Griechisches Sparpaket trifft auch Schulen in NRW
15.02.2012 | 15:07 Uhr 2012-02-15T15:07:30+0100Griechenland muss sparen: Die Kürzungen treffen auch die griechischen Schulen in Nordrhein-Westfalen. Das griechische Generalkonsulat habe das Land NRW darüber in Kenntnis gesetzt, dass das Parlament in Athen bereits im Herbst 2011 die Schließung der sogenannten Lyzeen beschlossen habe, teilte das Schulministerium auf Anfrage der Landesschülervertretung mit.
Düsseldorf (dapd-nrw). Griechenland muss sparen: Die Kürzungen treffen auch die griechischen Schulen in Nordrhein-Westfalen. Das griechische Generalkonsulat habe das Land NRW darüber in Kenntnis gesetzt, dass das Parlament in Athen bereits im Herbst 2011 die Schließung der sogenannten Lyzeen beschlossen habe, teilte das Schulministerium auf Anfrage der Landesschülervertretung mit. Das Schreiben lag der Nachrichtenagentur dapd am Mittwoch vor.
Ab 2013 würden "keine Schüler mehr in die Klasse 10 aufgenommen". Als Konsequenz aus der geplanten Abschaffung der griechischen Oberstufe rechnet das Schulministerium mit einer "starken Abwanderungsbewegung" auch der Schüler aus griechischen Grundschulen und Gymnasien an deutsche Schulen.
Das Land hatte 2009 zehn griechischen Schulen in Bielefeld, Dortmund, Lüdenscheid, Wuppertal, Düsseldorf und Köln den Status anerkannter Ergänzungsschulen verliehen. Diese Schulen werden derzeit von etwa 2.000 Schülern besucht.
Das Schulministerium will nun mit den "Bezirksregierungen über die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern aufgelöster griechischer Ergänzungsschulen in öffentliche Schulen sprechen".
Seit den 1970er Jahren gibt es in NRW griechische Auslandsschulen. Der Schulorganisation und dem Unterricht liegen die Vorgaben des griechischen Bildungs- und Schulministeriums zugrunde.
An den zehn Schulen unterrichten Lehrer griechischer Staatsangehörigkeit in einem Beamtenverhältnis zum griechischen Staat sowie Lehrkräfte deutscher Staatsangehörigkeit, die in Deutschland aufgewachsen sind und studiert haben.
Seit 2009 können Eltern in NRW ihre Kinder an einer griechischen Schule anmelden, ohne bei der Schulaufsichtsbehörde die sonst erforderliche Ausnahmegenehmigung zum Besuch einer ausländischen Schule beantragt zu haben. "Hier wächst eine Generation junger Menschen heran, die in zwei Kulturen und in zwei Sprachen zu Hause ist. Das ist ein Gewinn für beide Seiten", hatte die damalige Schulministerin Barbara Sommer (CDU) gesagt.
dapd