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Im Ruhrgebiet gehen mehr Firmen pleite

12.05.2011 | 19:29 Uhr
Im Ruhrgebiet gehen mehr Firmen pleite

Essen.   Fast in ganz Deutschland geht es für Unternehmen aufwärts – nur in der Rhein-Ruhr-Region müssen immer mehr Insolvenz anmelden. Verhältnismäßig gut geht es Firmen in Mülheim und im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Eine Unternehmensgründung im Ruhrgebiet ist riskant: Nirgendwo verschwinden mehr Firmen vom Markt als hier. Diese Bilanz zieht die aktuelle Untersuchung „Pleiterisiko 2010“ der Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

Allein 2010 mussten 3,09 Prozent der insgesamt knapp 160 000 Unternehmen schließen – das waren 4918 Firmen. Im Vergleich zum Vorjahr (2,98 Prozent) hat sich diese Quote sogar noch leicht erhöht. In Nordrhein-Westfalen sank das Pleiterisiko hingegen von 2,57 Prozent auf 2,52 Prozent; deutschlandweit verringerte es sich von 2,3 Prozent 2009 auf 2,25 Prozent 2010. „Wenn wir das Ruhrgebiet als Bundesland einbeziehen würden, wäre nur noch Sachsen-Anhalt schlechter“, bringt Thomas Glatzel, Ge­schäftsführer bei Creditreform Bochum, die Statistik auf den Punkt.

Den Grund für das schlechte Abschneiden des Ruhrgebiets sieht Glatzel vor allem in der hohen Arbeitslosigkeit: „Der Kleinunternehmer sucht seinen Kunden vor Ort; der braucht Privatpersonen, die Kohle in der Tasche haben.“

Mülheim, Oberhausen und Dortmund entwickeln sich positiv

Ausreißer im positiven Sinne sind Mülheim und der Ennepe-Ruhr-Kreis: Hier schätzt Creditreform das Pleiterisiko mit unter 2,5 Prozent als „mittel“ ein. Auch im Vergleich zum Vorjahr sieht es hier relativ gut aus: Ebenso wie in Oberhausen und Dortmund sank die Quote. Alle anderen Städte und Kommunen verzeichneten mehr Pleiten als 2009; in Herne, Gelsenkirchen und Bottrop stieg das Risiko sogar um mehr als 0,5 Prozentpunkte. Gerade Herne und Gelsenkirchen sowie der Kreis Recklinghausen sind die Sorgenstädte des Ruhrgebiets: Mit über 3,5 Prozent ist das Pleiterisiko hier laut Creditreform „sehr hoch“.

Zumindest etwas mehr „Kohle in der Tasche“ erwartet der Fachmann für 2012 und 2013. „Dann könnte sich das derzeitige konjunkturelle Hoch auswirken“ – zum Wohle nicht nur des Einzelnen, sondern auch der Unternehmen.

Monique de Cleur



Kommentare
13.05.2011
21:58
Im Ruhrgebiet gehen mehr Firmen pleite
von a_ha | #12

@ 6

Die Firmengründungen interessieren mich überhaupt nicht. Firmen gehen nicht pleite wegen Unternehmensgründungen, sondern wegen fehlender Nachfrage oder schleppender/strittiger/ausbleibender Bezahlung ihrer Rechnungen.
Mich interessiert daher die Finanzkraft der Bevölkerung und damit auch ihrer Kommunen.
ALG2-Bezieher, geringe Bildungsabschlüsse, Schwarzarbeit, Schwarzhandel - alles Faktoren für geringe Kaufkraft.
Auch Abfluss von Geldmitteln ins Ausland mindert die Kaufkraft.
Die Hindernisse seitens der Behörden/Innungen/Zünfte hingegen in Bezug auf Firmengründungen dürften in ganz Deutschland viel zu hoch sein.

13.05.2011
10:58
Im Ruhrgebiet gehen mehr Firmen pleite
von soja.bohne | #11

#5
das ist die griechische Staatskasse, mit dem ersten Versuch , den Euro zu ersetzen.

13.05.2011
10:33
Im Ruhrgebiet gehen mehr Firmen pleite
von fun1sam | #10

Wer sich für die Bevölkerungsentwicklung interessiert sollte sich das hier mal anschauen.

http://www.moscheesuche.de/moschee/stadt/Bochum/2826

13.05.2011
09:47
Im Ruhrgebiet gehen mehr Firmen pleite
von meigustu | #9

Frau Schmitz sie haben es erkannt, Deutsche mit ausländischen Vrofahren werden immer noch so diskriminiert, dass sie sich kein ordentliche Wohngegend leisten können, bzw. dort weder mieten noch kaufen können.

eskom und das alte Märchen von der Schulden SPD ist nun langsam aber sicher ausgelutscht. Mit Helmut Kohl fing das grosse Schuldenmachen an. Ohne die Luxusrenten, die er auf Pump verteilt hat wäre der niemals 16 Jahre an der Regierung geblieben. Auf den nachgeordneten Ebenen sieht es nicht besser aus.

Das Ruhrgebiet ist nun mal eine Goldgräberregion. Ein Blick in andere ausgebeutete Rohstoffreguionen der Welt zeigt, was hier an der Ruhr großartiges geleistet wurde.

ALso bitte klemmt euch die Opasprüche oder holt wenigstens Adenauer und Erhard aus dem Grab, deren rheinischen Kapitalismus der einstige WOhlstand Westdeutschlands zu verdanken war. Der Affenkapitalismus von CDU/FDP/SPD hat Deutschland in eine tiefe Verschuldung geführt.

Und seid sicher, bevor die Schulden der Pleiteländer abgeschrieben werden, haben staatliche Bad Banks oder eure privaten Lebensversicherer diese faulen Titel übernommen. Viel Pass :(

13.05.2011
09:35
Im Ruhrgebiet gehen mehr Firmen pleite
von B.Schmitz | #8

@ 3
Die Frage ist ganz leicht zu beantworten. Muss muß sich nur diverse Stadtteile ansehen dann weiß man warum.

13.05.2011
09:32
Im Ruhrgebiet gehen mehr Firmen pleite
von eksom | #7

Sonderbar ist nur, dass es vor allem in den Städten permament bergab geht, wo die SPD alleine, oder mit den naiven Grünen in den letzten 10-20 Jahren regiert hat!

Dortmund war mal vor ca. 25 bis 30 Jahren eines der reichtsen Städte in Deutschland. Und heute?

Nach 30 Jahren Vetternwirtschaft durch die SPD auf allen Ebenen der Stadt und der städtischen Töchter ist Dortmund ziemlich abgewirtschaftet und ganz unter der Tabelle angelangt!
Kanpp eine Mrd. an € Schulden und keiner weiß, wie diese irgendwann mal real getilgt werden sollen. Nach Vorgaben von Regierungsbezirk Arnsberg müssen die Ausgaben jährlich um 5% zurückgefahren werden, aber Dortmund schafft nicht einmal 1,6%. Klar, keine Genosse will den anderen Genossen in die Arbeitslosigkeit verdammen!

Diese Vetternwirtschaftsgebahren wird auch noch von der CDU und der FDP in Dortmund seit Jahren voll unterstützt (siehe Chefposten der Geschäftführungsbenen der städischen Töchter,
z. B. Flughafen GmbH und Hafen AG...).

Parteigenossen, die beim Flughafen GmbH als Geschäftsführer die Verluste in der Vergangenheit maximiert haben, sind jetzt Geschäftsführer bei der Hafen AG. Die Unfähigsten werden mit Spitzengehältern bis zur Rente durchgeschleppt.

Mit Vetternwirtschaft hat bis heute keine Volkswirtschaft (auch keien Kommunale Gesellschaft!) auf Dauer überlebt!
Das hat die SPD und die CDU bis heute noch nicht kapiert!
Aber die naiven Bürger glauben alles, was diese parteipolitisch antiquierten Dinoparteiklötze erzählen. Dabei geht es bei denen nur um Eigeninteressen! GELD und MACHT um jeden Preis auf Kosten der Masse.

13.05.2011
08:50
Im Ruhrgebiet gehen mehr Firmen pleite
von BjoernKW | #6

@a_ha und @HansHuckebein:

Damit wollen sie vermutlich andeuten, dass der Ausländeranteil im Ruhrgebiet überdurchschnittlich ist und es deswegen weniger Unternehmen / Unternehmensgründungen gibt.

Es ist indes nur so, dass der Anteil der Unternehmensgründer unter den hier lebenden Ausländern höher ist als bei den Deutschen.

Schuld an der Misere im Ruhrgebiet ist der immer wieder beschworene, aber nie in letzter Konsequenz durchgezogene Strukturwandel, sowie das altbekannte hiesige Kirchturmdenken.

Warum muss das Ruhrgebiet z.B. aus etlichen verschiedenen Städten und mindestens eben so vielen Verwaltungen bestehen? Das schreckt Gründer ab.

13.05.2011
08:30
Im Ruhrgebiet gehen mehr Firmen pleite
von holmark | #5

Nettes Aufmacherfoto. Ist das die Kaffeekasse der Moderation? ;o)

13.05.2011
07:49
Im Ruhrgebiet gehen mehr Firmen pleite
von HansHuckebein | #4

#3
Doch, es gibt Antworten, aber diese werden schön unter Verschluß gehalten.
Solche Statistiken mag man bei der Obrigkeit gar nicht.

12.05.2011
20:51
Im Ruhrgebiet gehen mehr Firmen pleite
von a_ha | #3

Wie setzt sich die Bevölkerung im Ruhrgebiet zusammen - und wie im restlichen NRW?

Eine Frage, auf die es vermutlich keine Antwort geben wird.

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