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Graumann setzt hohe Erwartungen in Gaucks Israel-Reise

28.05.2012 | 05:52 Uhr
Foto: /dapd/Thomas Lohnes

Der Zentralrat der Juden in Deutschland setzt große Hoffnungen in die Reise von Bundespräsident Joachim Gauck nach Israel. Der Präsident der Vertretung von rund 105.000 Juden in der Bundesrepublik, Dieter Graumann, sprach im Interview der Nachrichtenagentur dapd in Frankfurt am Main von einer großen Chance zur Verstärkung der Freundschaft beider Länder.

Frankfurt/Main (dapd). Der Zentralrat der Juden in Deutschland setzt große Hoffnungen in die Reise von Bundespräsident Joachim Gauck nach Israel. Der Präsident der Vertretung von rund 105.000 Juden in der Bundesrepublik, Dieter Graumann, sprach im Interview der Nachrichtenagentur dapd in Frankfurt am Main von einer großen Chance zur Verstärkung der Freundschaft beider Länder. Es sei ein richtiges Signal, dass das Staatsoberhaupt schon in den ersten Wochen nach seiner Amtsübernahme nach Israel reise.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland hob hervor, dass die Bundesrepublik als der beste Freund Israels in Europa gelte und das Deutschlandbild dort sehr positiv sei. Umgekehrt sei das leider nicht so, und auch deshalb erhoffe er sich von dem Besuch Gaucks neue Impulse. Graumann begleitet den Bundespräsidenten auf der viertägigen Reise, die Gauck ab Montag nach Israel und auch in die palästinensischen Gebiete führt. An der Seite des Staatsoberhaupts wird er auch bei dessen Besuch in der Gedenkstätte Yad Vashem sein.

Gaucks Reise sei ein richtiges und wichtiges Zeichen dafür, dass der Bundespräsident die Beziehungen zu Israel ernst nehme, sagte der Zentralratspräsident weiter. Er hoffe, dass der Besuch einen neuen Anstoß dafür auslöse, zu einer noch stärkeren Freundschaft zu kommen. "Das Bild Israels in den deutschen Umfragen stimmt mich traurig", sagte Graumann und fügte hinzu: "Ich hoffe, der Bundespräsident kann dazu beitragen, es zurechtzurücken." Israel mache sicher nicht alles richtig, aber das Land habe mehr Fairness verdient.

Graumann nannte Gauck eine "eindrucksvolle Persönlichkeit". Mit der Kraft seiner Popularität könne er viel bewirken. Israel sei ein von außen bedrohtes Land, und es habe eine Wertegemeinschaft mit Deutschland, die auch Verpflichtung sei. Der neue Bundespräsident spreche viel von Freiheit, sagte Graumann, und Israel sei eine "Oase der Freiheit" in der Nahost-Region.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland erinnerte auch an die historische Verantwortung der Deutschen gegenüber Israel, die nicht vergehe. Er wünsche sich aber "nicht nur eine verordnete Freundschaft, sondern eine in den Herzen der Menschen verankerte", fügte Graumann hinzu. Und es wäre eine "wunderschöne Sache", wenn Gaucks Besuch dazu beitragen könne.

dapd

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