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Ifo: "Die Unsicherheit über die Eurokrise belastet die Konjunktur"

25.07.2012 | 12:47 Uhr
Foto: /ddp images / dapd/dapd

Der dritte Rückgang des Geschäftsklimaindex' in Folge ist für den Konjunkturchef des Ifo-Instituts, Kai Carstensen, Beleg für eine Abkühlung der Konjunktur. Grund dafür sei "in erster Linie die Unsicherheit durch die Eurokrise", sagte Carstensen am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd. Der Geschäftsklimaindex ist von Juni bis Juli saisonbereinigt um 1,9 Punkte auf 103,3 Punkte gefallen.

München (dapd). Der dritte Rückgang des Geschäftsklimaindex' in Folge ist für den Konjunkturchef des Ifo-Instituts, Kai Carstensen, Beleg für eine Abkühlung der Konjunktur. Grund dafür sei "in erster Linie die Unsicherheit durch die Eurokrise", sagte Carstensen am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd. Der Geschäftsklimaindex ist von Juni bis Juli saisonbereinigt um 1,9 Punkte auf 103,3 Punkte gefallen. Das ist der niedrigste Wert seit März 2010.

Von einer Krise der deutschen Wirtschaft will Carstensen noch nicht sprechen. Der Geschäftsklimaindex liege nach wie vor über dem langjährigen Mittel. Die Prognosen für ein schwaches Sommerhalbjahr scheinen sich jedoch zu bewahrheiten. Da auch die Erwartungen für das kommende halbe Jahr schlechter ausfallen, "ist nicht mehr mit einer guten Konjunktur zu rechnen".

Die Eurokrise habe "realwirtschaftliche Auswirkungen", erklärte der Ifo-Konjunkturchef. Die Unternehmen stellten wegen der Unsicherheit Investitionen zurück, weil sie nicht wissen, wie es weitergeht. Dies wiederum trifft die Hersteller von Investitionsgütern wie den Maschinenbau.

"Der Konsum läuft kurzfristig weiterhin gut", erläuterte Carstensen. Das wiederum stütze den Einzelhandel. Es gebe auch "keine Hiobsbotschaften vom Arbeitsmarkt". Falls die Unsicherheit jedoch anhalten sollte, "kann man nicht garantieren, dass die deutsche Wirtschaft mit einem blauen Auge davonkommt", sagte der Ifo-Konjunkturchef.

Um die Konjunktur wieder anzukurbeln, "muss man die Eurokrise lösen", sagte Carstensen. "Nur weiß leider keiner, wie dies geht." Immer neue Kapitalspritzen der Euroländer seien keine Lösung, fügte der Ifo-Konjunkturchef hinzu. "Man muss die Gläubiger mit ins Boot holen."

dapd

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