Guttenberg wird jüngster Wirtschaftsminister seit 1949
09.02.2009 | 12:20 Uhr 2009-02-09T12:20:00+0100
München. CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg wird Nachfolger von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos. CSU-Chef Horst Seehofer sieht Guttenberg als "guten Anwalt der Wirtschaftsinteressen der Bundesrepublik Deutschland".
Der 37-jährige Karl-Theodor zu Guttenberg wird Deutschlands jüngster Wirtschaftsminister. Noch nie hat ein deutscher Wirtschaftsminister vor seinem 40. Geburtstag dieses Amt angetreten. Ein Rückblick auf die Minister.
-- künftig: Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)
-- 2005 bis 2009: Michael Glos (CSU)
-- 2002 bis 2005: Wolfgang Clement (SPD)
-- 1998 bis 2002: Werner Müller (parteilos)
-- 1993 bis 1998: Günter Rexrodt (FDP)
-- 1991 bis 1993: Jürgen W. Möllemann (FDP)
-- 1988 bis 1991: Helmut Haussmann (FDP)
-- 1984 bis 1988: Martin Bangemann (FDP)
-- 1982: Manfred Lahnstein (SPD)
-- 1977 bis 1982 und 1982 bis 1984: Otto Graf Lambsdorff (FDP)
-- 1972 bis 1977: Hans Friderichs (FDP)
-- 1972: Helmut Schmidt (SPD)
-- 1966 bis 1971 und 1971 bis 1972: Karl Schiller (SPD)
-- 1963 bis 1966: Kurt Schmücker (CDU)
-- 1949 bis 1963: Ludwig Erhard (CDU)
Quelle: ddp und Wirtschaftsministerium
CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg wird neuer Bundeswirtschaftsminister. Der erst 37-jährige CSU-Politiker folgt dem amtsmüden Michael Glos nach, wie Parteichef Horst Seehofer am Montag offiziell bekanntgab. Glos hatte am Wochenende selbst um seine Entlassung gebeten und die CSU damit vorübergehend ins Chaos gestürzt. Guttenberg wird nun der jüngste Wirtschaftsminister seit 1949. Der auf Außenpolitik spezialisierte Jurist muss sich der schwersten Rezession seit Jahrzehnten stellen.
Neuer CSU-Generalsekretär wird nach dem Willen Seehofers der 38-jährige Bundestagsabgeordnete Alexander Dobrindt aus Weilheim in Oberbayern. Er gehört dem Parlament seit 2002 an und ist stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses. Dobrindt will sich nach eigenen Worten auch dafür einsetzen, die Distanz zwischen Bürgern und Politik zu verringern. «Das Codewort für die neue Zeit heißt Bürgerbeteiligung», sagte er.
Seehofer sagte in München, den ersten Zugriff auf das Wirtschaftsministerium habe er CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer eingeräumt. Es sei aber dann besprochen worden, dass Ramsauer den Vorsitz der CSU-Abgeordneten im Bundestag behalte.
Jüngster Wirtschaftsminister
Guttenberg sagte, er sei am Wochenende von der Entwicklung überrascht worden. Wenn die Partei eine Aufgabe stelle, «dann nimmt man sie allerdings auch wahr», sagte der CSU-Politiker. Er begreife die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise als Herausforderung und Bewährungsprobe. Er stelle sich dieser Aufgabe mit Kraft, Zuversicht und Mut, «aber auch mit der notwendigen Bodenhaftung».
Der 37-jährige Guttenberg, der sich als Außenpolitiker in der CSU-Landesgruppe im Bundestag einen Namen gemacht hatte, hat in der CSU eine Blitzkarriere hingelegt. Erst vor neun Jahren trat er in die CSU ein, 2002 wurde er bereits in den Bundestag gewählt und rückte sechs Jahre später in die Parteispitze auf.
Krisensitzung der CSU-Gremien
Am Morgen hatten in München die Spitzengremien der CSU über die Situation beraten. Seehofer hatte am Sonntagabend mit Glos in einem zweistündigen Gespräch die Gründe für den Rückzug erörtert. Während Seehofer noch am Samstag gesagt hatte, er lehne das Rücktrittsangebot von Glos ab, gab er dann am Sonntagabend doch seine Zustimmung.
Glos galt schon lange als amtsmüde. Sein Rückzugsangebot nur neun Monate vor der Bundestagswahl war aber am Samstag überraschend gekommen. Der 64-Jährige hatte es in einem Brief an Seehofer, der auch veröffentlicht wurde, mit seinem Alter und der fehlenden Bereitschaft begründet, sich für eine weitere Amtszeit nach der Bundestagswahl im September zu bewerben.
Nach dem Gespräch mit Seehofer sagte Glos am Sonntagabend in München, er werde Bundeskanzlerin Merkel offiziell um seine Entlassung bitten.
SPD irritiert
SPD und Opposition hatten verärgert auf die zähe Diskussion über den Rücktritt des Wirtschaftsministers in Zeiten der Finanzkrise reagiert. «Da muss wieder Ordnung geschaffen werden», sagte Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier in einem ARD-Interview. In der derzeitigen Wirtschaftskrise sei es «mehr als unglücklich, dass wir um die Zukunft des Wirtschaftsministers diskutieren».
«Wir brauchen in Zeiten, in denen Millionen Menschen sich um ihren Arbeitsplatz sorgen, eine handlungsfähige Bundesregierung», erklärte auch FDP-Chef Guido Westerwelle. «Diese Regierung gleicht einem Tollhaus», meinte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast. «Eine außer Kontrolle geratene bayerische Regionalpartei blockiert das ganze Land und die Kanzlerin schaut macht- und tatenlos zu.» (ap/rtr)
08:44
Guttenberg wird Wirtschaftsminister - oder Würstchen Paule soll McDonalds leiten!
08:44
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
15:17
Man muß Herrn Gutenberg eine Chance geben.
Schlimmer als es war,kann es nicht mehr werden .Die Kritik von SPD-GRÜN und Sonstige ist unangebracht..Was diese Partein bisher bei der jetzigen und vergangenen Regierung uns Bürgern Minister ohne jegliche Kompetenz vorgesetzt haben,spottet jeder Beschreibung.
15:05
G-Telegramm:
Glos gestern Gelegenheit genutzt: gekündigt. Geht gerne. Gute Gründe! Genug gehabt. -
Guttenberg gerade greifbar. Günstige Gelegenheit! Gleich Glück gemacht! Generalsekretär gelassen, Größeres geworden! -
Guter Generalsekretär gesucht. Gleichfalls gleich gefunden! -
Ganze Geschichte glimpflich gelaufen, glaubt ganze geschreckte Gesellschaft gerne. Gründlich geirrt!
Gemütlich grüßt
Franz Josef Neffe
15:00
Glos,Merkel,Seehofer.Eine interessante Bundestagswahl 2009.Bei der Wahl sollten wir alle Trauer tragen wenn wir den anderen Parteien die letzte unter 5% Ehre erweisen.Frau Merkel konnte zu Kohl,s Zeiten besser intregieren als heute regieren.Die SPD krebst von einem Umfragetief zum anderen.FDP Weserwelle muss wegen Größenwahn behandelt werden und die Grünen bedürfen einer Chlorophyll-Kur um an ihr Wort Grün erinnert zu werden.Links ist auf Dauer keine Alternative,aber um den Anderen einen Denkzettel zu verpassen sind sie ja ganz nützlich.Ja,die Qual der Wahl.
14:55
@ random
Das sehe ich genauso (alte Version). Aber in Deutschland ist halt jeder schlauer als der Schiri, sobald er nur die Trillerpfeife unfallfrei bedienen kann. Und wer viel Zeit hat, kann sich viel aufregen.
14:45
[gelöscht - bezog sich auf entfernten Kommentar]
14:42
Warum jetzt zu Guttenberg ? Da hätte man Gelder einsparen können.
Die paar Monate hätte Steinbrück den Posten doch mit übernehmen können.
Die letzten Jahre ging es doch auch ohne (aktiven) Wirtschaftsminister.
14:30
Der größte Intrigant verlässt das Land und was macht Seehofer? Er baut sich mit Guttenberg seine Seilschaft weiter aus. Kompetenz in Sachen Wirtschaft scheint da eher eine untergeordnete Rolle zu spielen!
14:25
Über 70 % haben in derwesten bei der Umfrage über Herrn Guttenberg angekruzt, dass sie ihn nicht kennen.
Aber hier im Forum wird mal wieder massivst in der negativsten Form gehetzt und dümmliche Kommentare abgesondert.
Man sollte einfach mal abwarten wie Herr Guttenberg agiert und dann kann man immer noch seine Kritik ablassen.
[von Moderation entfernt]