Immer mehr Menschen schleppen sich krank zum Job
13.07.2009 | 21:50 Uhr 2009-07-13T21:50:00+0200
Essen. Der Krankenstand in NRW ist so niedrig wie selten zuvor. Ärzte beklagen, dass sich immer mehr Arbeitnehmer krank zum Job schleppen und warnen vor den gesundheitlichen Folgen. Arbeitsmarktexperten sehen eine Ursache in der wachsenden Angst um den Job.
Arbeitnehmer in Nordrhein-Westfalen lassen sich nur noch selten krank schreiben. Diese Entwicklung beobachten die Betriebskrankenkassen (BKK) in NRW. Der Krankenstand war demnach im ersten Halbjahr 2009 in Nordrhein-Westfalen mit 3,46 Prozent besonders niedrig. Im Juni haben sogar nur 2,81 Prozent der bei der BKK im Land gesetzlich Versicherten mit Krankengeldanspruch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt. Zum Vergleich: Der Jahresdurchschnitt 2008 lag bei 3,7 Prozent.
Angst um den Job
Arbeitsmarktexperten sehen den Grund für die niedrige Zahl der Krankschreibungen in der Wirtschaftskrise. „Die Angestellten haben schlichtweg Angst um ihren Job“, erklärt Werner Marquis von der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. In wirtschaftlichen Krisenzeiten gehe der Krankenstand erfahrungsgemäß zurück. „Wenn der Druck auf die Arbeitnehmer steigt, sinkt der Krankenstand.“ Immer mehr Mitarbeiter schleppen sich demnach krank zum Arbeitsplatz.
Eine Entwicklung, die Dr. Leonhard Hansen als Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein mit Sorge betrachtet. „Die Angestellten spielen den Märtyrer und gehen krank zum Job“, erzählt Hansen, selbst seit 31 Jahren als niedergelassener Hausarzt tätig, aus seinem Praxisalltag. Gerade leichtere Erkrankungen würden häufig nicht ernst genommen.
„Früher haben sich die Patienten bei einem grippalen Infekt oder Rückenschmerzen krank schreiben lassen. Manchmal vielleicht auch ein wenig zu großzügig“, sagt der Mediziner. „Heute überlegen sich die Arbeitnehmer aus Sorge um ihre Stelle zweimal, ob sie nicht doch lieber ins Büro gehen.“ Zum Teil würden die angeschlagenen Mitarbeiter auch gar nicht zum Arzt gehen, sondern sich in der Apotheke selbst mit Medikamenten eindecken.
Dabei ist der falsch verstandene Ehrgeiz nicht ungefährlich. „Wenn eine Erkrankung verschleppt wird, kann das schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben“, betont Hansen. „Im schlimmsten Fall setzen die Patienten sogar ihr Leben aufs Spiel.“
Kommentar: Ein Recht auf Genesung – auch in der Krise
16:20
ich arbeite jetzt schon 20 jahre in verschiedenen firmen und habe in der ganzen zeit nie einen kollegen gehabt, der sich wegen eines schnupfens überhaupt, geschweige denn eine woche oder länger hätte krankschreiben lassen. anders bei echten ansteckenden grippalen infekten oder grippe, aber selbst dann selten länger als 3 tage. und die ganz wenigen, die in verdacht gerieten, das system auszunutzen, waren bei den kollegen gar nicht gern gesehen.
12:25
1. Traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast!
2. Zitat Ärzte beklagen, dass sich.... Klar das sich Ärzte beklagen wenn dadurch weniger Kunden zu ihnen kommen! (Besonders die Doc Holidays!)
3. Ist es die goldene Mitte die die Wahrheit wiederspiegelt.
Auch in diesem Fall sind die schuldig die das System ausgenutzt haben und sich für jeden Schnupfen 14 Tage krank schreiben lassen.
08:20
Naja, wenn Leute entlassen werden, wen wird man da wohl zuerst gehen lassen?
Bingo, diejenigen, welche sich für den kleinsten Nieser nen blauen hohlen.
Das Problem ist das hier: Früher haben sich die Patienten bei einem grippalen Infekt oder Rückenschmerzen krank schreiben lassen. Manchmal vielleicht auch ein wenig zu großzügig
Ich kenne Ärzte, die auf die Frage nach einem Mittel gegen Schupfen antworten: Wollen sie eine oder zwei Wochen?
06:40
Hatte hier nicht noch vor einigen Wochen ein Bericht gestanden, dass Polizeibeamte wegen Überbelastung durschnittlich 28 Tage im Jahr sich krank melden ? Und Arbeiter und Angestellt nur noch 3,.. fehlen.
Noch Fragen ?
06:23
Einige Arbeitgeber führen ja auch unter dem Deckmäntelchen der Sorge sog. Gesundheitsgespräche Nach dem Motto: Ist der Grund ihrer Krankheit Unzufriedenheit mit der Arbeit? Können wir Ihnen helfen? So erfährt man dann auch ganz nebenbei, warum der AG krankgeschrieben wurde. Ist eigentlich ja verboten, aber wen kümmert das schon. Macht mans nicht mit verliert man auch seinen Job. Wir sind auf alle Fälle die Doofen was wir auch machen.
23:11
@Wahlhelfer:
Großer Fehler von Ihnen. Wenn da ein bleibender Schaden bleibt dann zahlt die BG richtig Geld.
Einen Arbeitsunfall würde ich auf jeden Fall nicht durchgehen lassen. Arbeitsplatz hin oder her.
22:56
Vor einigen Jahren hatte ich im Betrieb ein
Arbeitsunfall.Mein Abteilungsleiter hat mich
überredet,bzw. mir dringend davon Abgeraten
mich länger als 3 Tage krankschreiben zu lassen!
Das wäre dann ein meldepflichtiger Unfall der Ärger mit der Berufsgenossenschaft nach sich zieht. Habe mir dann nach 3 Tagen 2 Wochen Urlaub genommen und bin danach mit Schmerzen wieder Arbeiten gegangen.Das war kein Einzelfall.
Ich würde das nie wieder tun.
22:03
@klugschwätzer:
Was wollen Sie denn bitte ? Wenn der Körper ein Problem hat meldet er sich. Nichts hat den Status der eigenen Gesundheit, nichts auf der Welt.
Nicht die Familie, nicht die Wirtschaft, nichts und schon gar nicht der Arbeitgeber. Davon gibt es genug.
21:56
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21:52
Ihr Klugschwätzer gehört allesamt zum Arzt.Ohne Lohnausgleichzahlung.