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Juliette Binoche schwärmt vom Filmemachen

12.02.2012 | 17:11 Uhr

Die französische Schauspielerin Juliette Binoche ist voll in ihrem Element. Man müsse gewillt sein, sein eigenes Ego fallen zu lassen, mit dem Regisseur zu spielen und ihm zu vertrauen, sagte sie am Sonntag auf dem Berlinale Talent Campus vor mehr als 300 jungen Regisseuren und Filminteressierten. Filme seien auf eine bestimmte Art und Weise magisch, schwärmte die 47-Jährige weiter.

Berlin (dapd). Die französische Schauspielerin Juliette Binoche ist voll in ihrem Element. Man müsse gewillt sein, sein eigenes Ego fallen zu lassen, mit dem Regisseur zu spielen und ihm zu vertrauen, sagte sie am Sonntag auf dem Berlinale Talent Campus vor mehr als 300 jungen Regisseuren und Filminteressierten. Filme seien auf eine bestimmte Art und Weise magisch, schwärmte die 47-Jährige weiter.

Zusammen mit dem westafrikanischen Filmemacher Gaston Kaboré gab sie dem Regie-Nachwuchs auf der Auftaktveranstaltung "Changing Perspectives" Denkanstöße. Sie sprachen über das Verhältnis von Regisseuren und Schauspielern und die Wichtigkeit von Visionen.

Binoche sagte, sie selbst wähle einen Film aufgrund des Talents eines Regisseurs aus, nicht wegen der Rolle an sich. "Man trifft einen Menschen, der eine Vision hat", sagte die Französin im Theater Hebbel am Ufer im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Schon bei der ersten Begegnung mit einem Filmemacher spüre sie intuitiv, ob die Entscheidung für die Zusammenarbeit richtig sei, fügte die zierliche Schauspielerin hinzu, die bei den Festspielen ihren Film "Elles" vorstellt. In der Produktion, die in der Sektion Panorama läuft, spielt sie eine Journalistin, die über Prostitution berichtet.

Regisseur Kaboré erklärte, dass er sich für Filmemachen entschieden habe, um die Geschichte seines westafrikanischen Heimatlandes Burkina Faso aufzuarbeiten. Sein Ziel sei es, durch Filme von und zu seinen Landsleuten sprechen. Auch wolle er deren Geschichte authentisch darstellen. Er betonte, dass ein Regisseur den Willen und den Wunsch haben müsse, etwas verändern zu wollen.

Das trifft auf den pakistanischen Filmemacher Ammar Aziz zu. Der 23-Jährige, der am Talent Campus teilnimmt, drehte eine Dokumentation über den Kampf und die Unterdrückung von Textilarbeitern in der pakistanischen Stadt Faisalabad.

"Die Arbeiter verdienen dort weniger als einen Dollar am Tag", sagte Aziz, der der einzige Vertreter seines Heimatlandes Pakistan auf dem Talent Campus ist. Der Aktivist möchte mit seinem Film auf die prekäre Situation in seinem Land und die miserablen Arbeitsbedingungen der pakistanischen Textilindustriearbeiter aufmerksam machen.

dapd

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