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In NRW droht Angel-Verbot wie im Hafen Dortmund

26.01.2011 | 19:10 Uhr
In NRW droht Angel-Verbot wie im Hafen Dortmund
Foto: Ralph Bodemer

Dortmund/Düsseldorf.  Alarmiert durch verseuchte Fische im Dortmunder Hafen, plant das Land eine umfangreiche Untersuchung regionaler Gewässer. Die Ergebnisse könnten zu weitreichenden Angel- und Verzehrverboten führen. Und auch zu Streit mit vielen der 250 000 Angler im Lande.

Im Sog des PCB-Skandals um die Giftfirma Envio hatte das Landesumweltamt die Netze in Dortmund ausgeworfen. Das Ergebnis schockiert. Sieben von acht an Land gezogene Fischarten sind verseucht. PCB, Dioxine und Furane liegen über den Grenzwerten. Dass allein Envio dies zu verantworten hat, bezweifeln Experten. NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) geht vielmehr davon aus, dass belastete Fische „auch in anderen industriell geprägten Gewässern in NRW“ anzutreffen sind. Diesem Verdacht will er auf den Grund gehen. Nach WAZ-Informationen sollen nun Kanalhäfen, Rheinhäfen, Schleusen und Staustufen in den nächsten zwei Jahren systematisch analysiert werden – Fische, Schwebstoffe, Untergrund, Wasserqualität.

Video
Wie stark ist die PCB-Belastung der Fische nach dem Envio-Skandal? Tests sollen es zeigen.

Das gemütliche Plätzchen am Ufer, der Mann mit der Angelrute, die Flasche Bier am Fuß – bald alles im Eimer? Nach jüngsten Erkenntnissen könnte das Idyll platzen.

Landesfischereiverband schießt quer

Konflikte sind programmiert, wie das Beispiel Dortmund zeigt. Dort droht die Stadt 1400 organisierten Anglern mit einem Verbot, sofern sie nicht freiwillig auf das Fischen im Hafen und in Teilen des Dortmund-Ems-Kanals verzichten. Die Betroffenen akzeptieren – zähneknirschend. In ganz NRW aber gibt es eine Viertelmillion Angler. Und der Landesfischereiverband, der neben diversen Flüssen auch 300 Kanalkilometer mit 1200 Hektar Wasserfläche vom Bund gepachtet hat, schießt quer. Er stimmt bisher nur einem vorübergehenden Verzicht auf die Aal-Fischerei zu. In dem Grundfisch stecken Höchstmengen von Giften. Einen generellen Angelstopp bis zur Schleuse Henrichenburg lehnt der Verband ab.

Die Stadt Dortmund will notfalls „ordnungsrechtliche Maßnahmen mit dem Ziel eines Angelverbots“ ergreifen – und den Kreis Recklinghausen mit im Boot sehen. Remmel stützt dieses Vorgehen. „Die Gesundheit der Verbraucher steht vor der Gewohnheit Einzelner“, so der Minister. Rechtlich könne er niemandem das Angeln für den Eigenverzehr verbieten. Das Fischessen im Kreis von Gästen aber schon. „Der Fang darf nicht in den Verkehr gebracht werden.“ In Dortmund laufen heute Blutuntersuchungen von Anglern und Angehörigen an.

Klaus Brandt

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Kommentare
06.02.2011
17:58
Blockierter Kommentar.
von beppo01 | #11

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

06.02.2011
12:32
In NRW droht Angel-Verbot wie im Hafen Dortmund
von holmen | #10

Vor vielen Jahren sagte mir ein grüner radikaler Tierschützer im Landschaftsbeirat, dass man sich um die Angler nicht mehr lange kümmern müsste, - das würden schon die Kormorane besorgen. In weiten Teilen des Landes ist seine Voraussage eingetroffen.
Nun haben diese radikalen Grünen vom Minister über Staatssekretär und landeseigene (hörige)Institute bis hin zu kommunalen Gleichgesinnten für die restlichen Fischbestände eine neue Möglichkeit des Angelverbots entdeckt. Die Angler sind gut beraten, die Partei der SPD nicht mehr zu wählen, wollen sie ihrem Hobby in Zukunft noch nachgehen können.
Die Angler-Verbände sind gut beraten, wenn sie hier Vorsatz vermuten und die Verfilzung von radikalem Tierschutz mit der Politik kontrollieren. Hier herrscht blanker Hass auf Angler und Jäger. Den Untersuchungsergebnissen und deren Interpretation ist nicht zu trauen; hier sollten die Verbände eigene fundierte Untersuchungen anstrengen.
holmen am 06.02.2011 um 12.:32

28.01.2011
22:12
In NRW droht Angel-Verbot
von ZebraZ1 | #9

Da hat mal wieder einer einiges an Gift abgelassen.
Aber anstatt den Verursacher zu suchen,soll das angeln verboten werden. Es ist unglaublich was sich da einige Politiker raus nehmen.Wenn es soweit kommt,und in NRW darf nicht mehr geangelt werden,werde ich meine bis jetzt bezahlten Kosten für Jahresscheine und Gebühren zurück fordern, Notfalls per Gericht.Ich geh dann in Holland angeln und werde auch dort mein Zubehör kaufen.

28.01.2011
20:44
In NRW droht Angel-Verbot
von sich-Fragender | #8

Uhlenbergs folgen des vertuschen sind erreicht, alles was jetzt kommt ist der CDU wohl peinlich...

28.01.2011
15:17
In NRW droht Angel-Verbot
von EinKnaeuel | #7

Dazu müssten wir nur die BSE Rinder befragen, sie bekamen Tiermehl zu fressen. Anhand der geschlossenen Nahrungskette kann das Mehl nicht dioxinfrei gewesen sein ...
Um heute BSE auszuschliessen, wird das Rind geschlachtet, bevor das BSE zum Ausbruch kommen kann, was die Umfrage allerdings erheblich erschwert...

28.01.2011
07:59
In NRW droht Angel-Verbot
von tiptel160 | #6

Wieviel Dioxin braucht es eigentlich bis zur einer Hirnschädigung? Ich habe den Verdacht, dass die schon knapp über dem Grenzwert eintritt.

28.01.2011
07:37
In NRW droht Angel-Verbot
von Atheist | #5

Tja, die Angler gehören halt nicht zur Wählerklientel der grünen Bande, da kann man sich wieder auf Kosten der anderen eine Heiligsprechung der berufsbetroffenen und megabewussten Ökospinner sichern.

28.01.2011
04:16
In NRW droht Angel-Verbot
von Meinemal | #4

Tja, hundert Jahre Industriegeschichte und Verbrennungsprozesse hinterlassen halt ihre Spuren in der Natur. Und solange Arbeitsplätze einen höheren Stellenwert haben als Gesundheit und Wohlbefinden sowie die Medien beim Gesundheitsbeten mitspielen, müssen wir halt weiterhin Dioxine und ihre Derivate im Fettgewebe ablagern. Hierbei sind Grenzwerte auch nichts weiter als legal zugelassene Vergiftungsmethoden, damit auch im Gesundheitswesen letztendlich ordentlich verdient werden kann. Und dank Actimel können wir ja jeden Tag unsere Immunsystem stärken und damit das (vergiftete) Leben verlängern ;-). Und wer genug Knete hat, isst (fast) dioxinfreien Fisch aus Wildfang.

27.01.2011
22:03
In NRW droht Angel-Verbot
von EinKnaeuel | #3

Der Dioxin - Grenzwert für Fisch, liegt je nach Fisch und Herkunft bei bis zu 4pg/kg Fett.
Würde der Mensch als Nahrung dienen, läge der Grenzwert wie bei Schweinen aus Stallhaltung, bei 10pg/kg Fett.
Da der Mensch nicht auf der Speisenkarte zu finden ist, sagen einige Wissenschaftler, das der Mensch auch 20pg/kg Fett und mehr aushält ohne zu erkranken, denn über den Tag nimmt jeder Europäer diese Menge über seine gesamte verzehrte Nahrung auf..
Ein pg ist übrigens nur ein billionstel Gramm...
Wenn man nun einen dieser Fische über lägere Zeit verzehrt kein Ding, man darf ihn halt nicht auf einmal am Freitag essen, ihn stattdessen zu Fischsuppe machen, dann reicht er für für 2 Wochen, schon stimmt die Tagesdosis...
Grenzwert hin oder her, wenn man sich danach richtet, darf man nicht mal mehr Wasser aus Flaschen trinken, es könnte Uran von mehr als 10µg/L enthalten sein, was im Gegensatz dazu aber keinen interessiert....

27.01.2011
20:37
In NRW droht Angel-Verbot
von beppo01 | #2

War mir klar das hier wieder die Zensur herscht und Beitrage die den Dicken nicht gefallen gelöscht werden. Es könnte ja sein das daß Volk zuviel eigene Meinung hat und sich auflehnt, die Dicken haben halt nur das Privileg auf freie Meinungsaüßerung und der kleine hat die schnauze zu halten. Dann behaltet eure ****** Umweltskandale doch für Euch wir sterben sowieso alle an Krebs wenn das so weiter geht. So könnt Ihr wieder löschen.

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