Geliebtes Millionengrab – von Jens Dirksen
25.03.2011 | 19:29 Uhr 2011-03-25T19:29:00+0100Zollverein war ein Moloch, für den keine Maßstäbe galten, weil er neue setzte – größte Zeche der Welt ihrer Zeit, effizient wie keine zuvor, und das bis ins Äußere, bis in die Bauhaus-Architektur ihrer Backsteinwände. Ein Moloch, auf ruhreigene Weise geliebt von den Tausenden, die dort arbeiteten, bis 1993 mit der Kokerei die letzten Schlote das Qualmen aufgaben.
Die Abermillionen, die seither auf dem Gelände im Essener Norden ausgegeben wurden, kann niemand mehr zuverlässig errechnen. Die Gebäude sollten ja nach dem absehbaren Ende der Zeche wieder abgerissen werde, da reichte ein einfaches Ziegelmauerwerk, das umso teurer wird, wenn man es für die Ewigkeit erhalten will.
12:11
Zollverein ist die Pleitebank unter den Industriedenkmalen: zu groß, zu teuer, um fallen gelassen zu werden.
Der Vergleich hinkt. Klar werden Banken und die Kohle subventioniert und liegen uns auf den Taschen.
Wichtig bei Zollverein ist aber das Gebäude und nicht die Geschäftsidee. Keiner käme auf die Idee das West LB Gebäude in Düsseldorf oder das HRE Gebäude in München unter Denkmalschutz zu stellen.
Es bleibt aber die Frage, was macht man aus einem riesigen Zechengebäude, wenn man keine Zeche mehr braucht.
Und dann sind wir bei der aktuellen Ratlosigkeit.
Aus Hektik wird dann irgenwas gemacht und zum Schluß werden Schwimmbäder geschlossen und die Straßen haben Schlaglöcher.
Kann man die Zeche nicht der Frau Merkel schenken.
13:03
@1: -heute hier, morgen dort-:
darf ich Ihren Kommentar so verstehen, wie bei Hannes Wader die erste Strophe endet: nie nach gestern und heute gefragt
(http://www.youtube.com/watch?v=trzsD-Dyi80)?
Nachdem die Kulturhauptstadt 2010 grandios geScheyttert und Pleitgengegangen ist, bin ich mal gespannt, wa uns nun Bomheuert.
http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/Millionenstreit-im-Weltkulturerbe-Zollverein-id4467207.html
21:48
Naja, für die echten Arbeitsscheuen, die von Kongreßgeschafel- heute hier, morgen dort- leben, kann es ja nicht genug Kulturschuppen geben. Merke: Je größer die Kommunikationsmögliichkkeiten werden, desto mehr brettern die rum, damit überhaupt noch jemand zuhört. Hören aber eh nur Zwangsdelegierte. Und sie tagen und tagen und tagen, dann mal poppen, weiter...