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Japanischer Beamter verteidigt Geheimhaltung von Atom-Notfallplan

14.02.2012 | 20:56 Uhr

Der Chef der Kommission für Atomenergie in Japan hat am Dienstag die Geheimhaltung eines Berichtes über die schwersten anzunehmenden Folgen der Atomkatastrophe in Fukushima verteidigt. Shunsuke Kondo war nach der Beschädigung des Atomkraftwerkes Fukushima-Daichi im vergangenen Jahr von der japanischen Regierung mit der Ausarbeitung des Notfallplanes beauftragt worden.

Tokio (dapd). Der Chef der Kommission für Atomenergie in Japan hat am Dienstag die Geheimhaltung eines Berichtes über die schwersten anzunehmenden Folgen der Atomkatastrophe in Fukushima verteidigt. Shunsuke Kondo war nach der Beschädigung des Atomkraftwerkes Fukushima-Daichi im vergangenen Jahr von der japanischen Regierung mit der Ausarbeitung des Notfallplanes beauftragt worden. Das am 25. März - zwei Wochen nach dem Unfall - fertiggestellte Dokument wurde aus Angst vor einer Massenpanik aber nicht veröffentlicht. Der 15-seitige Bericht liegt nun der Nachrichtenagentur AP vor.

In dem Papier warnte Kondo, dass im schlimmsten Fall die Evakuierungszone auf den Großraum Tokio hätte ausgeweitet werden müssen - wäre es zu einem massiven Austritt radioaktiven Materials aus dem 230 Kilometer entfernten Kraftwerk gekommen. Im Großraum der Hauptstadt leben etwa 35 Millionen Menschen. Für die Evakuierung hätten die Behörden maximal zwei Wochen Zeit gehabt, erklärte Kondo am Dienstag. Tatsächlich musste letztlich nur ein weitaus kleineres Gebiet geräumt werden.

Kondo, ein ehemaliger Professor für Ingenieurwissenschaften an der renommierten Universität von Tokio, räumte zudem ein, dass der Entwurf der Anlage Fukushima fehlerhaft gewesen sei. Er habe nicht mit der "Tschernobyl-artigen Katastrophe" gerechnet, zu der es gekommen sei.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

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