Italien nimmt trotz Herabstufung durch Moody's günstig Geld auf
13.07.2012 | 15:51 Uhr 2012-07-13T15:51:23+0200Trotz der Herabstufung durch die Ratingagentur Moody's hat Italien bei einer wichtigen Auktion von Staatsanleihen vergleichsweise günstig Geld auf dem Kapitalmarkt aufnehmen können. Italien verkaufte Papiere mit dreijähriger Laufzeit mit einer Durchschnittsrendite von 4,65 Prozent.
Rom (dapd). Trotz der Herabstufung durch die Ratingagentur Moody's hat Italien bei einer wichtigen Auktion von Staatsanleihen vergleichsweise günstig Geld auf dem Kapitalmarkt aufnehmen können. Italien verkaufte Papiere mit dreijähriger Laufzeit mit einer Durchschnittsrendite von 4,65 Prozent.
Das Land muss damit deutlich niedrigere Zinsen an Investoren zahlen als noch vor einem Monat, als die Rendite inmitten der Sorge um die griechischen Wahlen und die spanischen Banken bei 5,3 Prozent gelegen hatte. Wie geplant konnte das Land 3,5 Milliarden Euro an frischem Kapital aufnehmen.
Und das obwohl Moody's die Kreditwürdigkeit Italiens in der Nacht auf Freitag gleich um zwei Stufen auf "Baa2" gesenkt hatte. Damit liegt sie nur noch zwei Stufen über Ramschniveau. Der Ausblick bleibt negativ.
Aufgrund des brüchigen Vertrauens auf den Kapitalmärkten dürften die Refinanzierungskosten für Rom steigen, hieß es zur Begründung in einer Mitteilung der Ratingagentur. Dies war am Freitag aber nicht der Fall. Die Märkte zeigten sich zunächst weitgehend unbeeindruckt von der Herabstufung. Allerdings sind die Zinsen im Vergleich zu Ländern wie Deutschland, die sich fast zum Nulltarif refinanzieren, immer noch sehr hoch.
Kritik von EU-Kommission
Die EU-Kommission kritisierte Moody's wegen des Zeitpunkts der Veröffentlichung der Herabstufung. Dieser sei "unangemessen" gewesen, weil er das Land nur Stunden vor der Anleihenauktion getroffen habe, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn, Simon O'Connor, am Freitag in Brüssel. Zugleich betonte er die Reformfortschritte der Regierung von Mario Monti. Diese seien "beeindruckend und einmalig" in ihrer Tragweite. Er nannte insbesondere die Arbeitsmarktreform sowie die Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung. Italien werde im kommenden Jahr einen deutlichen Primärüberschuss erzielen und der Schuldenstand werde dann abnehmen, sagte O'Connor.
Moody's hingegen sah in seiner Erklärung eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Aussichten Italiens. Die Ratingagentur prognostizierte für das laufende Jahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung des Landes um zwei Prozent.
Die Herabstufung vom Freitag war bereits die zweite innerhalb von fünf Monaten. Im Februar hatte Moody's die Kreditwürdigkeit Italiens gemeinsam mit der Bonität von Portugal und Spanien gesenkt.
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