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Ermittlungen

Internationalem Fußball droht neuer Wettskandal

19.11.2009 | 14:38 Uhr

Bochum/Berlin. Die Fußballwelt steht offenbar vor einem neuen Wettskandal. Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt gegen eine international agierende Bande. Die Täter sollen Erstligaspiele in der Türkei manipuliert haben. Fünf Verdächtige wurden bislang festgenommen - darunter zwei alte Bekannte.

Protagonist des größten Wettskandals der Fußball-Geschichte: Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer. Foto: ddp

Im internationalen Fußball gibt es offenbar einen neuen Wettskandal mit Drahtziehern in Deutschland. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bochum am Donnerstag sagte, ermittelt die Behörde gemeinsam mit der Bochumer Polizei seit Anfang des Jahres gegen eine international agierende Bande, denen Wettbetrügereien in "hochrangigen europäischen Fußballligen" zur Last gelegt wird. Den Angaben zufolge wurden am Donnerstag im In- und Ausland mehrere Objekte durchsucht und fünf Personen festgenommen.

Nach Informationen der Online-Ausgabe der "Berliner Morgenpost" befinden sich unter den in Berlin festgenommen Verdächtigen zwei alte Bekannte: die beiden kroatischen Brüder Ante und Milan S., die als Drahtzieher des Wettskandals um den Schiedsrichter Robert Hoyzer gelten. Sie sollen möglicherweise noch am Donnerstag nach Bochum überstellt und dort verhört werden. Die Mutter von Ante S. bestätigte gegenüber "Morgenpost Online", dass ihr Sohn von Polizeibeamten in Gewahrsam genommen wurde.

Spiele in türkischer Liga betroffen

In dem Verfahren werde insgesamt gegen 200 Tatverdächtige ermittelt, erfuhr die Zeitung nach eigenen Angaben aus Berliner Sicherheitskreisen. Die Beschuldigten würden verdächtigt, Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle der Ligen gegen Schmiergelder dazu veranlasst zu haben, den Ausgang von Spielen in ihrem Sinne zu beeinflussen. Laut "Morgenpost Online» soll die Bande Erstligaspiele in der Türkei in großem Stil manipuliert haben. Es seien Wetten mit zum Teil sehr hohen Beträgen auf die geschobenen Spiele in der Türkei abgeschlossen worden. Ob auch Spiele in deutschen Ligen betroffen sind, ist noch unklar.

Nähere Einzelheiten wollte der Sprecher zunächst nicht nennen und verwies auf eine für Freitag angesetzte Pressekonferenz in Bochum, an der auch ein Vertreter des Europäischen Fußballverbandes (UEFA) teilnehmen wird. (ddp)

DerWesten

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