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Gebäude in Köln eingestürzt - Augenzeuge berichtet auf Twitter

03.03.2009 | 17:58 Uhr
Gebäude in Köln eingestürzt - Augenzeuge berichtet auf Twitter

Köln.  Alexander Regh wohnt in unmittelbarer Nähe des Ortes, an dem in Köln mehrere Gebäude eingestürzt sind. Die Staubwolke, der Trümmerberg, der Einsatz der Rettungskräfte - beim Mikrobloggingdienst Twitter berichtete Regh, was er sah. DerWesten sprach mit ihm.

Dieses Bild nahm Regh von seinem Balkon aus auf.

Es war genau 14 Uhr, als Alexander Regh merkte, dass bei ihm in der Kölner Südstadt irgendwas nicht stimmte. „Ich lag krank im Bett, hatte mir aber einen Wecker gestellt“, erzählt der 41-Jährige am Telefon. „Ich bin aufgestanden, hab die Tür aufgemacht und draußen war alles voller Nebel“, beschreibt er den Anblick, der sich ihm bot. Erst habe er gedacht, am nahe gelegenen Friedrich-Wilhelm-Gymnasium hätten Schüler mit einer Nebelmaschine hantiert – zumal kein Rauchgeruch in der Luft lag. Erst dann sei ihm der Trümmerberg auf der Straße aufgefallen.

„Direkt bei uns vor dem Haus ist seit ein paar Jahren schon die U-Bahn-Baustelle“, so Regh. Er habe zunächst nur geglaubt, die Decke des Schachts sei eingestürzt, „aber dazu lagen zu viele Trümmer herum. Dann wurde mir klar: Da ist etwas Großes eingestürzt.“ Notarztwagen, Blaulicht, Sirenen – er habe noch nie so viele rote Autos gesehen. Innerhalb weniger Minuten sei der Bereich um die Unglücksstelle gesperrt gewesen, so der Augenzeuge weiter. Man habe nur noch Uniformen gesehen. Erst nach einer Stunde legte sich die Staubwolke über den Trümmern.

"Wer sieht das schon so gut wie Du"

Die Staubwolke über der Unglücksstelle ist deutlich zu sehen.

Seine Fotos, seine Beobachtungen – beides verbreitete Regh unter dem Nutzernamen SamZidat beim Mikrobloggingdienst Twitter. „Ich habe mir gedacht: Wer sieht das schon so gut wie Du“, begründet er die Entscheidung. Umgekehrt sei ja auch er oft in der Situation, Informationen zu suchen und auf andere Twitter-Nutzer angewiesen zu sein.

Von seinem Balkon aus blickt Regh genau auf die Unglücksstelle. Die Severinsstraße sei hier zwar belebt, aber noch keine Einkaufsmeile wie wenige hundert Meter weiter. „Es ist unfassbar, wenn so was vor deiner Haustür passiert“, sagt er, „aber ein Stück weiter wäre es noch schlimmer gewesen.“ Der Kölner Kirchturm, der durch den U-Bahn-Bau seit einiger Zeit schief steht, sei nur ein kleines Stück vom Unglücksort entfernt, so Regh. Die kommende Nacht will er zwar in seiner eigenen Wohnung verbringen. „Aber der Gedanke, dass man auf solch wackeligem Grund steht, ist schon beunruhigend.“

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Katrin Scheib



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