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Guttenberg plant Verkürzung des Wehrdienstes schon 2010

17.03.2010 | 08:00 Uhr
Guttenberg plant Verkürzung des Wehrdienstes schon 2010

Berlin. Schon ab Oktober soll offenbar die Verkürzung des Wehrdienstes in Kraft treten. Bundesverteidigungsminister Guttenberg will die Neuerung vorziehen, die laut Koalitionsvertrag erst für Januar 2011 geplant war. Der Wehrbeauftragte Robbe kritisiert das Vorhaben.

Der scheidende Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), hat sich kritisch zur geplanten Verkürzung des Wehrdienstes von neun auf sechs Monate geäußert. „In der Truppe wird die Verkürzung überwiegend sehr skeptisch gesehen, weil man dort im Augenblick noch nicht erkennen kann, in welche Richtung das Ganze gehen soll“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Nach einem Bericht des ARD-Hauptstadtstudios will Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die Verkürzung des Wehrdienstes vorziehen. Er plane bereits zum 1. Oktober dieses Jahres die einberufenen Wehrpflichtigen wieder zu entlassen. Laut Koalitionsvertrag soll die Wehrdienstverkürzung erst zum Januar 2011 in Kraft treten.

Schwere Mängel in der Bundeswehr

Bei der Vorstellung seines letzten Jahresberichts für 2009 hatte Robbe am Dienstag schwere Mängel in Ausbildung, Ausrüstung und Versorgung der Truppe sowie Besoldungs- und Beförderungsdefizite beklagt. Scharfe Kritik übte er unter anderem am Sanitätswesen der Bundeswehr und forderte personelle Konsequenzen. Dem Inspekteur Sanitätsdienst warf er ein klares Versagen vor. Mittlerweile fehlten der Bundeswehr 600 Ärzte.

Neben strukturellen Verbesserungen in der Bundeswehr forderte Robbe auch mehr gesellschaftlichen Rückhalt für deutsche Soldaten in Auslandseinsätzen. „Sie leiden ganz einfach darunter, dass sie zu wenig moralische Unterstützung durch ihre Mitbürger bekommen“, sagte der SPD-Politiker der Tageszeitung „Die Welt“. In Deutschland gebe es viel zu wenig Empathie für die Soldaten, die ja nicht freiwillig in die Auslandseinsätze gingen. Hier sei nicht nur die Politik in der Pflicht. Vielmehr seien alle Organisationen in Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft gefragt. Robbes fünfjährige Amtszeit endet im April. Sein Nachfolger soll der FDP-Politiker Hellmut Königshaus werden. (ddp)

DerWesten



Kommentare
17.03.2010
19:21
Guttenberg plant Verkürzung des Wehrdienstes schon 2010
von bigbendo | #40

Tja ich war 12 Monate beim Bund, und meine Ausbildung war die beste die mann bekommen konnte.

3 Monate Grundausbildung, und fast 9 Monate nur gesoffen.

Und als dank für den Idiotendienst den ich da geleistet habe, hat man mir noch nicht mal einen drittel meinen normalen Monatsnetto Lohn gezahlt.

17.03.2010
14:59
Guttenberg plant Verkürzung des Wehrdienstes schon 2010
von jps | #39

Kritische Nachfragen von Mitarbeitern beantwortet Guttenberg mit Entlassungen 2

Die Schande hat Guttenberg, wie sich jetzt herausstellt. Nicht nur, dass er seine verschiedenen, aber dafür jeweils im Brustton der Überzeugung vorgetragenen Wertungen so zu erklären versuchte, samt und sonders auf Kosten von Schneiderhan und Wichert. Und es waren Irrtümer! Jetzt stellt sich auch noch heraus, dass der Grund, der zu ihrem Abschied führte, unhaltbar ist. Wieder ein Irrtum. Den Guttenberg so nebenbei anspricht, in einem Interview, unter anderem, nach dem Motto: Ach ja, war gar nicht so.

Schneiderhan und Wichert konnte der Minister entlassen, das ist sein Recht. Ohne Angabe von Gründen. Wenn er ihnen die Ämter nicht zutraute, wenn er ihnen nicht vertraute. Das ist alles möglich. Unmöglich ist aber, was geschehen ist.

So etwas hat es noch nicht gegeben. Früher hätte man gesagt, das gehört sich nicht. Mindestens. Früher hätte der, der so gehandelt hat, daraus Konsequenzen gezogen – für sich. Demokratische Gepflogenheit und Benimm: Man muss den Eindruck gewinnen, als mangle es dieser Koalition, der schwarz-gelben, der selbst ernannten bürgerlichen, an eben deren Maßstäben.

Was sich gehört hätte? Dort, wo er sie desavouiert hat, im Bundestag, hätte Herr zu Guttenberg sich hinstellen und sagen müssen: Ich habe mich geirrt, ich nehme den Vorwurf zurück, dass es mit Vorsatz geschehen ist. Damit hätte er Ehre eingelegt, sogar auch für sich. Hat er aber nicht.

Und die Kanzlerin sagt kein einziges Wort. Aber nächste Woche, da tagt der Untersuchungsausschuss. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen.

17.03.2010
14:58
Guttenberg plant Verkürzung des Wehrdienstes schon 2010
von jps | #38

Kritische Nachfragen von Mitarbeitern beantwortet Guttenberg mit Entlassungen 1

Erst feuert er verdiente Mitarbeiter, jetzt versucht er sich herauszuwinden. Ein so skandalöses Verhalten wie Guttenberg im Fall Kundus hat sich kein Vorgänger erlaubt. Ein Kommentar von Stephan-Andreas Casdorff


Guttenberg muss befürchten, dass Ex-Generalinspekteur Schneiderhan im Kundus-Untersuchungsausschuss unangenehme Details ausspricht

Man kann sich gar nicht genug aufregen über diesen Fall, diesen Skandal. Denn das ist es, was sich der Herr im Verteidigungsministerium, der Freiherr Karl-Theodor von und zu Guttenberg, da geleistet hat in Sachen Ehrabschneidung. Zu früheren Zeiten wäre er zum Duell gefordert worden. Aber wir sind in der Neuzeit – und da wird ihm noch nicht einmal ein Vorwurf gemacht? Unsitten sind das!


Es geht um den Vier-Sterne-General Wolfgang Schneiderhan und um Staatssekretär Peter Wichert. Denen hatte Guttenberg vorgehalten, sie hätten ihm zum Bombardement von Kundus, durch das viele Zivilisten starben, Dokumente vorenthalten, ja, sie unterschlagen. Darum verloren beide ihre Posten, wurden geschasst mit – wenn man es genau nimmt – strafbewehrten Vorwürfen, kurz: mit Schimpf.

17.03.2010
13:54
Guttenberg plant Verkürzung des Wehrdienstes schon 2010
von genral a.D. | #37

Aufständischen platt gemacht #Bob,

weil es Aufständische sind und eben keine Armee. Eine konventionelle Armee kann Aufständische nicht besiegen.

17.03.2010
13:50
Guttenberg plant Verkürzung des Wehrdienstes schon 2010
von ulogregor | #36

Die BW brauchen wir bald für die innere Sicherheit.

17.03.2010
13:50
Guttenberg plant Verkürzung des Wehrdienstes schon 2010
von general a. D. | #35

Leider würde ich da fatih auch zustimmen. Wichtig ist noch, dass die Sprengkraft der luftgestützten Raketen enorm gesteigert wurde. Um die Verhältnisse klar zu machen: In den ersten Kriegstagen im 2. Golfkrieg wurde mehr Sprengkraft eingesetzt als bei der Invasion der Alliierten bis zur Kapitulation am 8. Mai.

17.03.2010
13:44
Guttenberg plant Verkürzung des Wehrdienstes schon 2010
von fatih | #34

Die allgemeine Wehrpflich hatte Sinn im Zeitalter der Bodenkriege. Die gibt es nicht mehr. Sie sind zu teuer und nicht effektiv. Ein Panzerheer von 200 Panzern und Fahrzeugen benötigt das 15fache an Logistik, was nach geschleppt werden muss. Von der Muntion bis zum Diesel.

Die Luftwaffe macht das schneller und kostengünstiger.

17.03.2010
13:39
Guttenberg plant Verkürzung des Wehrdienstes schon 2010
von fatih | #33

warum latschen die NATO-Truppen dann mit immer mehr Bodentruppen durch Afghanistan ?

Das stimmt soch nicht. Es gibt kein deutsches Heer in Afgahnistan. Es gibt Bodentruppen zur Aufklärung. Die Bundeswehr-Bodentruppen haben keinen Angriff geführt. Sollen sie auch gar nicht. Sie wollen aufklären. Das andere macht die Luftwaffe.

Das Kontingent der Bundeswehr an Bodentruppen reicht mal gerade hin, um die eigenen Truppen, das eigene Feldlager vor feindlich Angriffen zu schützen, bis Luftunterstützung eingetroffen ist. Mehr nicht. Die Bodentruppen sind allein wegen des humanitären Einsatzes da. Schulbauten, Wasserleitungen etc.

Es wird keine Schlachten der Bundeswehr in A. geben. Keine großen Panzerschlachten zum Beispiel wie man sie noch aus dem 2. Weltkrieg kannte. Eine solche Taktik verfolgt heute keine Armee der Welt mehr.

Die U.S. Army hat auch in Irak keinen Bodenkrieg geführt. Sie hat konsequent auf einen Luftkrieg gesetzt und ist dann erst mit Bodentruppen zur Sicherung der gewonnen Räume nachgerückt.

17.03.2010
13:34
Guttenberg plant Verkürzung des Wehrdienstes schon 2010
von fatih | #32

Bob

Diese Zeitsoldaten wird es nach wie vor geben. Es geht um die allgemeine Wehrpflicht. Die Budneswehr wirbt doch für Zeitsoldaten. Vornehmlich Abiturienten. Hier bietet sie auch einiges: Studieren bei vollem Gehalt.

Es geht doch der Bundeswehr um den Punkt: Sie will sich die Leute aussuchen und nicht einziehen.

17.03.2010
13:33
Guttenberg plant Verkürzung des Wehrdienstes schon 2010
von Bob | #31

Der Soldat am Boden feuert doch heute keinen Schuss mehr ab. Er beobachtet, er macht die feindlichgen Stellung ausfindeig und gibt die Koordinaten weiter an die Luftwaffe. Der Gegenangriff wird nicht mehr vom Boden aus durchgeführt,

Du hast wirklich keine Ahnung... wenn das so wäre, warum latschen die NATO-Truppen dann mit immer mehr Bodentruppen durch Afghanistan ? Genauso wie vorher die Russen ?

Du kannst ein Land ( oder ein Ziel wie Tanklastwagen / Panzer etc ) aus der Luft heraus bekämpfen, aber gewonnen ( oder nicht ) wird ein Krieg am Boden - daran hat sich bis heute nix geändert. Warum sind die Allierten denn unter hohen Verlusten im WW II nach Deutschland einmarschiert ? Sie hatten doch die absolute Lufthoheit und Jäger, Bodenkampfflugzeuge und Bomber ohne Ende ? Warum haben die Amis weder im Irak bis heute alles Aufständischen platt gemacht oder in Afghanistan alle Taliban vernichtet ? Die haben noch nicht einmal Flugzeuge ! Laut deiner These müßten beide Kriege schon lange zu Ende sein...

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