Hanijeh besucht Schiff der Hilfsflotte in der Türkei
02.01.2012 | 13:59 Uhr 2012-01-02T13:59:00+0100Istanbul (dapd). Der Ministerpräsident der Hamas-Regierung im Gazastreifen, Ismail Hanijeh, hat bei seiner ersten offiziellen Auslandsreise am Montag in Istanbul ein Schiff der sogenannten Gaza-Hilfsflotte besichtigt. Die mit Hilfsgütern beladene "Mavi Marmara" war 2010 im Mittelmeer von israelischen Soldaten gekapert und an der Weiterfahrt Richtung Gazastreifen gehindert worden. Bei der Kommandoaktion kamen neun Aktivisten ums Leben.
Hanijehs Besuch des Schiffs auf einem Dock in Istanbul galt als Zeichen der Solidarität mit der islamischen Hilfsorganisation IHH, die die Gaza-Hilfsflotte vorbereitet hatte. Für das vergangene Jahr hatte die IHH eine erneute Fahrt vorgesehen, ließ den Plan jedoch später fallen.
Hanijeh verurteilte bei der Besichtigung des Schiffs die israelische Blockade des Gazastreifens. Israel hatte die Einfuhrbeschränkung für Verbrauchsgüter nach der Kaperung der" Mavi Marmara" zwar gelockert, unterbindet jedoch weiterhin den Import von Baumaterialien wie Zement und Metall. Die Regierung in Jerusalem befürchtet, die Hamas könnte damit Festungen errichten.
Bereits am Sonntag war Hanijeh mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan zusammengetroffen. Beim ersten Stopp auf seiner Reise durch die muslimische Welt tauschte er sich mit Erdogan und dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu laut einem Bericht des türkischen Fernsehsenders TRT über die Situation im Gazastreifen sowie im Mittleren und Nahen Osten aus. Die Reise Hanijehs soll nach Angaben der Hamas nach den Revolutionen des arabischen Frühlings die Beziehungen zu den muslimischen Ländern verbessern.
Die Türkei setzt sich stark für eine Aussöhnung zwischen der Hamas und der Fatah-Partei des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas ein. Hamas und Fatah regierten die palästinensischen Autonomiegebiete nach den Parlamentswahlen 2006 kurzzeitig gemeinsam. Im folgenden Jahr übernahm die Hamas gewaltsam die Macht im Gazastreifen und verdrängte dort die Fatah, die seitdem nur noch das Westjordanland regiert. Bisherige Versuche der Aussöhnung scheiterten. Allerdings schienen zuletzt unter Vermittlung Ägyptens Fortschritte erzielt worden zu sein.
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