Das aktuelle Wetter Essen 9°C
Nachrichten

Geocaching verärgert Jäger und Förster

30.01.2012 | 15:49 Uhr

Das sogenannte Geocaching sorgt unter Jägern zunehmend für Kritik. Vor allem in Naturschutzgebieten sieht die Zunft die Suche nach Gegenständen, die in freier Natur versteckt und dann mit Hilfe von GPS-Navigationsgeräten aufgestöbert werden, nicht gern. "Es kommt dann schon mal zu Störungen von Wild", sagte der Sprecher des Landesjagdverbandes NRW, Andreas Schneider, am Montag in Dortmund.

Dortmund (dapd-nrw). Das sogenannte Geocaching sorgt unter Jägern zunehmend für Kritik. Vor allem in Naturschutzgebieten sieht die Zunft die Suche nach Gegenständen, die in freier Natur versteckt und dann mit Hilfe von GPS-Navigationsgeräten aufgestöbert werden, nicht gern. "Es kommt dann schon mal zu Störungen von Wild", sagte der Sprecher des Landesjagdverbandes NRW, Andreas Schneider, am Montag in Dortmund.

Geocaching spielt deshalb in diesem Jahr auch eine Rolle auf Europas größter Messe für Jagd und Angelfischerei. Auf der Jagd & Hund, die am Dienstag (31. Januar) in den Dortmunder Westfalenhallen beginnt, will der Jagdverband NRW zusammen mit Vertretern von Groundspeak, der größten Geocaching-Plattform im Internet, das Thema präsentieren und Hilfestellung bei möglichen Konflikten anbieten.

Allein in NRW gibt es Schätzungen zufolge inzwischen rund 25.000 Geocacher, weltweit sollen es über fünf Millionen sein. Die Kritik des Jagdverbandes NRW: Wenn die Geocacher abseits der Wege und sogar nachts mit Taschenlampen im Wald unterwegs seien, könnten die Wildtiere etwa in ihrem Fress-Rhythmus gestört werden.

In diversen Internet-Foren wird das Thema inzwischen ausgiebig diskutiert. So rügt etwa die Jäger-Stiftung Natur und Mensch, dass die "Schätze" zum Teil in schwierigem Gelände versteckt seien. Das locke Ehrgeizige an, die dann beispielsweise in Steinbrüche oder auf Felsen kletterten, wo Uhus oder Wanderfalken gerade brüteten. Zudem hätten die Cacher keinen Verband und seien nur im Internet organisiert.

Bei den Anhängern der GPS-Schnitzeljagd aber ist der Konflikt von Geocaching und Naturschutz auch angekommen. So bietet etwa ein Informationsportal (www.der-geocacher.de) Links zum Thema an und stellt unter anderem eine Präsentation des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) dazu vor.

Traditionelle Messethemen auf der Jagd & Hund, die bis Sonntag dauert, sind dagegen Jagdtouristik, Geländefahrzeuge, Angelreisen und Naturschutz. Kritik kam zum Start der Veranstaltung vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Durch den "Volkssport Jagd" stürben jährlich allein in Deutschland mehr als fünf Millionen Wildtiere, obwohl es für den Abschuss der meisten jagdbaren Tierarten keinerlei ökologische Notwendigkeit gebe.

Unterdessen will der Fischereiverband NRW auf der Messe über die Verdrängung heimischer Fischbestände im Rhein durch neue Arten informieren. Vor allem die im Schwarzmeer beheimateten Grundeln stellten zunehmend eine Gefahr dar, hieß es. Durch Zuwanderung über den Rhein-Main-Donau-Kanal als auch in den Ballasttanks von Frachtschiffen seien die gefräßigen "Einwanderer" inzwischen im gesamten Rhein heimisch geworden.

dapd

dapd

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6298599/create

Aktuelle Fotos und Videos
Aus dem Ressort
NRW wehrt sich gegen Akw-Neubau in den Niederlanden
Atomkraft
Im niederländischen Borssele ist ein neues Atomkraftwerk geplant. Der Ort in der Provinz Zeeland ist nur wenige Kilometer von Nordrhein-Westfalen entfernt. Die NRW-Landesregierung spricht sich gegen den Bau des Kraftwerks aus. Auch jeder Bürger kann bis zum 12. Januar Einspruch gegen das Akw...
Die Linke hat Sehnsucht nach Lafontaine
Parteien
Der Chef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, will Oskar Lafontaine wieder in einer Führungsrolle in der Partei sehen - und bekommt dafür viel Beifall aus der Partei. Sahra Wagenknecht brejmst allerdings: Eine Führungsdebatte bringe die Partei jetzt nicht weiter, meint sie.