Giftstoff in Solarzellen bleibt erlaubt
24.11.2010 | 14:34 Uhr 2010-11-24T14:34:00+0100
Brüssel.Der Anteil von Giftstoffen in Elektrogeräten soll künftig begrenzt werden. Das haben die Europa-Abgeordneten beschlossen. Eine Ausnahme gibt es jedoch ausgerechnet für die umweltfreundlichen Solarzellen.
Der Abfall soll sicherer werden. Das haben die Europa-Abgeordneten am Mittwoch beschlossen. Deshalb soll künftig der Anteil „gefährlicher Substanzen“ in Elektrogeräten schon bei der Produktion begrenzt werden. Doch die Neufassung des entsprechenden Gesetzes beschränkt den Einsatz von Cadmium, Blei, Quecksilber und Chrom. Dabei gilt aber eine Ausnahmeregelung für Solarzellen: Die dürfen weiterhin das hochgiftige Cadmium enthalten. Europaabgeordnete wie Holger Krahmer (FDP) unterstellen den Profiteuren der Regelung, im Vorfeld heftige Lobbyarbeit betrieben zu haben – doch offenbar sind auch die Cadmium-Gegner nicht zimperlich vorgegangen.
Die Kritik richtet sich gegen die US-Firma First Solar, die auch in Frankfurt an der Oder präsent ist, die Ausnahmeregelung durch ihr Werben massiv beeinflusst zu haben. First Solar selbst bestätigt den Einsatz von Cadmiumtellurid auf Anfrage, erklärt aber, dabei handele es sich um „eine stabile Halbleiterverbindung mit hervorragenden Performance- und ökologischen Eigenschaften.“
Zudem verweist First Solar auf eine aktuelle Untersuchung der Organisation Lobbycontrol. Die bescheinigt dem US-Unternehmen zwar, „intensive Lobbyarbeit“ betrieben zu haben, um die eigene Produktion nicht zu gefährden. Gleiches gelte jedoch für die Cadmium-Gegner.
Ersatzmaterialien häufig teurer
Die nämlich hätten ihrerseits versucht, die Debatte im Sinne jener Firmen zu beeinflussen, die auf den Einsatz des Giftstoffs verzichten. Im Gegensatz zu First Solar habe sich die Gruppe mit dem Namen „Non Toxic Solar Alliance“ (Bündnis für ungiftiges Solar) als unabhängig ausgegeben – obwohl sie von einer Lobbyagentur gegründet wurde.
Aus Sicht von Bernd Bilitewski, Chef des Instituts für Abfallwirtschaft und Altlasten an der Technischen Universität Dresden, wäre der Einsatz des Schwermetalls in Solarzellen, jedenfalls entbehrlich. „Im Laufe der letzten dreißig Jahre haben wir Cadmium aus vielen Produkten herausgeholt. Früher war das sogar im Plastik enthalten“, erläutert der Abfallwissenschaftler. Ersatzmaterialien jedoch seien in der Verwendung häufig teurer.
Problem beim Recycling
Solange das Produkt im Betrieb ist, sei der Einsatz weitgehend unbedenklich. „Beim Recycling haben Sie mit dem Stoff aber ein Problem“, erklärt Bilitewski. Dann nämlich muss das Cadmium mit aufwändigen Verfahren isoliert werden, bevor es, in möglichst konzentrierter Form, als Sondermüll entsorgt wird. Denn wenn Menschen mit dem hochgiftigen Metall in Verbindung kommen, droht Krebs. Auch die Umwelt leidet, besonders Gewässer können durch die Substanz vergiftet werden. Zudem lagert sich der Stoff in Pflanzen ein.
Insgesamt verteidigten Abgeordnete mehrerer Fraktionen das EU-Gesetz trotz aller Kritik an der Cadmium-Regelung als Kompromiss. Immerhin gilt die Richtlinie demnächst für einen viel größeren Kreis von Produkten als bisher, darunter etwa Handys oder Kühlschränke. Die Mitgliedsstaaten haben ihre Zustimmung bereits zugesagt.
22:13
Die ganze Solarförderung sofort einstellen. Die Förderung der Solarenergie ist ein Steckenpferd Deutschlands. Ende 2011 werden vom Staat 120 Milliarden Euro in unzählige Projekte investiert worden sein – in einem Land, in dem die Sonne nicht oft genug scheint, um effizient Strom zu erzeugen. Die subventionierte Energie ist äußerst kostspielig und die Rechnung tragen die Verbraucher.
In Spanien etwa, wo die Sonne dreimal häufiger scheint als hier, fördert man jetzt nur noch einen Solarzubau von 500 Megawatt im Jahr. Das ist weniger als ein Fünfzehntel dessen, was in diesem Jahr auf Deutschlands schattige Dächer kommt. Auch das sonnenverwöhnte Frankreich glaubt, dass 500 Megawatt das Maximum dessen sind, was man sich an neuen Solarmodulen jährlich erlauben kann. Hierzulande aber genießt die Solarbranche das weltweit einmalige Privileg, in unbegrenzter Höhe direkt in die Taschen der Verbraucher greifen zu dürfen. Mehr als 8000 Megawatt Solarmodule werden deshalb in diesem Jahr verbaut, und im nächsten Jahr sollen es noch mehr werden. Zum Bezahlen der teuersten Kilowattstunden der Welt ist der deutsche Verbraucher ja gesetzlich verpflichtet. Für die bis Jahresende verbauten Solarmodule müssen die Verbraucher laut Rheinisch-Westfälischem Institut für Wirtschaftsforschung in den nächsten 20 Jahren mehr als 85 Milliarden Euro abstottern.
20:52
Der Anteil von Giftstoffen in Elektrogeräten soll künftig begrenzt werden. Das haben die Europa-Abgeordneten beschlossen. Dabei wäre ich schon zufrieden mit weniger Giftstoffen aufrund von Feinstaubbelastung und Industrieemissionen in meiner Lunge. Und weniger strahlender Atommüll für das Erbgut zukünftiger Generationen! Und weniger verseuchte Lebensmittel durch Beimengungen von chemischen und medizinischen Stabilisatoren. ich wäre schon zufrieden mit weniger Gestank durch Abgase von Fahrzeugen und Lärm durch Autobahnen und Flugverkehr! Aber: an diese Art von Umweltverständnis muss sich mein Körper wohl gewöhnen und der meiner Kinder wird sich auch daran erbrechen. Der Fortschritt ist nun mal nicht aufzuhalten. Zumindes kann er wohl nicht auf das unbedingt Notwenige (s. Artikel) begrenzt werden.
20:34
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Ach ja, alles öko?
Würde auch mal sehen wolle, wie die CO2-Bilanz eines Windrades ist.
- Betonherstellung (absoluter CO2-Hammer!)
- Stahlherstellung (Import Kohle und Erz)
- Installation auf dem Wasser
- Rückbau nach nur 20 Jahren (!!!)
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17:42
@8: Dunkel ist der Rede Sinn...
17:08
Weil die Grünen sonst demonstriert hätten und diese Sachen publik machen würden bzw. deren LKWs stilllegen etc. Aber da es den Grünen nicht um Umwelt sondern um Presse geht tun sies natürlich nicht.
16:30
@3, 4, 6: Wieso ist die amerikanische Firma First Solar die Klientel der Grünen?
Seit wann haben die Grünen im Europaparlament die Mehrheit? Tatsächlich haben leider die Rechten die Mehrheit.
Ich vermute eher, dass mal wieder eine industriefreundliche Entscheidung gekauft wurde.
16:05
jaja, ich möchte gerne wissen wie die Grünen das nur gegenüber unseren Kindern verantworten können? Dieser Müll kann auf jahrtausende unsere Umwelt vergiften!
15:29
@ #3: Wenn man keine Ahnung hat, .... Die Allermeisten, vor allem deutsche Solarhersteller arbeiten Cd-frei. Zudem betrifft es zumeist nur die Dünnschicht. Es geht hier nur um EINE bestimmte im Artikel genannte Firma die Lobbyarbeit betreibt, weil sie sonst sehr kostenträchtig ihr Produktionsverfahren umstellen müsste. Ich bin FÜR Cd.-Freiheit, und nicht dagegen!
Was haben Die Grünen DAMIT zu tun?
15:24
Anderen Klientel-Politik vorwerfen und selbst welche betreiben. Glückwunsch an die europäischen Ökos
15:11
Das ist die Klientel der Grünen und dies Leute werfen anderen Parteien Klientelpolitik vor?
Lächerlich der ganze Verein!