst in die ******* geritten hab!!!!! Ich verrate euch allen mal etwas: Ein substituierender Arzt bekommt in NRW / - 3000,- € pro Jahr, pro Patient. Mein Arzt hat 87 Drogen-Patienten. Kannst Dir ausrechnen wie viel Geld das ist! Ich weiß nicht wie Du das siehst, aber für mich ist das sehr viel!! Und personeller Aufwand, ich kenne die Praxis schon seit 18 Jahren, auch als der Arzt noch nicht substituiert hat. Da ist nicht mal eine Aushilfe mehr als früher. Klar, bedeutet so ein Programm mehr Arbeit, aber auch mehr, nein viel mehr Geld. Wie lange bist Du denn schon drauf bzw. im Programm lieber Dimmendaal?? Ich vermute mal gar nicht, sondern bist nur ein Klugscheißer der im Grunde genommen keine Ahnung hat was er da sagt! Noch etwas alle die die z.B. bei UKs bescheißen, und das Metha anschließend verticken, schaden dem Ansehen von Patienten die es ernst meinen mit dem Programm!!
Auserdem, ich habe heute ein tolles Sprichwort gehört: Luxus hab ich nicht und brauch ich nicht, jeder kann erreichen was ich erreicht hab, jeder kann haben was ich habe, wenn er genauso hart dafür arbeitet wie ich!

Gruß aus Düsseldorf

30.09.2010
09:48
Junkies nehmen Heroin und dealen mit Methadon
von Stefan Sondermann | #35

@von dammi: Mein Kommentar ging in die Richtung der Menschen, welche sich mit dem Drogenhilfesystem nichcht auskennen und sich vielleicht mal über Sinn und Unsinn von Substitution informieren wollen.Was mein umfabgreicher Bierkonsum bzw. der Wechsel von Krisenhilfe zur Suchthilfe direkt damit zu tun hat verstehe ich zwar nicht, jedoch würde mich schon interessieren, was sich genau bei dem oben genannten Wechsel verändert hat.
IM ERNST!

26.09.2010
12:07
Junkies nehmen Heroin und dealen mit Methadon
von chrissy | #34

klar gibt es leute die ihr methadon verkaufen aber man darf nicht alle in einen sack stecken

24.09.2010
19:58
Junkies nehmen Heroin und dealen mit Methadon
von dammi | #33

ja herr sonderman(bierkonsumennt? ???) hier in essen gabs mal die kriesenhilfe,jetzt suchthilfe sofort. bei der ersten unternehmen fühlte ich mich gut aufgehoben & versorgt.suchthilfe direkt ist zu einem gelddruck unternehmen verkommen,das hat mit dem grundgedanken der anfänge nichts mehr zu tuen!!

24.09.2010
12:40
Junkies nehmen Heroin und dealen mit Methadon
von Stefan Sondermann | #32

...es ist unglaublich, wer sich hier alles als Fachmann aufspielIt!
Die neue rot(rot)grüne Landesregierung hat doch erst kürzlich den Bestitz von Drogen legalisiert...es kann also nur schlimmer werden.
Diese Aussage ist bespielsweise so falsch, dass davon nicht einmal das Gegenteil stimmt.
Wer sich für die Substitution tatsächlich interessiert (und nicht nur Stammtischparolen weitererzählen möchte), dem sei ein Termin in der Drogenberatung seiner Region ans Herz gelegt.

23.09.2010
18:53
Junkies nehmen Heroin und dealen mit Methadon
von Dimmendaal | #31

Liebes Lukas,nicht jeder ist so stark wie DU aber deswegen brauchste HIER nicht andere leute anschwärzen. haste das auch bei den bullen gemacht,kollegen angeschissen??und soviel verdienen-meines wissens-die DOC gar nicht an uns.alleine der personelle aufwand um die dokumentation zu bewältigen ist enorm.fass dich mal lieber an die eigene nase,du NASE!

21.09.2010
18:36
Junkies nehmen Heroin und dealen mit Methadon
von Lukas Dudzik | #30

Hallo zusammen,
ich bin seit 8 Jahren Heroin abhängig und seit 15 Monaten im Methadon Programm. Davon 13 ohne Beikonsum. Ich bin sehr dankbar das es diese Möglichkeit gibt um von den Drogen weg zu kommen. Ich gehe seit 10 Monaten einer geregelten Arbeit nach, habe meine Schulden (16.000€) größtenteils zurückgezahlt, habe ein Dach über dem Kopf und jeden Tag zu essen. Davon konnte ich vor zwei Jahren nur träumen! Ich danke der Praxis Dr. Schappert in Düsseldorf die mich von Anfang an wie einen normalen Patienten und normalen Menschen behandelt hat, nicht wie einen Junkie. Aber leider stimmt es, ich bin eine Ausnahme, die meisten hier im Programm haben Beikonsum und die Kontrollen sind VIEL zu lasch!! In kleinen Fläschchen wird sauberer Urin mitgebracht und im Falle einer Kontrolle in den Becher gekippt! Und schon gilt man als clean! Man müsste viel strenger kontrollieren und alle die es mit diesem Programm nicht ernst meinen raus schmeißen. Aber das wird niemals geschähen. Die Ärzte verdienen schließlich sehr gut an der Betreuung von Süchtigen. Ich nutze aber die Chance die ich habe, hoffe das ich das Programm bald verlassen kann und ein normales Leben führen werde. Drückt mir die Daumen...

Grüße aus Düsseldorf

Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
Berlin in schwarz-gelb
Bildgalerie
BVB-Fans
Papst Benedikt wird 85
Bildgalerie
Kirche
Aus dem Ressort
Verzögerung am neuen Berliner Flughafen schockt Branche
Wirtschaft
"Wir haben keinen Plan B.", so lautete die Reaktion vieler Verantwortlichen nach der Bekanntgabe, dass sich die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg verschieben wird. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn befürchtet unkalkulierbare Kosten. Urlauber werden wohl zu einem anderen Terminal anreisen...
NRW wehrt sich gegen Akw-Neubau in den Niederlanden
Atomkraft
Im niederländischen Borssele ist ein neues Atomkraftwerk geplant. Der Ort in der Provinz Zeeland ist nur wenige Kilometer von Nordrhein-Westfalen entfernt. Die NRW-Landesregierung spricht sich gegen den Bau des Kraftwerks aus. Auch jeder Bürger kann bis zum 12. Januar Einspruch gegen das Akw...