Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Nachrichten

Hacker-Attacken in der Nacht: Gema stellt erneut Anzeige beim BKA

15.06.2012 | 11:32 Uhr
Foto: /dapd/Margarethe Wichert

Das Hacker-Kollektiv Anonymous lässt sich offensichtlich von den Ermittlungen des Bundeskriminalamtes (BKA) nicht abschrecken und setzt seinen Kampf gegen die Gema fort. In der Nacht zu Freitag stand die Internetseite der Musikrechtegesellschaft stundenlang unter Beschuss, wie Gema-Sprecherin Ursula Goebel auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd in München bestätigte.

München (dapd). Das Hacker-Kollektiv Anonymous lässt sich offensichtlich von den Ermittlungen des Bundeskriminalamtes (BKA) nicht abschrecken und setzt seinen Kampf gegen die Gema fort. In der Nacht zu Freitag stand die Internetseite der Musikrechtegesellschaft stundenlang unter Beschuss, wie Gema-Sprecherin Ursula Goebel auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd in München bestätigte: "Wir haben deshalb eine neue Strafanzeige gestellt und die Daten der Angreifer an das BKA weitergeleitet." Anonymous feierte sich unterdessen selbst.

Am Dienstag und Mittwoch hatte das Bundeskriminalamt Wohnungen von 106 Beschuldigten durchsuchen lassen. Sie stehen unter Verdacht, im Dezember des vergangenen Jahres die Gema-Seite attackiert zu haben. Die Gema hatte auch damals schon die IP-Adressen der Angreifer an die Ermittler weitergeleitet, die damit einige aufspüren konnte. Die Beamten beschlagnahmten bei ihren Durchsuchungen Mitte dieser Woche etliche Computer und internetfähige Handys, sogenannte Smartphones.

Gema-Sprecherin Goebel sagte dapd, die neuen Angriffe ähnelten denen von damals sehr. Erneut sei über längere Zeit eine Flut von Anfragen auf die Server der Gema registriert worden. Bei solchen sogenannten DDoS-Attacken steigen Aktivisten allerdings nicht wirklich in die Systeme ein. Der Angriff gleicht eher einer digitalen Sitzblockade.

Die Aktivisten haben die Gema bereits seit Jahren im Visier. Sie stören sich daran, dass die Gesellschaft Videos etwa bei Youtube sperren lässt, um die Urheberrechte der Künstler zu schützen. Die Bewegung Anonymous kämpft gegen Zensur und für ein freies Internet.

Parallel zur erneuten Attacke auf die Verwertungsgesellschaft veröffentlichten Aktivisten in der Nacht zu Freitag in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter Botschaften wie "Gema nach Hause" und "gema.de kann in Ihrem Land nicht angezeigt werden, dass BKA hat die erforderlichen Geräte nicht beschlagnahmt".

Offen blieb unterdessen, ob die jüngsten Durchsuchungen aktive Aktivisten von Anonymous traf oder Helfer, die den Internetauftritt der Gema nur versehentlich lahmlegten - indem sie auf manipulierte Links geklickt haben, die Anfragen auf gema.de auslösten. Damals war die Seite der Gema zwar unter Beschuss, blieb aber stets verfügbar. Die neue Attacke traf die Computersysteme der Gema damit schwerer.

(Anonymous-Einträge zur neuen Attacke: http://url.dapd.de/PtSnrY sowie http://url.dapd.de/COwPNY )

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Aus dem Ressort
AfD-Kundgebung geht in Bottrop in lautem Pfeifen unter
Europawahl
Spitzenkandidat Prof. Bernd Lucke hielt eine Rede bei der Europawahl-Kundgebung der Alternative für Deutschland in Bottrop. Doch seine Rede auf dem Kirchplatz an der Cyriakuskirche ging im lauten Pfeifen von Gegendemonstranten unter. Der AfD wird vorgeworfen, rechtspopulistische Argumente...
Verfolgte Homosexuelle können Recht auf Asyl haben
Asylpolitik
Schwule und Lesben können auf Asyl in EU-Ländern hoffen - vorausgesetzt, ihnen drohen in ihrem Heimatland schwere Strafen. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Es ging um drei homosexuelle Männer aus afrikanischen Ländern, in denen auf Homosexualität mit Gefängnis bestraft wird.
Polizei findet Brandsätze bei Razzia gegen Linksextremisten
Kriminalität
Bei einer Razzia gegen Linksextremisten hat die Berliner Polizei in einem linksalternativen Wohnprojekt Brandsätze, Pyrotechnik und Stacheldraht gefunden. Erst im Juni hatten etwa 40 Vermummte in Kreuzberg Polizisten attackiert, zuvor hatten Unbekannte Fassaden von Jobcentern beschädigt.
Zu viele Protestanten - Orte müssen auf Feiertag verzichten
Mariä Himmelfahrt
Der 15. August 2014 wird in drei bayrischen Gemeinden ein Tag wie jeder andere sein: Denn Mariä Himmelfahrt ist dann dort kein gesetzlicher Feiertag mehr. Grund: Der letzte Zensus hat ergeben, dass in den Kommunen inzwischen mehr Protestanten als Katholiken leben.
Kritik an Mollath-Reklame von Sixt alarmiert den Werberat
Mollath-Werbung
Die Werbeanzeige des Autovermieters Sixt mit Gustl Mollath als Werbefigur hat für Wirbel gesorgt: Die Reklame war mit dem Nürnberger, der erst kürzlich aus der Psychiatrie entlassen worden war, nicht abgestimmt worden. Mollaths Anwalt kündigte rechtliche Schritte gegen Sixt an.