Geld für Luft - ADAC rät zum Tankstellen-Boykott
26.07.2011 | 16:25 Uhr 2011-07-26T16:25:00+0200
Hamburg.An 200 Stationen müssen Autofahrer bereits für Luft zahlen. Ein Euro kostet dort die Benutzung der Luftdruckgeräte. Der ADAC rät Autofahren nun, sich eine andere Tankstelle zu nutzen.
Nach dem Reifenwechsel im Frühjahr, vor der großen Urlaubsfahrt: Etwa zwei bis dreimal pro Jahr prüft der deutsche Autofahrer den Reifendruck an seinem Fahrzeug. Und die meisten machen das an einer der 14.700 Tankstellen, wo bisher kostenlose Luftdruckgeräte bereitstehen. Das könnte bald vorbei sein, denn an 200 Stationen müssen Autofahrer bereits dafür einen Euro bezahlen. Meistens sind die Pächter es leid, kaputte oder gestohlene Geräte aus eigener Tasche zu ersetzen.
Einer der Vorreiter bei der Einführung der neuen Technik ist die bayerische Tankstellenkette Benzin-Kontor aus Herrsching. „Wir haben die Geräte im September 2010 eingeführt und hatten nur wenige Beschwerden von Kunden“, berichtet Manager Volker Graul.
Andere Kunden hätten die neuen Geräte sogar gelobt, weil sie einfacher in der Bedienung seien: Der Kunde stellt über eine Taste den richtigen Reifendruck ein und klemmt den Luftschlauch auf das Ventil. Das Gerät pumpt dann automatisch so viel Luft wie nötig nach.
Bei den alten Trage-Geräten muss der Kunde dagegen gleichzeitig den Anschluss auf das Ventil pressen, einen Knopf drücken und ein Manometer im Blick behalten. Nach Grauls Beobachtung kommen vor allem etwa ungeschickte Kunden besser mit den neuen Geräten zurecht.
ADAC rät zur Suche nach einer anderen Tankstelle
Ganz anders sieht das der ADAC. Er lehnt die neuen Luftdruckgeräte ab. „Die Autofahrer sollten sich eine Tankstelle suchen, an der sie nicht bezahlen müssen“, sagt Sprecher Andreas Hölzel. Seit Jahrzehnten seien die Autofahrer gut mit den herkömmlichen Geräten zurechtgekommen, fügt er hinzu.
Nach Angaben der Jülicher Firma Air-Serv GmbH soll die Zahl der Station mit Bezahl-Luft schnell steigen: „Das ist erst der Anfang, wir haben noch viel mehr Aufträge vorliegen“, sagt Air-Serv-Geschäftsführer Nick Janssen der Nachrichtenagentur dapd.
Air-Serv ist nach eigenen Angaben Marktführer bei Luftdruck-Prüfanlagen mit Bezahlfunktion. Die Firma hat laut Janssen schon an mehr als 200 Stationen Druckprüfer installiert, an denen die Kunden eine Euro-Münze einwerfen müssen. Dafür können sie fünf Minuten lang Druckluft abzapfen.
Allein für Wartung, Strom, Eichkosten und ähnliches fallen pro Tankstelle 400 bis 800 Euro im Jahr für die Luft an. Insbesondere die alten tragbaren Geräte werden oft gestohlen oder beim Rangieren beschädigt. Air-Serv betreibt die Anlagen auf eigenes Risiko und kassiert dafür die Gebühr, die Tankstelle wird beteiligt.
Konzerne halten sich zurück
Die großen Ölkonzerne wie Aral, ExxonMobile (Esso) oder Shell führen die neue Technik nach eigenen Angaben bisher nicht aktiv ein. Allerdings können sie nicht für alle Tankstellen unter ihrem Logo sprechen, denn viele Stationen sind in Privatbesitz. Bei Shell läuft nach Angaben eines Sprechers ein Test mit Bezahl-Luft an mehreren Tankstellen nahe der niederländischen Grenze. „Insgesamt gibt es das an etwa zehn Shell-Stationen“, sagt Sprecher Matthias von Glischinski-Kurc.
Die Geld-für-Luft-Geräte können dem Tankwart noch anders nützen: Ein Betreiber am Bodensee habe sich immer über Horden von Radtouristen geärgert, die Luft nachpumpten ohne Umsatz zu machen, berichtet Tankstellenmanager Graul. Die seien seit der Umstellung weg. (dapd)
15:52
Noch mal ganz langesam für die, die es immer noch nicht verstanden haben.
Nicht die Luft wird bezahlt sondern die Nutzung der Geräte (ähnlich wie der Staubsauger der Tankstelle).
14:01
Damit würde Luft kostenpflichtig werden.
Und demnächst müssen wir bezahlen, wenn wir Luft holen ??
Der Ideenreichtum und die Phantasie der Mineralölkonzerne sind schon sehr erstaunlich, wenn es um das Abkassieren der Autofahrer geht!!
11:41
Das ist eigentlich nichts Neues: Bereits im Jahr 2004 habe ich in Cadzand-Bad in den Niederlanden bei einem Fahrradverleih und -laden eine Station gesehen und auch fotografiert, wo für die Luftprüfung an Fahrradreifen 0,10 EUR verlangt wurden.
20:56
Als Fahrer eines traditionellen Geländewagens helfen mir die herkömmlichen Trage-Geräte überhaupt nicht, weil sie nicht genug Druckluft enthalten, um die relativ großen Reifen auf den nötigen Druck zu bringen. Deswegen, und weil es bei Wüstentouren keine Tankstellen gibt, habe ich seit Jahren einen eigenen Kompressor, mit dem ich den Reifendruck jederzeit auf die nötigen Werte bringen kann.
Auch bei unserem Alltagsfahrzeug, einem VW Caddy, war statt des Ersatzrades ein Kompressor und eine Flasche Reifendichtmittel dabei. Da ist mir völlig egal, was die Luft an Tankstellen kostet.
20:36
Verstehen kann ich den Tankwart, denn an jeder Tankstelle wurden schon Luftdruckprüfgeräte gestohlen. Meistens bekommt man die Geräte nur noch gegen Pfand.
19:20
Wer im ADAC Mitglied ist, sollte mal genau überlegen, was er davon hat. Ich hole mir demnächst für den Jahresbeitrag eine ganze Menge Luft an den Tankstellen für meine Reifen. Wer macht mit?
18:59
Falsch, die Stickstoffgewinnung durchläuft das Linde-Verfahren, die Gewinnung des Stickstoffs, der übrigens zu 78% in der Luft vorkommt, ist, bis er unter 200bar in Flaschen abgefüllt wird alles andere als billig..
Die Stickstoffmoleküle sind leichter als O2 nehmen aber Raum als O2 ein, somit entweicht das im Verhältnis teure Gas nicht ganz so schnell aus dem Reifen..
18:45
Ist das was neues? Die Leute sind doch selbst schuld, wenn sie sogar für ein Abfallprodukt wie Stickstoff mehrere Euros zahlen, was zu 21% bereits in der Umgebungsluft enthalten ist.
Die Mineralölkonzerne machen nichts anderes wie ATU und Co. Nur meckert bei Stickstoff keiner...
18:27
2-5 Euro für 5min Parken an der Zapfsäule, wenn man nicht tankt, sondern den Shop aufsucht ist völlig ok. Leute die deshalb die Säule blockieren sollten dafür durchaus kräftig zur Kasse gebeten werden.
18:06
Wir fordern: Münzeinwürfe für Fußgängerampeln!