Hartz-IV-Pläne lösen heftige Proteste aus
23.07.2010 | 07:58 Uhr 2010-07-23T07:58:00+0200
Essen.Arbeitslosen-Verbände laufen Sturm gegen Regierungspläne zur Neuregelung der Wohnkosten: Künftig soll deren Höhe von den Kommunen je nach Haushaltslage festgelegt werden. Der Wohnungsanspruch für alleinstehende Hartz-IV-Empfänger könnte auf 25 Quadratmeter sinken.
SPD-Arbeitsmarktexperte Olaf Scholz hat die Pläne der Regierung scharf kritisiert, es den Kommunen zu überlassen, wie groß eine Wohnung für Hartz-IV-Empfänger sein darf. „Alle bisher bekannten Änderungsvorschläge für die Erstattung der Kosten der Unterkunft laufen am Ende darauf hinaus, dass ein Teil der Leistungsempfänger, anders als bisher, nicht mehr die vollen Kosten ersetzt bekommt. Das ist unsozial und unvernünftig“, sagte er den Zeitungen der WAZ-Gruppe.
„Die schwarz-gelbe Politik folgt immer dem gleichen Muster: Bluten dürfen die Kommunen und die sozial Schwachen“, sagte Grünen-Chef Cem Özdemir den Zeitungen der WAZ-Gruppe (Samstagausgabe). „Mit der Übertragung der Mietkosten-Bestimmung auf die Kommunen entzieht sich der Bund seiner Verantwortung und setzt den Kommunen die Pistole auf die Brust: Entweder sie werden ihrer sozialen Verantwortung wirklich gerecht und kommen damit in große Haushaltsnöte oder sie gehen den sozial Schwächsten drastisch an die Gurgel“, so Özdemir weiter.
Auch die die Kommunen und Arbeitslosenverbände laufen Sturm gegen die Pläne der Bundesregierung für eine Neuregelung der Wohnkosten für Hartz IV. Wie aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervorgeht, soll es den Kommunen übertragen werden, selbst zu bestimmen, wie groß eine Wohnung für Langzeitarbeitslose sein darf. Sie sollen per Satzung Grenzwerte für angemessene Unterkunfts- und Heizkosten festlegen. „Es wird nicht funktionieren, dass die Bundesregierung ein soziales Streitthema auf die Kommunen abwälzt“, sagte Uwe Zimmermann vom Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) den Zeitungen der WAZ-Gruppe. Die Vielzahl der Gerichtsverfahren habe doch gezeigt, dass man eine einheitliche Lösung brauche. „Grenzwerte für Wohnkosten kann man auch auf Bundes- oder Länderebene festlegen“, sagte Zimmermann. Als „vollkommen unsinnig“ bezeichnete Martin Behrsing vom Erwerbslosenforum Deutschland die Pläne, denn: „Das ist wider jeden Gleichheitsgrundsatz.“
Berechnung soll praktikabler werden
Das Arbeitsministerium erhofft sich durch seinen Vorschlag, dass die Berechnung der Wohnkosten „praktibaler wird und zu weniger Klagen vor den Sozialgerichten führt“, wie ein Ministeriumssprecher der WAZ sagte. Die Kommunen und die Arbeitslosenverbände erwarten genau das Gegenteil. ”Für mehr Rechtssicherheit bräuchten wir eine einheitliche Regelung. Doch wenn jede der 12500 Städte und Gemeinden selbst definieren soll, was eine angemessene Wohnung ist, erreicht man das Gegenteil”, sagte DStGB-Sprecher Zimmermann. Das Erwerbslosenforum glaubt: ”Das wird die Klagewelle noch um ein Vielfaches steigern und den Anwälten viel Geld bescheren.” Behrsing kündigte auch Widerstand dagegen an, dass die Kommunen besondere Leistungen für Behindert wie etwa Fahrkarten für den Nahverkehr, streichen können sollen. ”Dagegen werden wir Protest mobilisieren.”
Wird die Empfehlung der Expertengruppe des Arbeitsministeriums umgesetzt, könnte der Wohnungsanspruch für Alleinstehende auf nur noch 25 Quadratmeter beschränkt werden, berichtet die „Financial Times Deutschland“. Derzeit gilt ein Richtwert von 45 Quadratmetern.
Die Mietkosten zu senken sei nur ein Vorschlag für die klammen Kommunen. Die „Arbeitsgruppe Standards“ habe in ihrem Zwischenbericht zahlreiche weitere Sparideen gesammelt: Behinderte könnten etwa nicht mehr kostenlos Bus und Bahn nutzen dürfen, und der Zugang zu Behindertenwerkstätten könnte für alle beschränkt werden, die einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente haben. Was von den über 200 anderen Ideen umgesetzt werde, sei offen - neben dem Arbeitsministerium müssten auch noch andere Fachressorts die Vorschläge prüfen. (ddp)
21:23
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21:13
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20:59
Und schon schlägt der Wolf im Schafspelz, URSULA V.D. LEYEN wieder zu und warten wir mal ab was diese Dame noch so alles auf Lager hat. AUF DIE STRASSE BÜRGER !!
20:56
HIHIHI
laut unserer lieben Frau v.d.Leyen benötigt sie ungefähr 1,3 MRD (natürlich aus Steuergeldern) um 34.000 Bürgerdienststellen zu schaffen.
Na da wird ja einigen hier richtig der Hut hoch gehen - die jetzt schon meinen sie zahlen zuviel in den Sozialstaat.
Auf die dummen Gesichter freue ich mich.
20:40
@ #192 von DW
Sie fragten:
Glauben sie, diese Knochenarbeit würde heute noch ein Student machen?
Dazu meine ich:
Da bin ich mir nicht so sicher.
Der Status des Studenten im zeitlich befristeten Job damals war allerdings recht gut.
Man brauchte halt Arbeitskräfte und die Bezahlung lag auch meist erheblich über Tarif.
Würde man die damalige Bezahlung mit den damaligen Kosten für die Lebenshaltung und Freizeit eines Studenten (Ich spreche hier von einer Zeit vor vierzig Jahren)
auf die heutige Zeit hochrechnen käme ich auf einen Nettolohn von 25,00 Euro die Stunde.
Der wird natürlich heute nirgendwo gezahlt.
Mein Kommentar bezog sich aber auch auf die speziellen Lebensumstände eines Studenten siehe Zimmer in WG Altbauwohnung (übrigens die gleichen Altbauwohnungen die heute von den damaligen Studenten bewohnt werden nur jetzt sind sie zum Teil doppelverdienende Lehrerehepaare und die Wohnung gehört ihnen als supersanierte Eigentumswohnungohne Ölofen)
Normale Arbeitnehmerhaushalte bevorzugten die damaligen Neubauwohnungen und die waren im Mietpreis deutlich teurer.
Aber zu Ihrer Frage.
Bei 25,00 Euro netto meine ich: Ja
Bei 6,00 Euro netto meine ich: Eher nein
20:34
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20:29
Langsam platzt mir echt der Hals!!!!!!!!
wer auf kosten der allgemeinheit lebt sollte den ball mal ganz flach halten...
warum sind 25qm für einen alleinstehenden *******? wenn ich mir als arbeitender bürger nicht mehr leisten kann, muss ich auch in so einer klitsche wohnen. warum soll es dann den ärmsten besser gehen?
zudem ist es eine frechheit, dass es erwerbslosenforen gibt...die zeit die dort verbracht wird, könnte man besser für die jobsuche aufwenden. aber es gibt ja grds. hunderte ausreden. komischerweise jeder erwerbslose mindestens 3 kinder, ne kranke mutter usw...
sehr seltsam...das haben andere leute auch und gehen trotzdem für ihr geld arbeiten...
20:24
@spindoctor
Himmel, Herr Gott, noch eins, haben Sie es immer noch nicht mitgekriegt, der Staat mischt sich schon lange darin ein. Aber er kriegt den Hals nicht voll, denn irgendwoher muss ja das Geld für verschwendete Milliardenkredite kommen, die in korrupte Systeme fließen und garantiert nie wieder zurückgezahlt werden.
Es muss eine menschenwürdige, gleiche, verpflichtende und vor allem gleichbleibende Regelung getroffen werden, die nicht nach Gusto geändert werden kann.
Wir leben in einem Sozialstaat, der absolut gewollt ist und den es vor machtbesessenen Despoten und Marodeueren, die nicht in den Reihen der Arbeitslosen zu finden sind, zu schützen gilt.
Also hören Sie endlich auf zu hetzen.
Die wahren Geldverbrenner sitzen in der Regierung und bereichern sich in exorbitantem Maß an Steuern.