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General Motors setzt bei Opel auf mehr US-Manager

22.07.2012 | 17:36 Uhr

Der US-Autobauer General Motors (GM) will einem Bericht zufolge die europäische Tochter Opel künftig am strafferen Zügel führen. Der Chef des Aufsichtsrats, Stephen Girsky, habe in dem Gremium massive Einschnitte im überwiegend deutschen Management gefordert, sagte ein Aufsichtsratsmitglied der Branchenzeitung "Automobilwoche" (erscheint Montag).

Rüsselsheim (dapd). Der US-Autobauer General Motors (GM) will einem Bericht zufolge die europäische Tochter Opel künftig am strafferen Zügel führen. Der Chef des Aufsichtsrats, Stephen Girsky, habe in dem Gremium massive Einschnitte im überwiegend deutschen Management gefordert, sagte ein Aufsichtsratsmitglied der Branchenzeitung "Automobilwoche" (erscheint Montag). "Dabei geht es nicht nur um Stellenabbau", betonte der Opel-Aufsichtsrat. GM wolle vielmehr in Rüsselsheim Manager platzieren, die das Vertrauen der US-Mutter hätten.

Nach Ansicht des Autoexperten Stefan Bratzel kann Opel allerdings nur mit schmerzhaften Sanierungsschritten überleben. "Opel hat Überkapazitäten von 30 Prozent. Damit kann man bestimmt kein Geld verdienen", sagte der Direktor des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe). "Opel braucht einen klaren Schnitt." Sonst überlebe die Marke im starken Verdrängungswettbewerb in Europa nicht.

Opel müsse die Kapazitäten auf ein Maß reduzieren, mit dem im Dreischichtbetrieb Geld verdient werde. Das Unternehmen sei trotz innovativer Produkte zur Billigmarke verkommen und verstehe es nicht, Neuheiten clever zu vermarkten. "Die Kommunikation bei Opel ist ein einziges Desaster", sagte Bratzel weiter. Auch die Personalpolitik von GM bei Opel sei nicht nachhaltig.

Opel bei Rabatten führend

Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft empfahl in der "Automobilwoche" dagegen, bei Opel gerade auf Preisbewusstsein zu setzen: "Opel muss clever im Sinne von 'cheap & chic' werden, gewissermaßen der 'H&M' unter den Autobauern", sagte er. Zudem müsse GM der Modellpalette in Europa eine einheitliche Fahrzeugarchitektur zugrunde legen.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut meinte wiederum, Opel könne "nur durch Qualität und Innovation punkten und muss sich von Chevrolet abgrenzen". Eine Prognose zur Zukunft des Unternehmens wollte er nicht abgeben: "Wo Opel in fünf Jahren steht, weiß nicht mal der liebe Gott", sagte Dudenhöffer.

Nach Angaben von Dudenhöffers CAR-Institut ist Opel gegenwärtig Spitzenreiter in Deutschland bei den Rabatten für Neuwagen. Corsa und Astra werden bei Internetvermittlern mit Abschlägen von bis zu 35 Prozent angeboten, zitiert die "Automobilwoche" eine CAR-Studie.

Rösler erwartet Bekenntnis zur Sanierung

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) lehnte unterdessen finanzielle Hilfen des Staates für Opel weiter ab. Seine Position zu Staatshilfen sei bekannt, sagte Rösler am Sonntag in der ARD. Zugleich warf er dem Management vor, im Umgang mit den Beschäftigten "nicht im Sinne der sozialen Marktwirtschaft" zu handeln. Er forderte die neue Unternehmensführung auf, sich klar zu einer Sanierung von Opel bis zum Jahr 2016 zu bekennen.

dapd

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