Gericht verschiebt Karstadt-Frist erneut
10.08.2010 | 14:24 Uhr 2010-08-10T14:24:00+0200
Essen.Die etwa 25.000 Beschäftigten von Karstadt müssen noch länger bangen als gedacht: Das Essener Amtsgericht verschob einen wichtigen Termin für die zahlungsunfähige Warenhauskette am Dienstag erneut.
Nun entscheiden die Richter am 3. September über den Insolvenzplan für die traditionsreiche Warenhaus-Kette, die seit Juni 2009 insolvent ist. Das teilte Karstadts Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg am Dienstagnachmittag mit.
Eigentlich wollten die Richter an diesem Dienstag über den Plan entscheiden. Doch der Mietstreit zwischen dem designierten Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen und dem Hauptvermieter, dem Immobilienkonsortium Highstreet, ist noch nicht beigelegt. Daher gewährte das Gericht den Beteiligten Aufschub. Es ist die dritte Terminverschiebung der Richter im Fall Karstadt.
Mietstreit verzögert Vollzug des Kaufvertrags
„Einzig und allein der Vollzug des Kaufvertrags steht als Bedingung für den Insolvenzplan weiterhin aus“, betonte Görg. „Zum Vollzug des Kaufvertrags fehlt die Einigung der Berggruen Holding mit dem Vermieterkonsortium über Änderungen des Mietverhältnisses. Alle weiteren aufschiebenden Bedingungen des Kaufvertrags zwischen Berggruen und der Insolvenzverwaltung sind erfüllt.“
Görg mahnte zur Eile. Im Interesse aller Gläubiger - das sind neben den Vermietern auch Mitarbeiter oder Lieferanten - solle das Insolvenzplanverfahren schnellstmöglich aufgehoben werden. „Karstadt wirtschaftet derzeit erfolgreich“, betonte der Insolvenzverwalter. „Mittel- und langfristige Investitionen in die Attraktivität der Filialen können mit Abschluss der Insolvenz zügig ausgelöst werden.“ Kritik übte er an den Miet-Gesprächen: „Die Zeit des Verhandelns, Verzögerns und Verhinderns muss ein Ende haben. Hätten die Beteiligten ebenso viel Energie in konstruktive Lösungen wie in Medienkampagnen gesteckt, dann könnte Karstadt sich schon heute noch erfolgreicher am Markt positionieren“, fasst Görg die letzen Wochen zusammen.
Anderen Interessenten für Karstadt erteilte Görg erneut eine Absage. Jüngst hatte der italienische Investor Maurizio Borletti, der ebenfalls im Highstreet-Konsortium sitzt, überraschend ebenfalls für Karstadt geboten.
Deutsche Bank und Goldman Sachs sind dabei
Der Vermieter-Gruppe Highstreet gehören der 86 der bundesweit 120 Karstadt-Filialen. In dieser Vermietergruppe sitzen die Deutsche Bank, die US-Investmentbank Goldman Sachs und institutionelle Investoren – insgesamt 90 bis 100 Menschen.Highstreet und der deutsch-amerikanische Milliardär Berggruen wollten den Streit um niedrigere Filialmieten und Mietbedingungen eigentlich bis Sonntagnacht beigelegt haben.
Doch die Einigung zwischen den Parteien und deren Ausformulierung ließ trotz aller Verhandlungsfortschritte auf sich warten. Daher bat Karstadts Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg das Gericht erneut um einen Aufschub der Frist.
„Kein Insolvenzverfahren wie jedes andere“
Rechtlich ist die Termin-Vertagung möglich - es gibt nach Angabe des Gerichts keine Regelung, wie oft so eine Frist verlängert werden kann. Zudem sei die Pleite – Karstadt ist seit Juni 2009 zahlungsunfähig – „kein Insolvenzverfahren wie jedes andere“, betont ein Gerichtssprecher.
Um die Mietbedingungen ringt der deutsch-amerikanische Milliardär Berggruen einerseits mit dem Highstreet-Konsortium. Zudem verhandelt Karstadt-Käufer Berggruen gesondert mit der Valovis Bank, die ebenfalls im Highstreet-Konsortium sitzt. Die kleine Essener Bank gehört dem Karstadt Mitarbeitertrust; dieser Pensionsfonds zahlt die Betriebsrenten für etwa 50.000 ehemalige Karstadt-Mitarbeiter.
01:34
Wenn ich das so richtig mitbekommen habe ist der designierten Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen offenbar der einzige solvente Käufer für die Noch-Schrottimobilie KARSTADT.
Wenn durch das Verzögern und Verhindern mit der Vermieter-Gruppe Highstreet mit der Peanuts-Krake Deutsche Bank, der US-Investmentbank Goldman Sachs und weiteren institutionelle Investoren samt Valovis Bank-Pensionsfont kein Verkaufsabschluß stattfindet wird KARSTADT endgültig zerschlagen und abgewickelt. Das bedeutet das wenige Immobilien später einen Käufer finden und der Rest als jahrelange Ramschware auf dem Immobiliensektor herumdümpelt und nur Miese einfährt.
Ob da ein Pensionsfont der Karstadt Mitarbeitertrust mit beteiligt ist ist wurscht - der Ofen ist dann endgültig aus und das wenige Licht am Ende des tiefen Loches KARSTADT und kein Ende ist weg.
Aber offenbar versuchen die Banker immer noch zu Zocken wo nichts mehr zu Zocken ist.
18:44
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
18:01
Man muss immer wieder sagen:
Keine Ahnung, Klappe halten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
17:00
Taktik ist gut! Man will natürlich das Wihnachtsgeschäft mitnehmen und dann erst die 25.000 Mitarbeiter vor die Tür setzen. Ist doch ein tolles Weihnachtsgeschenk. Nicht wahr?
16:05
Aaahhh! Also der Pensionsfonds der Angestellten ist Miteigentümer der Immobilien, also perfekt abgesichert. Und da der neue Investor ganz intensiv mit diesen Leuten verhandelt, scheint es so zu sein, dass die hier blocken und die unrealistisch hohen Mieten fordern. Perfekt. Denn hohe Mieten heißt hohe Rendite für die Pensionäre. Die zocken noch übers Grab hinaus. Die Pensionäre der Karstadt kloppen die Aktiven in die Tonne. Nach dem Motto: Ja, das ham wer uns verdient! Geile Solidarität!
15:50
Da ist ja wie im Kasperle Theater. Da steckt doch eine Taktik dahinter.
14:41
Wenn der Pensionsfond rechtlich als deutsche Bank konstruiert wurde, zahlen dann bei einer Pleite alle deutschen Bankkunden über die Sicherungsgarantie ?
Also so eine Art staatliche Solidarversicherung erhoben als Kopfpauschale über die Kontoführungsgebühr, allerdings nur für einen exklusiven Kreis von 50000 Karstadtrentnern ?
Oder ist diese private Altersvorsorge dann weg.