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"Hauptsache rein" - NRW-Piraten wollen Landtag erobern

15.03.2012 | 14:31 Uhr

Die Piraten in Nordrhein-Westfalen haben nur ein Ziel vor Augen: "Hauptsache rein, das ist das Wichtige", sagt der Landesvorsitzende der Piratenpartei, Michele Marsching, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd.

Düsseldorf (dapd-nrw). Die Piraten in Nordrhein-Westfalen haben nur ein Ziel vor Augen: "Hauptsache rein, das ist das Wichtige", sagt der Landesvorsitzende der Piratenpartei, Michele Marsching, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd. Rein - das ist der Landtag in Düsseldorf. Und die Aussichten stehen gut: In den aktuellen Umfragen kommen die politischen Außenseiter auf fünf bis sieben Prozent der Wählerstimmen. Bei einem außerordentlichen Landesparteitag am übernächsten Wochenende sollen die landesweit 40 Kandidaten aufgestellt werden.

Marsching selbst kann sich gute Chancen auf einen vorderen Listenplatz ausrechnen. Schließlich hat sich der 33-jährige Softwareentwickler aus Essen als Landesvorsitzender schon einen Namen gemacht. Und die Piraten befinden sich im Aufwind: Neben den Grünen sind sie die einzige Partei in NRW, die sich über einen Mitgliederzuwachs freuen kann. Inzwischen sind es landesweit 3.800 - auch wegen Überläufen aus anderen Parteien.

Wie die Berliner Piraten an der Spree wollen auch die Piraten am Rhein den Sprung in den Landtag schaffen. Bei der Landtagswahl 2010 kamen sie gerade mal auf 1,6 Prozent. Neben Transparenz und Bürgerbeteiligung setzen sie auf eine liberalere Drogenpolitik und eine nachhaltige Umweltpolitik. Einem Spektrum sind sie nur schwer zuzuordnen. "Wir sind konservativ bis auf die Knochen, wenn es um das Thema Bürgerrechte oder Internet geht", sagt Marsching. Wenn es um das Grundeinkommen gehe, sei die Partei aber eher links.

"Wir wollen den Finger in die Wunde legen", sagt Marsching. Eine Fundamentalopposition werde es bei den Piraten nicht geben. Eine Regierungsbeteiligung bleibt Wunschdenken. "Wir wissen, dass wir neu sind im Politikbetrieb. Wir wissen, dass wir lernen müssen, wie es funktioniert", räumt der Landesvorsitzende ein.

Während die etablierten Parteien für den Wahlkampf auf einen eingesessenen Apparat zurückgreifen können, stehen die Piraten vor einem Problem. Alle Mitglieder sind ehrenamtlich aktiv, müssen einem Hauptberuf nachgehen. Marsching beispielsweise ist gerade in Elternzeit und nimmt seinen einjährigen Sohn mit zu Terminen: "Ich werde meine Verpflichtung dem Kind gegenüber nicht aufgeben, nur weil Wahlkampf ist."

Im Internet diskutieren die Piraten derweil, mit welchen Werbeartikeln sich wohl die meisten Wähler gewinnen lassen. Im Rennen sind unter anderem Bonbons mit Druck, Traubenzucker mit Signet, Einkaufswagenchips und Buttons. So neu ist das alles nicht.

(Wahlkampf-Umfrage: http://url.dapd.de/tWl3rK )

dapd

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