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"Griechenland mit Euro zu dauerhaftem Siechtum verdammt"

07.11.2011 | 17:41 Uhr

München (dapd). Ein Euro-Austritt wäre nach Ansicht von Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn auch für die griechische Wirtschaft die beste Lösung. Keine Reform, nur die Rückkehr zur Drachme, könne die Wettbewerbsfähigkeit des Landes langfristig entscheidend verbessern. Das sagte der Wirtschaftsprofessor am Montag der Nachrichtenagentur dapd.

"Ich empfehle den Griechen im eigenen Interesse, aus dem Euro auszutreten", sagte Sinn, der das Münchner Ifo-Institut leitet. "Ich befürchte aber, dass das nicht passieren wird, sondern dass man das Land zum Verbleib im Euro und damit zu dauerhaftem Siechtum verdammt."

Auch ein Spitzen-Ökonom wie der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Lucas Papademos, könne das nicht ändern. "Lucas Papademos ist ohne Zweifel ein hervorragender Ökonom, aber es geht nicht mehr um die Frage, wie die richtige Politik aussieht. Es gibt keine Politik, die Griechenland wettbewerbsfähig macht - außer dem Austritt aus dem Euro", sagte Sinn.

Die Rückkehr zur Drachme sei alternativlos, denn andernfalls werde Griechenland auch weiterhin über seine Verhältnisse leben - das heißt mehr importieren als exportieren und so ein Außenhandelsdefizit haben, sagte Sinn. Hingegen werde eine Abwertung der Drachme die Wirtschaft stärken. "Bei einer Abwertung werden die Importe teurer und weniger nachgefragt. Die Griechen kaufen dann mehr griechische Waren, und die Ausländer kommen wieder als Touristen", weil Urlaub in Griechenland billiger werde, sagte Sinn.

dapd

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